Laufender Wasserhahn
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Wirtschaft

Wasserleitungsverband erhöht Tarife

Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) hat eine Tariferhöhung beschlossen. Grund dafür sind der Klimawandel und die damit einhergehende Trockenheit, erforderliche Erneuerungen und Neubauten bei der Infrastruktur sowie Preissteigerungen, die den WLV vor große Herausforderungen stellen.

Das hielt Obmann Ernst Edelmann am Dienstag in einer Aussendung fest. Der Wasserpreis steigt von 1,56 auf zwei Euro netto pro Kubikmeter, die Grundgebühr von 7,15 auf 12 Euro im Monat. Die neuen Tarife gelten ab 1. November.

Gerade im Osten Österreichs seien die Niederschläge gering und die Trockenheit ein Problem. Die alternde Infrastruktur, die unter anderem rund 3.000 Kilometer an Leitungen, 52 Brunnen und 63 Wasserbehälter umfasst, müsse erneuert werden. Zudem brauche es Neubauten und Neudimensionierungen, weil die Region wachse, erläuterte Edelmann.

400 Millionen Euro werden investiert

Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung wird der WLV in den kommenden zehn Jahren circa 400 Millionen Euro investieren. Auch die neue Gebührengestaltung diene dazu, die Versorgung abzusichern, so Edelmann. Neue Brunnen sollen erschlossen, bestehende Brunnenanlagen adaptiert und ausgebaut werden. Außerdem sind Arbeiten an Hochbehältern, Ortsnetzleitungen, Transportleitungen und Hausanschlüssen geplant. Wasserwerke sollen sowohl um- als auch neugebaut werden.

Preise im österreichischen Mittel

Mit dem erhöhten Wasserpreis liege man weiter im österreichischen Mittel. Der Sozialrabatt soll von 25 auf 90 Euro im Jahr angehoben werden, um finanziell ohnehin schon gebeutelte Kunden entlasten zu können, sagte Edelmann. Er sprach von einer „überfraktionellen Mehrheit“, die die Erhöhung beschlossen habe. Anders als Grüne und einige Listen sei die ÖVP jedoch dagegen gewesen, hielt Klubobmann Markus Ulram am Dienstag fest.

Kritik von ÖVP und FPÖ

Ulram kritisierte die erhöhten Tarife in einer Aussendung als „Abzocke der SPÖ“. „Obwohl der WLV weiter Gewinne erzielt, werden die Preise stark erhöht“, meinte er. Für einen Kunden des Wasserleitungsverbandes, der etwa 208 Kubikmeter Wasser verbraucht, bedeute die Erhöhung Mehrkosten von rund 165 Euro pro Jahr, rechnet der Klubobmann.

Mario Jaksch, Präsident der freiheitlichen Gemeindevertreter, sprach ebenfalls von „Abzocke“ und von einem „finanziellen Dürrejahr“ für die Nordburgenländer. Dass die Bevölkerung mit höheren Wasserpreisen belastet werde, obwohl der WLV Gewinne mache, sei inakzeptabel, so Jaksch.

Trummer kontert

Erich Trummer, Präsident des Sozialdemokratischen GemeindevertreterInnenverbandes (GVV) im Burgenland, wies die Kritik der ÖVP zurück. Die „falsche Finanzpolitik“ der türkis-grünen Bundesregierung, die die Inflation befeuere, zwinge die Gemeinden und deren Verbände zu Gebührenerhöhungen. Und Trummer verweist auch darauf, dass der WLV-Sozialrabatt für einkommensschwache Menschen erhöht wurde, um die Gebührenerhöhung zielgerecht abzufedern.

Die Grünen und Listen-Vertreter (Liste Parndorf LIPA, Unabhängige Liste Bad Sauerbrunn LIBS) stehen hinter der Entscheidung die Wasserbezugs-Gebühren zu erhöhen. Dadurch werde eine eine funktionierende Versorgung mit gesundem Wasser für die nächsten Generationen gewährleistet, heißt es.