Flüchtlinge, die an der burgenländischen Grenze aufgegriffen wurden
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Politik

Starker Rückgang von Asylanträgen

Die Zahl der Asylanträge in Österreich ist voriges Jahr stark zurückgegangen, insbesondere im Dezember, da waren es 2.508 Anträge, um 64 Prozent weniger als im Jahr 2022. Insgesamt gab es im Vorjahr etwa halb so viele Anträge wie 2022. Im Interview sprach Landespolizeidirektor Martin Huber über die Gründe dafür und was für 2024 zu erwarten ist.

Insgesamt beantragten 2023 knapp 59.000 Flüchtlinge Asyl in Österreich, das ist fast um die Hälfte weniger als im Rekordjahr 2022. Aber noch immer auf hohem Niveau im Vergleich zu den Jahren davor – auch wenn voriges Jahr rund 30.000 Asylwerber in andere Länder weiter reisten. Im „Burgenland heute“-Studiogespräch begründet Landespolizeidirektor Martin Huber das mit den intensiven Grenzüberwachungen durch Polizei und Bundesheer und mit der Visa-Pflicht in gewissen Ländern, auch die „Operation Fox“ habe einen Beitrag geleistet. Die „Operation Fox“ wurde im Dezember 2022 gestartet, um gegen die organisierte Schlepperkriminalität vorzugehen – mehr dazu in „Operation Fox“ an der Grenze angelaufen.

Grafik zu Asylanträgen
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Ein großer Teil der Flüchtlinge kommt im Burgenland über die Grenze – 29.825 waren es im Vorjahr – was der Hälfte aller Asylwerber entspricht. Nach wie vor kommen die meisten von ihnen aus Syrien, Marokko, Afghanistan und der Türkei.

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Während die Zahl der Asylanträge stark gesunken ist, ist jene der Schlepper-Aufgriffe nur leicht zurückgegangen. Waren es im Jahr 2022 712, sind voriges Jahr 630 Schlepper gefasst worden – davon alleine 289 im Burgenland. Verantwortlich für die Aufgriffe ist einerseits das Bundesheer, das mit 450 Assistenzsoldaten an der Grenze im Einsatz ist, und andererseits die Polizei – sie stellt derzeit rund 400 Einsatzkräfte.

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Jänner 2023: 1.700 Aufgriffe, Jänner 2024: 70 Aufgriffe

Die aktuelle Lage sei positiv, so Landespolizeidirektor Huber, im Jänner habe es 70 Aufgriffe gegeben. „Seit Jänner kontrolliert die serbische Polizei intensiv. Im Vorjahr hatten wir im Jänner 1.700 Aufgriffe. Mittlerweile wird die serbische Polizei auch von den Ungarn unterstützt. Es wird schlussendlich, wie die Krisenherde sich entwickeln“, sagt Huber auf die Frage, was für das Jahr 2024 zu erwarten sei.

Martin Huber
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Martin Huber im „Burgenland heute“-Studiogespräch

Durch die „Operation Fox“ habe es eine Verlagerung der Schlepperroute über die Slowakei gegeben. Zwei Drittel der Migranten flüchten über die Slowakei in Richtung Deutschland, erklärt Huber. „Wir haben auch auf kriminalpolizeilicher Ebene eine hervorragende Zusammenarbeit mit den Ungarn. Wir haben durch den Informations- und Datenaustausch über 100 Schlepper, auch Schlepper-Bosse, festnehmen können. Und Ungarn ist jetzt auch ein verlässlicher Partner für die Serben bei den Grenzkontrollen an der serbisch-ungarischen Grenze“, so Huber.

Martin Huber im Gespräch

Personaloffensive

Das Innenministerium startet heuer eine Personaloffensive, 2.500 Polizeischülerinnen und – schüler sollen aufgenommen werden. Im Burgenland waren es 2023 75 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Die Recruiting-Maßnahmen haben gegriffen“, sagt Huber. Mehr dazu in – Polizei erfolgreich bei Nachwuchssuche. Im März werden voraussichtlich 55 Schülerinnen und Schüler beginnen. „Man kann sagen, dass sich die neuen Möglichkeiten, die wir im Verfahren haben, bewährt haben.“ Mehr dazu in Polizeiaufnahmeverfahren: Viele scheitern an Sporttest.