Die ökologischen Katastrophen der letzten Tage und Wochen haben gezeigt, dass wir auch im Burgenland über einen sinnvollen und ressourcenschonenden Flächenverbau in den Gemeinden nachdenken müssen. Unter dem Tenor gestalten und nicht verhindern startet schließlich die Präsentation des ersten Regionalentwicklungsprogramms im Burgenland.
Entwicklungsplan für 33 Gemeinden
Von den vier Regionen Nord 1, Nord 2, Mitte und Süd ist der Prozess in der Region Nord 1 – die Region Neusiedler See-Parndorfer Platte nun fertig. Für Baulandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) geht es dabei um mehr als 70.000 Menschen in 33 Gemeinden, die sich in vier Kernthemen mittels einer Bürgerbefragung eingebracht haben.

„Das eine ist sicherlich die Definition der überörtlichen Siedlungsgrenzen. Hier geht es auch um die Begrenzung von Baulandwidmungen. Es galt landwirtschaftliche Vorrangzonen zu definieren und ein weiterer, wesentlicher Punkt war auch die Definition der Betriebsgebiete. Als letzten Punkt möchte ich noch Freiraumzonen nennen“, sagte Dorner. Das seien jene Zonen, wo eben keine Baulandwidmungen zulässig seien.
Expertinnen und Experten begleiten Prozess
Eine sinnvolle Raumplanung müsse über das Denken einer einzelnen Gemeinde hinausgehen, ist auch der Leiter der Raumplanung im Burgenland, Peter Zinggl, überzeugt. Die TU Wien und die Raumplanungsexpertin Nina Swanda begleiten den Prozess im ganzen Burgenland. Positiv sehen die Expertinnen und Expertin die rege Mitarbeit der Gemeinden.

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sehen im Entwicklungsprogramm eine Chance darin, den zügellosen Flächenumwidmungen rund um den See entgegenwirken. Selbstverständlich will man touristischen Projekten rund um den Neusiedlersee nicht entgegenstehen. Insgesamt geht, geht es beim Regionalentwicklungsprogramm um eine Fläche von 1.200 Quadratkilometern.
Grüne: „Höchste Zeit“
Aus Sicht der burgenländischen Grünen sei es höchste Zeit für einen verbindlichen Entwicklungsplan für die Region Neusiedlersee gewesen. Die Landesregierung müsse nun beweisen, dass sie es mit Bodenschutz ernst meine und einen Versiegelungsstop am Seeufer festlegen, so Klubobfrau Regina Petrik. Es müsse im Sinne des wirklich wirksamen Klimaschutzes gehandelt werden.