3,5 Jahre für Bankräuber von Tschurndorf

Am Landesgericht Eisenstadt ist am Donnerstag jener 51-jährige Mann, der die Raiffeisen-Bankfiliale in Tschurndorf überfallen hat, zu dreieinhalb Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Angeklagt war der 51-jährige Mann aus dem Bezirk Oberpullendorf wegen schweren Raubes und Verstoß gegen das Waffengesetz. Er hatte bereits vor dem Prozess gestanden, dass er die Raiffeisenbank in Tschurndorf am 3. Oktober des Vorjahres überfallen hat. Bei dem Überfall war er schwarz gekleidet, trug eine Sturmhaube und eine Skibrille. Mit einem Trommelrevolver bedrohte er eine Bankangestellte, forderte mit den Worten „schnell, schnell, schneller“ Geld. Mit knapp 49.000 Euro entkam der Mann - mehr dazu in Tschurndorf: Bankräuber gefasst.

Motiv: private Schulden und Konkursverfahren

Nach Hinweisen nahm die Polizei den Verdächtigen neun Tage später fest und stellte einen Großteil der Beute und die beim Überfall getragenen Kleidung sicher. Als Motiv für den Überfall nannte der Mann private Schulden und ein Konkursverfahren.

Prozess
ORF/Christian Hofmann
Der Angeklagte vor Gericht

Der 51-jährige machte sich vor 20 Jahren mit einem Zimmerei-Betrieb im Bezirk Oberpullendorf selbstständig. Das Geschäft sei zu Beginn sehr gut gelaufen, schilderte der Angeklagte vor Gericht. Irgendwann sei es aber zu Zahlungsschwierigkeiten gekommen. Die Spirale habe sich nach unten gedreht. Die Schulden seien immer mehr geworden. Der Betrieb ging in Konkurs und wurde schlussendlich versteigert. Rund 250.000 Euro Schulden seien geblieben.

„Wahnsinns-Idee“

Aus Verzweiflung sei ihm die „Wahnsinns-Idee“ gekommen, eine Bank zu überfallen, schilderte der Angeklagte. Am Tag vor dem Überfall hatte er die Raiffeisen Filiale in Tschurndorf ausgekundschaftet. Das war auf dem Überwachungsvideo im Bank-Foyer zu sehen.

Nach genau durchdachter und geplanter Vorarbeit - wie die Staatsanwältin am Freitag vor Gericht betonte - überfiel der 51-jährige bewaffnet und maskiert in die Filiale. Auf einem Fahrrad und mit den knapp 49.000 Euro in den Tasche flüchtete er schließlich. Noch am selben Tag fuhr er mit dem Geld nach Eisenstadt und Wiener Neudorf, um bei Firmen seine Schulden zu bezahlen.

Bankangestellte sagte unter Tränen aus

Die Bankangestellte, die den Überfall vor Gericht unter Tränen schilderte, befindet sich noch in psychologischer Behandlung. „Ich weiß ich habe eine Dummheit gemacht - es tut mir leid, ich möchte mich vor allem bei der Bankangestellten entschuldigen. Ich wollte das Geld nicht für mich persönlich, sondern um meine Schulden zu bezahlen“, sagte der Angeklagte.

Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu dreieinhalb Jahren unbedingter Freiheitsstrafe. Der Mann muss der Bankangestellten außerdem 1.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der 51-Jährige nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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