Hallenbad Neusiedl außenansicht
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Chronik

Neusiedl: Denkmalschutz für Hallenbad fix

Das Hallenbad in Neusiedl am See steht unter Denkmalschutz, so das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes am Freitag. Das 1977 errichtete Gebäude ist seit März wegen baulicher Mängel geschlossen. Nun ist es das erste Hallenbad seiner Art in Österreich unter Denkmalschutz.

Die Neusiedler Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) ist froh, dass nun endlich eine Entscheidung da ist: „Das Allerwichtigste ist jetzt natürlich eine ideale Lösung zu finden, wie wir das Hallenbad sanieren werden und wie eine Finanzierung aussehen wird.“

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Leeres Becken des Hallenbades Neusiedl am See
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Das Hallenbad Neusiedl am See muss generalsaniert werden
Leeres Becken des Hallenbades Neusiedl am See
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Derzeit sind die Becken leer
Leeres Becken des Hallenbades Neusiedl am See
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Schwimm- und Sportvereine sitzen auf dem Trockenen
Leeres Becken des Hallenbades Neusiedl am See
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Die Vereine suchen nach Alternativen
Leeres Becken des Hallenbades Neusiedl am See
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Auch Burgenlands Schwimmstar Lena Grabowski lernte hier schwimmen
Stützmaßnahmen im  Hallenbad Neusiedl am See
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Die Sanierung des Hallenbades würde sieben Millionen Euro kosten
Hallenbad Neusiedl am See
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Die Finanzierung der Sanierung steht noch nicht fest
Hallenbad Neusiedl am See
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Das Hallenbad Neuseidl am See bleibt in jedem Fall die nächsten zwei bis drei Jahre geschlossen
Elisabeth Böhm
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Elisabeth Böhm (SPÖ)

Finanzierung: Gespräche mit dem Land

Die notwendige Generalsanierung des Hallenbads soll schätzungsweise sechs bis sieben Millionen Euro kosten. Wer die Kosten übernimmt, steht noch nicht fest, die Gemeinde alleine schaffe es nicht, so Böhm: „Es gibt bereits Gespräche mit dem Land Burgenland. Ich bin hier sehr zuversichtlich, dass wir unser Hallenbad erhalten. Man darf nicht vergessen, es ist ja jetzt vom Baustil her das einzige Hallenbad in Österreich, das unter Denkmalschutz gestellt wird.“

Beschwerde nicht stattgegeben

Laut dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes am Freitag wurde der Bescheid des Bundesdenkmalamtes zur Unterschutzstellung des Hallenbades Neusiedl am See bestätigt und der Beschwerde der Freizeitbetriebe Neusiedl GmbH und der Stadtgemeinde Neusiedl am See nicht stattgegeben. Der Bescheid wurde vom Bundesdenkmalamt am 7. Juni 2019 ausgestellt und von der Stadtgemeinde und den Freizeitbetrieben angefochten. Das Urteil des Bundesverwaltungsrichters wurde mit den Sachverständigengutachten des Bundesverwaltungsgerichts und des Bundesdenkmalamtes begründet.

Neusiedl: Denkmalschutz für Hallenbad fix

Das Hallenbad in Neusiedl am See steht unter Denkmalschutz, so das heutige Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes. Das 1977 errichtete Gebäude ist seit März wegen baulicher Mängel geschlossen. Nun ist es das erste Hallenbad seiner Art in Österreich unter Denkmalschutz.

Hallenbäder und Denkmalschutz

Beim Hallenbad in Neusiedl am See handelt es sich um das erste Hallenbad im Stil des Brutalismus, das in Österreich per Bescheid unter Denkmalschutz gestellt wurde, bestätigte auch das Bundesdenkmalamt gegenüber dem ORF. Zur Felsentherme in Bad Gastein, errichtet 1967–1968 von Gerhard Garstenauer – ein Bauwerk das sich dem Stil des Brutalismus zuordnen lässt – läuft derzeit ein Verfahren zur Ermittlung der Denkmalwerte.

Ebenfalls unter Denkmalschutz steht das Stadthallenbad in Wien von Roland Rainer, das in den 1950er Jahren konzeptionell geplant wurde, aber erst zwei Jahrzehnte nach den ersten Planungen in Auftrag gegeben wurde. Hierbei handelt es sich jedoch um ein Bauwerk, das der klassischen Nachkriegsmoderne zugeordnet wird.

Dorner: Klares Bekenntnis zu Fortbestand

Der für Sport zuständige Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) schrieb in seiner Aussendung, dass das Hallenbad auch künftig bestehen werde. Dazu gebe es ein eindeutiges Bekenntnis im Regierungsprogramm. Er erwarte sich für die Sanierung eine finanzielle Unterstützung des Bundes. Nun werde man rasch die Gespräche mit der Gemeinde Neusiedl intensivieren und gemeinsam nach einer Lösung suchen, die wirtschaftlich vertretbar ist.

Erfreut zeigt sich NEOS Burgenland. Man habe als „außerparlamentarische Bürgerinitiative“ wichtige Impulse gesetzt. „Nun muss rasch mit der Sanierung begonnen werden, damit ehebaldigst der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Es sind jetzt auch das Land und der Bund gefordert, die Stadt Neusiedl finanziell bei der notwendigen Renovierung zu unterstützen“, sagt NEOS-Landessprecher Eduard Posch.