Ein Raum mit Kunstwerken von Jim Dine
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Kultur

Albertina zeigt Druckgrafiken aus Apetlon

Die Albertina Modern in Wien widmet derzeit der Druckgrafik nach 1960 – von Andy Warhol bis Damien Hirst – eine opulente Schau. Bemerkenswert ist dabei der Entstehungsort einiger dieser international vielbeachteten Kunstwerke. Die Druckgrafiken stammen aus Apetlon.

Die Albertina Modern im Künstlerhaus zeigt die ganz großen Meister und Meisterinnen der Druckgrafik nach 1960. Ein eigener Raum ist dem 88jährigen US-Amerikaner Jim Dine gewidmet. „Jim Dine gehört mit Andy Warhol und Roy Lichtenstein zu den wichtigsten Figuren der 60er und 70er-Jahre. Er ist einer der einflussreichsten Künstler Amerikas überhaupt im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts", sagt der Direktor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder.

„Me in Apetlon“

Eine interessante Entdeckung macht, wer in der Ausstellung auch das Kleingedruckte liest. So heißt etwa ein Werk von Jim Dine: „Me in Apetlon“. Der Grund dafür: Dine lässt seine Werke in Apetlon drucken. Er ist regelmäßig in der Werkstatt von Christoph Chavanne und seiner Partnerin Gabriele Pechmann zu Gast. Das Selbstporträt aus der Albertina war die erste gemeinsame Arbeit.

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Außenansicht Albertina
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Die Albertina
Besucherin schaut sich Bild in der Ausstellung in der Albertina an
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Jim Dines Selbstportät
Text eines Bildes Ausstellung in der Albertina. Das Werk heißt „Me in Apetlon“
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Es trägt den Titel „Me in Apetlon“
Klaus Albrecht Schröder im Interview
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Klaus Albrecht Schröder
Ein Raum mit Kunstwerken von Jim Dine
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Jim Dines Werken ist ein eigener Raum gewidmet
Zwei Besucher in der Ausstellung in der Albertina vor mehreren Kunstwerken
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Mehrere Besucher schauen sich die Ausstellung in der Albertina an
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Ein Kunstdruck
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Zwei Besucher in der Ausstellung in der Albertina
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Druck in der Ausstellung
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„Diese Nummer darf er nie verlieren“

„Die Lithographie heißt eben ‚Me in Apetlon‘. Die Zusammenarbeit hat von Anfang an sehr gut funktioniert. Das heißt, er hat sich sehr wohl gefühlt. Er hat eine wunderschöne Lithographie gemacht, die haben wir gut gedruckt. Und im Endeffekt hat er seinem Assistenten gesagt, dass er diese Nummer nie verlieren darf“, erzählt Chavanne. Denn seit der ersten Lithografie weiß Jim Dine was er in Apetlon findet, sagt auch Klaus Albrecht Schröder. „Zurückgekommen ist er mit der Erkenntnis, dass das die beste Lithographie-Werkstätte ist, die er jemals kennengelernt hat. Und seitdem druckt er alle Lithographien dort. Und nicht nur das, sondern aufgrund deren technischer Möglichkeiten auch die monumentalen, riesigen Holzschnitte“, so Schröder.

Chavanne sieht sich als Dienstleister

Der hochgelobte Christoph Chavanne sieht sich selbst als Handwerker und Dienstleister. „Ich habe ja auch auf der Grafischen Druck gelernt und nicht Künstler gelernt. Also für mich ist es so, dass wir bestmöglich mit dem Künstler zusammenarbeiten, damit das rauskommt, was er will“, so Chavanne.

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Druckerei in Apetlon Außenansicht
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Die Werkstatt von Christoph Chavanne und seiner Partnerin in Apetlon
Chavanne und seine Partnerin in der Druckerei bei der Arbeit
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Die Beiden bei der Arbeit
Christoph Chavanne
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Christoph Chavanne
Chavanne und seine Partnerin in der Druckerei bei der Arbeit
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Jim Dine mal ein Selbstporträt
Christoph Chavanne
Jim Dine bei der Arbeit an seinem Selbstporträt
Christoph Chavanne bei der Arbeit
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Ein Druck an der Wand. Auf dem Bild ist ein Morgenmantel zu sehen
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Arbeit mit großen Künstlerinnen und Künstlern

Die hohe Qualität der Werkstätte in Apetlon ist in einschlägigen Kreisen längst bekannt. Seit mehreren Jahrzehnten pilgern namhafte Künstlerinnen und Künstler in den Seewinkel. In der Vergangenheit habe man etwa mit Hubert Schmalix, Max Weiler, Maria Lassnig, Markus Prachensky oder Hans Staudacher zusammengearbeitet.

„Auch einer der großartigsten Künstler Österreichs wie Herbert Brandl macht seine Einmaldrucke, das sind sogenannte Monotypien in Apetlon, weil er keine bessere Werkstätte dafür kennen würde als die von Chavanne“, sagt Klaus Ablrecht Schröder. So ist in der aktuellen Druckgrafik-Schau in der Albertina Modern auch eine Berg-Serie von Herbert Brandl zu sehen.