Angelika Messner, die in Oberwart aufwuchs, verlegte die klassische Handlung von Iphigenie ins Rotlichtmilieu von heute. Iphigenie wurde als Mädchen von ihrem Vater verkauft und landete in einem Bordell. Dort hat sie sich im Lauf der Zeit zu einer Art Mutter Theresa der Prostituierten hochgearbeitet.

Messner: „Rollenbilder hinterfragen“
Ihr Zuhälter Thoas, macht ihr einen Heiratsantrag, den sie ablehnt. Verletzt in seinem männlichen Stolz soll sie zur Strafe zwei Fremde aus ihrer Heimat töten – einer davon ist ihr Bruder. Goethes und auch schon Euripides Iphigenie ist voll Opferbereitschaft, Sanftmut und Duldsamkeit. Mit diesen Klischees räumt Angelika Messner in ihrer Fassung auf.
Ausschnitt aus Iphigenie von Angelika Messner
„Mir geht es vor allem um die Rollenbilder der Frau. Wir Frauen sind hier sehr festgelegt und ich wollte das einmal hinterfragen oder die Frauen auch damit auffordern, dass selbst einmal zu reflektieren und zu hinterfragen“, erklärte Messner.
Rhytmischer und musikalischer Text
Angelika Messner hat für das Stück einen rhythmischen, fast schon musikalischen Text geschrieben. Als musikalische Weiterführung kommt Sprechgesang hinzu, der vom Jazz-Tubisten Jon Sass live auf der Bühne begleitet wird.

Michaela Kaspar beeindruckt als Iphigenie ebenso das gesamte Ensemble. Angelika Messner gelingt ein beeindruckender, sehr dichter, kurzweiliger, aber auch nachdenklich machender Theaterabend. Zu sehen ist „Iphigenie“ bis 18. Februar im TAG in Wien.