KRAGES: Rene Schnedl muss gehen

Der Geschäftsführer der KRAGES, Rene Martin Schnedl, muss gehen. Schnedl sei am Montag in seiner Funktion als Geschäftsführer abberufen worden, heißt es in der Pressemitteilung des Landes.

Über die Gründe der Abberufung wurde Stillschweigen vereinbart. Die Geschäftsführer-Position soll nun neu ausgeschrieben werden. Bis zur Bestellung eines Nachfolgers übernimmt der langjährige Finanzdirektor Karl Helm interimistisch die Aufgaben der Geschäftsführung.

Rene Schnedl

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Rene Schnedl

Unstimmigkeiten in vergangenen Monaten

Der Steirer Schnedl war seit 1. Juli 2014 Geschäftsführer der KRAGES. In ihn wurden seinerzeit große Erwartungen gesetzt. Schnedl setzte sich damals gegen 32 Bewerber durch. In den vergangenen Monaten kam es aber zu Unstimmigkeiten zwischen der KRAGES-Geschäftsführung und Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ). Erstes Anzeichen: Am 17. Februar wechselte Personalchef Peter Dopler ins Verteidigungsministerium. Aus persönlichen Gründen, wie er damals sagte - mehr dazu in Personaldirektor der Krankenanstalten geht.

Noch im Februar vorzeitige Ablöse dementiert

Das Gerücht dass auch Schnedl seinen Sessel als KRAGES-Geschäftsführer räumen muss, wurde damals sowohl von Darabos, als auch von Schnedl selbst immer wieder dementiert - zuletzt am 9. Februar.

Rene Schnedl am 9.2.2017

Er werde mindestens bis 30.6.2019 in seiner Funktion bleiben, sagte Schnedl damals. „Und ich betone: Mindestens bis 30.6.2019“, so Schnedl - mehr dazu in KRAGES spart mit „Insourcing“ eine Mio. Euro.

KRAGES im Detail

Die KRAGES steht zu 100 Prozent im Landeseigentum und ist der größte Gesundheitsdienstleister des Burgenlandes. Im Geschäftsbericht 2015 werden der Umsatz mit 142,4 Millionen Euro und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) mit 6,4 Millionen Euro angegeben. Das Unternehmen betreibt die Spitäler Oberwart, Güssing, Kittsee und Oberpullendorf.

Abberufung wirft für ÖVP Fragen auf

Die ÖVP ortet nach der vorzeitigen Abberufung von Schnedl Erklärungsbedarf. Über die Gründe einer vorzeitigen Vertragsauflösung Stillschweigen zu vereinbaren, sei zwar nett, „das muss man aber schon hinterfragen“, sagte Landesgeschäftsführer Christoph Wolf zur APA. Das Ganze sei „vielleicht ein Fall für den Rechnungshof“ oder eine andere Einrichtung, so Wolf.

„Ich bin jetzt neugierig, welche Gründe wirklich dahinter stecken“, sagte ÖVP-Chef Thomas Steiner zum ORF Burgenland. „Man kann ja nicht in die KRGAES hineinschauen, es gibt ja dort keine Transparenz.“, so Steiner. Die Landesregierung habe Erklärungsbedarf.

Büro Tschürtz: Unzulänglichkeiten

Aus dem Büro von Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) hieß es, es habe eine KRAGES-Prüfung gegeben: „Dabei sind Unzulänglichkeiten zutage getreten“, sagte ein Sprecher. Zudem sei die Kommunikation zwischen dem Land und der KRAGES-Geschäftsführung „auch nicht optimal“ gewesen.

Seitens des Bündnis Liste Burgenland (LBL) ortete Obmann Manfred Kölly eine gezielte Aktion: „Die nicht ins Schema passen, werden jetzt abgelöst.“ Schnedl sei „ein Top-Mann“ und passe dadurch „nicht ins Schema der SPÖ-FPÖ-Koalition“, sagte Kölly: „Er hat sich auch etwas zu sagen getraut - und das war sein Verhängnis.“

Nach der Abberufung Schnedls müsse endlich medizinische Kompetenz in die Geschäftsführung des KRAGES Einzug halten - das fordert Ärztekammerpräsident Michael Lang. Die Ärztekammer sei bereit, sich konstruktiv in den Prozess der Neuorganisation des KRAGES einzubringen.

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