VGT und Grüne kritisieren Ententreibjagd

Die Grünen Burgenland und der Verein gegen Tierfabriken (VGT) kritisieren das Aussetzen von Enten entlang der Leitha und der Kleinen Leitha im Bereich Zurndorf und Nickelsdorf. Die Tiere werden gezüchtet, um sie bei Treibjagden zu schießen.

Im Juni werden die Enten ausgesetzt, ab Mitte August werden sie gejagt. Das Bundestierschutzgesetz verbietet aber seit dem Vorjahr das Aussetzen von gezüchteten Wildtieren, die in freier Wildbahn nicht lebensfähig sind.

Grüne und VGT zu Zuchtenten

Verein gegen Tierfabriken

Die Tiere werden zunächst in Volieren am Wasser gehalten

„Spaß am Abknallen von ein paar Enten“

Schon seit 2010 beobachtet der Verein gegen Tierfabriken, dass jedes Jahr im Sommer im Nordburgenland entlang der Leitha und der Kleinen Leitha massenhaft Zuchtenten ausgesetzt werden. Diese Tiere werden zunächst in Volieren am Wasser gehalten und dann in die Freiheit entlassen. Sie werden über Wochen gefüttert, weil sie in der Natur alleine nicht überlebensfähig sind. Ab Mitte August werden die Enten dann bei Treibjagden geschossen, sagte der Abgeordnete der Grünen, Wolfgang Spitzmüller: „Es ist nicht einzusehen, warum hier sowohl Tierquälerei - so kann man das, glaube ich, nennen - als auch eine Übertretung des Naturschutzes begangen wird, nur damit einige Reiche einen Spaß am Abknallen von ein paar Enten haben - weil mehr ist das wirklich nicht.“

Grüne Spitzmüller und VGT Balluch

ORF/Vera Ulber-Kassanits

Martin Balluch (VGT) und Wolfgang Spitzmüller (Grüne)

Tiere nach Abschuss voll mit Schrotkugeln

Der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken, Martin Balluch, fragt sich auch, was mit den geschossenen Tieren passiert: „Wenn man sie zuerst in der Hand hat und wenn man sie essen will, dann kann man sie gleich schlachten und essen. Jetzt setzt man sie aus und ballert sie wieder ab, dann sind sie voller Schrot, und dann wirfst man sie vermutlich weg - weil man müsste ja diese 20 Schrotkugeln aus jeder Ente rauszupfen, und das werden sie nicht tun.“

Grüne und VGT zu Zuchtenten

Verein gegen Tierfabriken

Ab Mitte August werden die Enten dann bei Treibjagden geschossen

Frage an Landesrätin Eisenkopf

Laut Wolfgang Spitzmüller widerspricht das Aussetzen der Enten dem Tierschutz und auch dem Naturschutz. Zur Zeit ist nicht bekannt, ob es eine Bewilligung für das Aussetzen gibt: „Zumindest nach dem Naturschutzgesetz ist ein Aussetzen von Tieren bewilligungspflichtig. Wir haben leider keine Auskunft bekommen bisher. Ich werde daher der Landesrätin Eisenkopf in einer der nächsten Landtagssitzungen diese Frage stellen, ob es eine Genehmigung gibt, und warum.“

Grenzwerte in den Gewässern überschritten

Außerdem entstehe durch die Tausenden Enten an der Leitha auch ein ökologisches Problem, so Spitzmüller. Ein bakteriologisches Gutachten habe ergeben, dass die Grenzwerte in den betroffenen Gewässern durch Bakterien und Kotkeime um das bis zu Fünffache überschritten werden.

Kritik von Astrid Eisenkopf

Naturschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf zeigt sich über die Aussagen von Spitzmüller in einer Aussendung verwundert. Spitzmüller habe nie um eine Auskunft gebeten, so Eisenkopf - er könne sich mit ihr in Verbindung setzen, „bevor er über die Medien Unwahrheiten und Anschuldigungen verbreitet“. Es stimme außerdem nicht, dass eine naturschutzrechtliche Genehmigung notwendig ist, es gelten andere Gesetze, die nicht im Zuständigkeitsbereich Eisenkopfs liegen, heißt es in der Aussendung.