Kopf-an-Kopf-Rennen bei Bürgermeistern

Bei der Zahl der Bürgermeister liefern einander SPÖ und ÖVP nach dem ersten Wahlgang am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In einigen Gemeinden sind schon jetzt Bürgermeisterwechsel fix, in 19 Gemeinden kommt es am 29. Oktober zu einer Stichwahl.

Die ÖVP kam auf 74 Bürgermeister. Auch die Liste Rohr - die die ÖVP zu ihren Listen zählt, die Landeswahlbehörde aber als eigene Liste ausweist - stellt einen Bürgermeister. Die SPÖ hält bei 74 Ortschefs. Die Liste Bad Sauerbrunn stellt ebenso wie die Liste Parndorf und die LBL in Deutschkreutz je einen Bürgermeister. In 19 Gemeinden gibt es Stichwahlen.

Grafik Gesamtergebnis

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Gesamtergebnis in Prozent

SPÖ behält trotz Verlusten Platz eins bei Mandaten

Im Burgenland gesamt entfallen 1.461 Mandate auf die SPÖ, das bedeutet ein Minus von 50 Mandaten. Die ÖVP hält bei 1.364 Mandaten und hat gegenüber 2012 laut Landeswahlbehörde ein Mandat gewonnen. Die FPÖ gewinnt 63 Mandate und kommt auf 144, die LBL verzeichnet ein Plus von sechs Mandaten und hält bei 45.

Gemeinderatswahl in Bad Sauerbrunn

ORF/Elisabeth Pauer

Wahltag im Burgenland

Die Grünen haben weder Gewinne noch Verluste und belegen 27 Sitze in den burgenländischen Gemeinderäten. NEOS schaffte in Pinkafeld sein erstes Mandat. Auf sonstige Listen entfallen 101 Mandate - das sind um 21 weniger als 2012.

Walter Schneeberger

ORF

Walter Schneeberger

Analyse

Geht es nach den burgenländischen Parteichefs, dann haben bei den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen am vergangenen Sonntag alle gewonnen. Aber wer ist nun der wirkliche Sieger der Wahl?

ORF-Burgenland-Chefredakteur Walter Schneeberger:

Langes Warten auf Eisenstadt-Ergebnis

Erst Sonntagnacht wurde das Ergebnis der Landeshauptstadt Eisenstadt verkündet. Als Grund wurde genannt, dass die Auswertung der Vorzugsstimmen viel Zeit gebraucht habe. Die ÖVP konnte ihren ersten Platz ausbauen und kam auf 55,3 Prozent. Bei der Bürgermeisterwahl legte Landesparteiobmann Thomas Steiner um 6,8 Prozentpunkte auf 60,3 Prozent zu und setzte sich damit im ersten Wahlgang durch. Ebenfalls Zugewinne verzeichnete die FPÖ - mehr dazu in Eisenstadt: ÖVP bleibt absolute Nummer eins. Die Grünen mussten Verluste hinnehmen - mehr dazu in Dragschitz legt Mandat zurück.

Bürgermeister wechseln Farbe

In einigen Gemeinden steht schon jetzt fest, dass der Bürgermeister von einer Partei zur anderen wechselt. Die bisherige SPÖ-Hochburg Hornstein zum Beispiel geht an die ÖVP - mehr dazu in Wolf gewinnt Hornstein für ÖVP. Bocksdorf (Bezirk Güssing) und Neuhaus am Klausenbach (Bezirk Jennersdorf) etwa gingen von der ÖVP an die SPÖ und Großmürbisch (Bezirk Güssing) und Tadten (Bezirk Neusiedl am See) von der SPÖ an die ÖVP.

Stichwahl in 19 Gemeinden

In 19 Gemeinden wird es in vier Wochen eine Bürgermeister-Stichwahl geben, darunter auch in den zwei Bezirkshauptstädten Neusiedl am See und Jennersdorf - mehr dazu in Stichwahl entscheidet in Neusiedl am See und Jennersdorf: ÖVP verliert massiv.

In Loipersbach kommt es zu einer Stichwahl zwischen dem SPÖ- und dem FPÖ-Kandidaten. Denn Erhard Aminger (SPÖ) blieb unter den Erwartungen und muss in die Entscheidung gegen Roman Amring (FPÖ). Bürgermeister Christian Rohrer von der Aktiven Dorfliste Lutzmannsburg (ADL) hat bereits Stichwahlerfahrung. Er tritt gegen den SPÖ-Kandidaten Roman Helmuth Kainrath an.

Rathaus Eisenstadt

ORF/Dorottya Kelemen

Rathaus Eisenstadt

Auch in den Gemeinden Bad Tatzmannsdorf, Großhöflein, Hannersdorf, Kittsee, Kleinmürbisch, Kobersdorf, Königsdorf, Loipersdorf-Kitzladen, Mörbisch am See, Ritzing, Steinbrunn, St. Andrä am Zicksee, Weiden am See, Wimpassing an der Leitha und Zurndorf gibt es Stichwahlen - in diesen Fällen wird die Entscheidung zwischen SPÖ- und ÖVP-Kandidaten fallen.

Wahlbeteiligung leicht gesunken

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag insgesamt bei rund 81 Prozent: Rund 212.300 der 262.000 wahlberechtigten Burgenländer gaben ihre Stimme ab. Damit ist die Wahlbeteiligung im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren um rund 1,5 Prozentpunkte gesunken.

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