Wirtschaft

Neue Strategie für mehr Digitalisierung

Das Burgenland will sich in Sachen Digitalisierung in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Zu diesem Zweck ist am Mittwoch eine eigene Digitalisierungsstrategie präsentiert worden – inklusive einer eigenen Digitalisierungsgeschäftsstelle, Schulungen und dem Ausbau der Infrastruktur.

Die Digitalisierungsstrategie umfasst 15 Handlungsfelder. Die Wirtschaft, öffentliche Dienstleistungen und auch die Bevölkerung sollen davon profitieren. Dazu soll in den kommenden Jahren auch die nötige Infrastruktur geschaffen werden. In all diesen Bereichen gibt es im Rahmen der Strategie bestimmte Ziele. So soll etwa die digitale Kompetenz der Menschen im Burgenland gefördert werden. Entsprechende Inhalte will das Land im Rahmen von Workshops und auch in Kindergärten und Schulen vermitteln.

Alle sollen profitieren

„Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Strategie das Burgenland ein Stück weit wettbewerbsfähiger machen, lebenswerter machen, weil alle Menschen hier im Burgenland profitieren“, sagte Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) bei der Präsentation der Digitalisierungsstrategie am Mittwoch in Eisenstadt.

Bei der Infrastruktur ist etwa ein Ausbau des Glasfasernetzes geplant. In Hinblick auf die Kompetenzen sollen Kinder möglichst schon im Kindergarten oder in der Volksschule mit dem Thema Digitalisierung in Berührung kommen, meinte Schneemann. Für die Wirtschaft soll unter anderem ein Digital Innovation Hub aufgebaut werden und in Sachen öffentliche Dienstleistungen ist ein Verkehrsinformationssystem angedacht.

Leonhard Schneemann und Nicolas Knotzer
ORF
Landesrat Leonhard Schneemann (links) und Nicolas Knotzer, Leiter der Geschäftsstelle Digitalisierung

Neue Geschäftsstelle eingerichtet

Die neue Geschäftsstelle Digitalisierung – sie gehört zum Amt der Landesregierung – wird die Maßnahmen koordinieren. Geleitet wird die Stelle vom Digitalisierungsbeauftragten des Landes, Nicolas Knotzer. „Hier ist es wichtig, nicht nur eine Strategie einmalig zu formulieren, sondern diese kontinuierlich zu monitoren, weiterzuentwickeln und durch entsprechende Digitalisierungsprojekte mit Leben zu erfüllen“, sagte Knotzer.

Bereits umgesetzt wurden Maßnahmen wie die Digitalisierung der Gästeanmeldung im Tourismus, das digitale Meldewesen und die kommunale Wissensdatenbank „GemWiki“. Künftig sollen die digitalen Serviceleistungen für die Bevölkerung und die Unternehmen auf einer Plattform zentral gebündelt werden, kündigte Knotzer an. Außerdem gibt es einen „Masterplan Breitband“, der demnächst präsentiert werden soll.

Kritik von ÖVP

Von ÖVP-Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas hieß es dazu in einer Aussendung: Die SPÖ müsse vom „Reden ins Tun kommen“. Vor allem beim Ausbau des Glasfasernetzes gebe es, laut ÖVP, Luft nach oben, in Gebieten im Süden des Landes sei das ein „Wettbewerbsnachteil“, so Fazekas.