Landwirtschafts, Mähdrescher
ORF/Fabian Schneider
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Landwirtschaft

Heuer überdurchschnittliche Herbsternte

Auf den burgenländischen Ackerflächen verlagert sich die Haupterntezeit vom Sommer immer stärker in den Herbst. Der Großteil der Herbsternte ist bereits abgeschlossen, man rechnet mit einem Gesamtertrag, der über dem Durschnitt der letzten Jahre liegt.

Rund 110.000 Hektar sind im Burgenland mit Ackerkulturen bepflanzt. Etwa die Hälfte davon wird mittlerweile im Herbst geerntet. Laut Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich ist das auch eine Reaktion auf die immer heißeren und trockeneren Sommer. „Dass wir in der Landwirtschaft eben neue Kulturen gesucht haben, klimafittere Sorten, die auch mit den Bedingungen besser umgehen können und dass wir auch eine Modernisierung in der Landwirtschaft haben – das alles trägt dazu bei, dass eben der Herbst von Bedeutung ist“, so Berlakovich.

Landwirtschaftskammer
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Nikolaus Berlakovich, Markus Fröch und Martin Burjan

Soja wird immer bedeutender

Kulturen, die im Herbst geerntet werden, sind etwa Körnermais, Sonnenblumen, Zuckerrüben und Sojabohnen. Speziell Letztere hat im Burgenland stark an Bedeutung gewonnen und liegt in der Flächenstatistik, nach Weizen, schon auf Rang zwei. Vor zehn Jahren gab es im Burgenland 16.000 Hektar Soja und heute sind es 25.800 Hektar, so Berlakovich. Rund 12.000 Hektar werden biologisch bewirtschaftet.

Rüben Feld
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Auch Zuckerrüben werden im Herbst geerntet

Zuckerrübenbauern mit Ernte zufrieden

Insgesamt sind rund drei Viertel der Herbsternte bereits abgeerntet. Die Erntemenge wird heuer über dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre liegen. Auch für die Zuckerrübenbauern ist es ein gutes Jahr. Man könne mit dem österreichischen Durchschnitt beim Ertrag mithalten und sei sogar noch etwas drüber, und auch die Qualität der Zuckerrüben im Burgenland sei sehr gut, so Markus Fröch, Präsident des burgenländischen Rübenbauernbundes. Auch mit dem Preis, den sie für ihre Zuckerrüben bekommen, sind die Bauern zufrieden. Anders ist das bei anderen Kulturen, wie Soja oder auch Mais. Importe aus der Ukraine nach Europa würden den Preis drücken, so Berlakovich. Das sei für die Bauern nicht optimal, weil der Erzeugerpreis sinke, Betriebsmittel aber nach wie vor teuer seien.

Landwirtschafts, Mähdrescher
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Schädlinge weiterhin Problem für Bauern

Aufgrund der warmen Temperaturen werden auch Schädlinge zu einem immer größeren Problem. Dürre- und Unwetterschäden belaufen sich im Ackerbau heuer auf 7,5 Millionen Euro. Von den Überschwemmungen sei vor allem der Süden, von Dürreperioden der Norden betroffen gewesen, so Martin Burjan, Direktor Landwirtschaftskammer Burgenland. In Summe ist das Jahr 2023 aus Sicht der Bauern aber trotzdem ein erfolgreiches.