Heinz Janisch
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Kultur

Heinz Janisch: Mit jeder Zeile eine neue Welt

Heinz Janisch, einer der bekanntesten heimischen Kinderbuchautoren, ist für den Hans-Christian-Andersen-Preis 2024 nominiert. „Schreiben ist so spannend, weil du mit jeder Seite, mit jeder Zeile eine neue Welt aufmachst“, so der Autor, den diese Nominierung „zutiefst berührt“.

Der Hans-Christian-Andersen-Preis gilt als bedeutendste internationale Auszeichnung für Kinderbuchautoren und -illustratoren. Verliehen wird eine Goldmedaille, ein Preisgeld ist mit der Ehrung nicht verbunden. Seine Nominierung für den Preis bedeutet Janisch viel. Denn Astrid Lindgren und Erich Kästner hätten zum Beispiel den Preis bekommen. „Das sind Größen im besonderen Ausmaß“, so der Schriftsteller. Autoren aus 70 Ländern würden für den Preis nominiert und er sei jetzt unter den sechs auf der Shortlist. Da schließe sich ein Kreis.

Heinz Janisch und seine Katze Lillifee
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Janisch im Garten mit seiner Katze Lillifee

Schreiben als Abenteuer

Janisch lebt in Strem (Bezirk Güssing). Dort hat er die nötige Ruhe, um seiner Fantasie freien Lauf zu lassen und seine Gedanken zu Papier zu bringen – abgelenkt wird er höchstens von Schmusekatze Lillifee. Er freue sich jedes Mal, wenn er sich mit einem Stift in der Hand vor ein leeres Blatt Papier setze, weil er mit jedem Satz eine Welt aufmache. „Wenn ich hinschreibe, ich bin ein Delfin, fühle ich mich wie ein Delfin. Wenn ich hinschreibe, ich bin ein Pirat, bin ich ein Pirat“, erzählte Janisch. Er versuche auch immer den Kindern zu erklären, wie spannend Schreiben sei, das sei ein Abenteuer.

Katze Lillifee
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Katze Lillifee sitzt beim Schreiben daneben

Janisch begann schon als Kind zu schreiben

Vor 35 Jahren veröffentlichte Janisch sein erstes Buch „Mario, der Tagmaler“. Mittlerweile finden sich in seinem Bücherregal rund 180 eigene Werke, übersetzt in 25 Sprachen. Lesen begeisterte ihn schon als Kind. Dann schrieb er seine ersten Geschichten, weil er sich gefragt habe, was zum Beispiel die Märchenfiguren nach dem Satz „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ machen.

Eines der übersetzten Bücher von Heinz Janisch
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Janisch’ Bücher wurden in 25 Sprachen übersetzt

Er habe daher Fortsetzungen geschrieben, erzählte Janisch. Sein Papa habe diese Geschichten manchmal abgetippt und an Kinderzeitschriften geschickt. Es sei dann ein Initialerlebnis gewesen, als in der Zeitung „Die weite Welt“ seine Geschichte abgedruckt worden sei, als er acht Jahre alt war. „Da fühlst du dich wie ein Weltmeister und denkst ‚jetzt werde ich Schriftsteller‘“, so der Autor.

Entscheidung über Andersen-Preis im April

Janisch bekam schon viele Preise für seine Bücher – den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur sogar schon mehrmals. Ob nun auch noch der Andersen-Preis dazukommt, wird am 8. April in Bologna bekanntgegeben.