Doskozil als Verteidigungsminister angelobt

Bundespräsident Heinz Fischer hat am Dienstag den bisherigen burgenländischen Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil (SPÖ) als Verteidigungsminister angelobt. Fischer lobte gleich drei neue SPÖ-Minister an.

Neben Doskozil wurden auch Alois Stöger (SPÖ) als Sozialminister und Gerald Klug (SPÖ) als Infrastrukturminister angelobt. Die Rochaden waren notwendig geworden, da Sozialminister Rudolf Hundstorfer zum SPÖ-Präsidentschaftskandidaten gekürt worden war.

Bundespräsident Heinz Fischer und Hans Peter Doskozil

ORF

Heinz Fischer und Hans Peter Doskozil

Angelobung

ORF/Patricia Spieß

Doskozil bei seiner Angelobung

Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), Landesrat Helmut Bieler (SPÖ) und Familienangehörige von Hans Peter Doskozil

ORF/Patricia Spieß

Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), Landesrat Helmut Bieler (SPÖ) und Doskozils Familie bei der Angelobung

Hans Peter Doskozil ist der Neuling in der Ministerriege. Mit dem Verteidigungsministerium bekommt er eine große Baustelle: Das Geld ist knapp, der Ruf nach Reformen groß. Doskozil muss sich in dem Ressort wie schon als Polizeichef im Burgenland mit der Flüchtlingskrise beschäftigen - mehr dazu in news.ORF.at.

„Riesige Herausforderung“

Nach seiner Angelobung bezeichnete Doskozil seine Amt als „riesige Herausforderung.“ „Wir müssen im Interesse des Landes, aber auch im Interesse der Menschen hier Handlungen setzten, müssen uns überlegen, gemeinsam auch mit dem Innenministerium, was jetzt in nächster Zeit relativ rasch hier zu erledigen ist“, so Doskozil im Hinblick auf das Thema Asyl.

Doskozil ist auch für Sport zuständig. Fußball sei immer ein zentraler Punkt seiner sportlichen Aktivitäten gewesen, momentan versuche er sich mit Badminton fit zu halten. Ob es in Zukunft eine eventuelle politische Rückkehr ins Burgenland geben wird - diese Frage stelle sich momentan nicht, so Doskozil: „Ich werde ins Burgenland zurückkehren, nämlich dann, wenn ich täglich hin und her fahre“.

Steile Karriere

Mit Doskozil ist wieder ein Burgenländer in der Bundesregierung. Doskozil stammt aus in Kroisegg - einem Ortsteil von Grafenschachen (Bezirk Oberwart). Nach der Matura trat er in den Polizeidienst ein und studierte daneben Jus. Er sammelt Erfahrungen im fremdenpolizeilichen Büro der Bundespolizeidirektion und im Innenministerium. 2008 wurde Doskozil Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Vor vier Jahren kehrte er als Landespolizeidirektor zur Exekutive zurück. Im Zuge der Flüchtlingskrise erarbeitete er sich den Ruf eines nervenstarken Krisenmanagers.

Die Kroisegger sind stolz auf „ihren“ Minister - eine Reportage von ORF-Burgenland-Reporter Kurt Krenn

Schon einmal stellte sich ein Burgenländer der Aufgabe als Verteidigungsminister: Der ehemalige Zivildiener Norbert Darabos (SPÖ) leitete von 2007 bis 2013 das Ministerium. In seine Amtszeit fiel auch die Volksbefragung zur Wehrpflicht in Österreich. Doskozil stimmte damals übrigens für die Abschaffung.

Links: