Weinbau: Schwieriges Jahr für Eiswein

Eiswein ist für Weinliebhaber eine besondere Spezialität. Doch heuer wird es nur vereinzelt einen geben. Bei der Eisweinproduktion müssen die Trauben in gefrorenem Zustand gelesen, aber auch gefroren gepresst werden - dafür war der Winter generell zu mild.

Samstag gegen 9.00 Uhr in der Früh hatte es in Illmitz zwei Grad plus. Da der Winter auch in den nächsten Tagen keine tiefen Temperaturen zu erwarten sind, werden nun die letzten Veltlinertrauben in den Weingärten gelesen. „Heuer ist es mit dem Eiswein sehr schwierig gewesen. Wir waren an der Schmerzgrenze - wir hatten gefrorene Trauben, aber sie waren nicht durchgefroren “, so der Illmitzer Winzer Helmut Lang.

Jene Trauben, die außen waren, wurden vom Frost beschädigt und sind ausgelaufen - jene die geschützt waren, seien noch immer grün und schön im Saft für heuer, so der Winzer. Eiswein wird der Winzer heuer keinen erzeugen, dennoch ist er nicht unzufrieden. „Es ist von der Gradation her eine Beerenauslese - wenn es die 27 Grad hält, bin ich auch zufrieden“, so Lang.

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Winzer Helmut Lang erntet seine letzten Weintrauben
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Die Trauben sind zum Teil vom Frost geschädigt, aber innen noch gut im Saft

Gute Süßtraubenernte

Spitzenwinzer und fünfmaliger „Sweetwinemaker of the year“ Hans Tschida aus Illmitz erntete seine Süßweintrauben schon. Den ganzen Winter wartete er auf Temperaturen um minus sieben Grad. Denn die Trauben müssen in gefrorenem Zustand gelesen und auch gepresst werden. Das bedeutet viel Vorbereitungsarbeit.

„Es ist bei mir schon alles durchorganisiert. Ich habe zwei Pressen stehen und mir hätte noch leihweise auf Lohn jemand gepresst. Ich wollte die ganzen fünf Hektar an einem Tag geerntet und gepresst haben. Das hatten wir so durchorganisiert - sieben Traktoren wären gefahren. Es ist hart, weil man nie etwas unternehmen kann, sondern dauernd den Wetterbericht abwartet. Wir versuchen es nächstes Jahr wieder“, meinte Tschida.

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Winzer Hans Tschida kostet seinen bereits geernteten Wein
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Wenn es heuer auch kaum Eiswein gibt, die Süßtraubenernte war in diesem Jahr qualitativ und auch mengenmäßig sehr gut. Süßweine des Jahrgangs 2017/2018 kommen frühestens im Herbst auf den Markt.

Eisweinernte nur vereinzelt

Nur vereinzelt war im Burgenland eine Eisweinlese möglich. So zum Beispiel in Rudersdorf (im Bezirk Güssing) beim Weingut Kleber. Am 19. Dezember wurden 500 Kilogramm Blaufränkisch Trauben geerntet und daraus 200 Liter Eiswein gepresst. Das Weingut Kleber sei zwar nur ein kleines Weingut mit geringer Jahresproduktion im Südburgenland, möchte aber trotzdem auf die Eisweinernte hinweisen.

Auch das Weingut Beate Weiss in Gols erntete einen Eiswein – und zwar am 2. Dezember aus der Sorte Welschriesling.

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