Frost bedroht auch Obstplantagen

Nicht nur die heimischen Winzer fürchten sich vor dem Frost. Auch die Obst- und Gemüsebauern zittern um ihre Ernte. Die Kirsch-, Marillen- und Apfelblüte ist zwar schon vorbei, die bereits wachsenden Früchte sind aber besonders frostempfindlich.

Der Obstbauverband Burgenland zählt rund 300 Mitglieder. 80 von ihnen sind sogenannte Haupterwerbsbauern und damit ausschließlich auf ihre Ernte und die daraus gemachten Produkte angewiesen. Nach den enormen Frostschäden in der Landwirtschaft im vergangenen Frühjahr - mehr dazu in Frost: Bis zu 150 Millionen Euro Schaden - sei die Ernte auch heuer wieder in Gefahr, sagte der Präsident des burgenländischen Obstbauverbandes Johann Plemenschits.

Angst vor „Strahlungsnächten“

Der Schneefall selbst und der Wind habe momentan noch nicht den großen Schaden angerichtet. In den eigenen Kulturen habe er Kontrollen gemacht. Erfroren sei dort noch sehr wenig, aber die „Strahlungsnächte“, die nun vorhergesagt werden, würden den Obstbauern große Sorgen bereiten, denn in diesen Nächten ist die Abkühlung aufgrund einer geringen oder gar keiner Bewölkung oft noch wirksamer. Da könne es zu massiven Frostschäden bishin zu Totalausfällen geben, so Plemenschits.

Frostschutzberegnung

ORF/Erhard Berger

Der Spätfrost ist für die Jungfrüchte besonders gefährlich

Die kleinen Früchte die viele Bäume bereits tragen würden, seien jetzt besonders gefährdet, denn diese würden noch weniger Kälte vertragen. Bei diesen Kulturen habe man bei kalten Nächten noch mehr Sorgen, dass es zu Frostschäden kommen könne. Kälter als Minus ein Grad sollte es nicht werden, denn ab dieser Temperatur würde es definitiv Schäden geben, so Plemenschitz.

Eisregen für die Blüten

Während sich die heimischen Winzer mit althergebrachten Maßnahmen gegen den Frost schützen - mehr dazu in Winzer rüsten sich für Frostnächte, bleibt Obstbauverbandspräsident Plemenschitz skeptisch. Vor allem bei besonders strengen Frostnächten und bei Temperaturen unter Minus sieben Grad würden diese Maßnahmen keine Wirkung mehr haben, so Plemenschits.

„Wieder existenzbedrohend“

Die Familie Nikles hat zwar vorgesorgt, jedoch kann nur ein Teil der Anbauflächen mit Frostschutzregen bewässert werden.

Die Obstbauern greifen eher zu anderen Methoden. Oft setzt man auf den heimischen Obstplantagen auf das Vereisen der Blüten. In Kukmirn (Bezirk Güssing) hat man damit bereits gute Erfahrungen gemacht. In der Nacht auf Freitag hat etwa die Familie Nikles einen Teil ihrer Obstplantage bewässert. Durch das Eineisen der Blüten werde Energie freigesetzt, damit die Blüten nicht abfrieren, so Obstbauer Adolf Nikles. Dadurch sei im Herbst eine ziemlich sichere Ernte gegeben. Man könne aber im Betrieb nur rund ein Viertel der Fläche bewässern, weil die Wasserressourcen natürlich begrenzt seien, so Nikles. Wie sehr sich die kalten Temperaturen auf den heimischen Obst- und Gemüseertrag ausgewirkt haben steht derzeit noch nicht fest.

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