Menschen gehen in FUZO Eisenstadt
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Wirtschaft

Das war das Wirtschaftsjahr 2021

Für Burgenlands Wirtschaft war 2021 ein herausforderndes Jahr, geprägt von Lieferengpässen und stark steigenden Rohstoff- und Energiepreisen. Die vielen Wochen Lockdowns haben die meisten Betriebe erstaunlich gut überstanden. Die befürchtete Pleitewelle blieb bisher aus.

Menschenleere Einkaufsstraßen, geschlossene Geschäfte – es war ein schwieriges Jahr für den Handel, vor allem weil ein Teil des so wichtigen Weihnachtsgeschäftes verloren ging. Helfen sollten Aktionen wie „Click and Collect“ – für viele Händler allerdings nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein – mehr dazu in Weihnachtseinkäufe einmal anders und in Handel hofft auf Einkaufswochenende.

Weihnachtseinkäufe einmal anders, Click and Collect in kleineren Geschäften
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Viele Händler stellten in den Lockdowns auf „Click and Collect“ um

Lange Wartezeiten bei Autokäufen

Weitgehender Stillstand herrschte im Autohandel. Die Produktion stockt nach wie vor, er gibt noch immer Lieferengpässe und lange Wartezeiten – mehr dazu in Lange Wartezeiten auf Autos und in Lieferengpässe durch Rohstoffmangel.

Autohaus , Frieszl
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Beim Autokauf ist Geduld gefragt

Gut lief es hingegen für den Fahrradhandel, der eindeutig zu einem Gewinner in der Coronavirus-Pandemie wurde – mehr dazu in Fahrräder: Boom bei Kauf und Reparaturen.

Gute Entwicklung im Tourismus

Zusperren, aufsperren, zusperren – das prägte 2021 auch den Tourismus. Nach einem langen Lockdown im Frühjahr entwickelte sich der Fremdenverkehr ab Juni sehr erfreulich. Im Juli gab es sogar einen Nächtigungsrekord. Das Burgenland wurde von vielen Gästen aus dem Inland besucht und diese blieben auch länger als früher – mehr dazu in Burgenländer retten Sommertourismus und in Tourismus: Schwacher Start und starkes Finale.

Hotels und Thermen öffnen wieder   Sonnen-Therme Lutzmannsburg
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Der Tourismus kann auf eine gute Sommersaison zurückblicken

Aktionen wie das Bonusticket wurden vom Gast angenommen und vom Land verlängert – mehr dazu in Burgenland Tourismus: Dritte Auflage für Bonusticket. Bis weit in den Herbst hinein boomte der Tourismus. Der Lockdown ab Mitte November brachte aber erneut eine Zwangspause.

Wirtschaftshilfen zeigen Wirkung

Dank der Wirtschaftshilfen von Bund und Land überstanden viele Betriebe die Krise. Das Burgenland investierte und stützte damit die Konjunktur, allerdings um den Preis einer hohen Neuverschuldung. Ergebnis dieser Politik: Auf den Lockdown im Frühjahr folgte ein starker Aufschwung im Sommer. Burgenlands Wirtschaft kam vergleichsweise gut durch die Krise – mehr dazu in Konjunktur nimmt Fahrt auf.

Arbeitslosigkeit ging zurück

Rund 110.000 Menschen waren im November im Burgenland in Beschäftigung – um 3,3 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Rund 7.900 waren arbeitslos gemeldet, ein Minus von 21,1 Prozent. Die Zahl der Schulungsteilnehmer war mit etwa 1.800 etwas höher als im Vorjahr – mehr dazu in Weniger Arbeitslose im Vergleich zu 2020.

Arbeitsmarktdaten November 2021
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Die Auswirkungen des Lockdowns im Spätherbst sind in hier noch nicht abgebildet

Investitionen in Infrastruktur

Aktionen wie der Handwerkerbonus und Investitionen in die öffentliche Infrastruktur halfen der regionalen Wirtschaft. An der im Bau befindlichen S7 im Lafnitztal wird ein Businesspark errichtet, an dem zwölf Gemeinden beteiligt sind – mehr dazu in Riesiger Businesspark im Lafnitztal. In Oberpullendorf ist ein ähnlicher Park geplant – auch hier teilen sich die beteiligten Gemeinden Kosten und Erlöse – mehr dazu in Businesspark als Impuls für Mittelburgenland.

Südhub Startups
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Innovative Startups im Südhub Güssing

In Güssing unterstützt eine Servicestelle der Wirtschaftsagentur innovative Jungunternehmer in der Startphase. Es geht um die Umsetzung von Ideen wie Olivenanbau und Garnelenzucht – mehr dazu in Südhub: Erste Startups aufgenommen.

Aktiv war das Land auch bei der Schadensbegrenzung nach der Pleite Mattersburg. Es beteiligt sich an Unternehmen, die ohne Hilfe wohl nicht überlebt hätten, etwa die Dachdeckerei Zimmermann. Im Konkursverfahren der Bank meldeten rund 400 Gläubiger Forderungen von zirka 820 Millionen Euro an. Dieses Verfahren und einige Schadenersatzprozesse, die sich hauptsächlich gegen den Bund richten, sind noch nicht abgeschlossen.

Private Unternehmer wichtige Säule der Wirtschaft

Eine stabile Säule der heimischen Wirtschaft blieb auch 2021 das private Unternehmertum. Im Oktober eröffnete der Energieexperte Andreas Schneemann in Stegersbach ein privates Technologiezentrum zum Thema erneuerbare Energie. Er investierte rund drei Millionen Euro – mehr dazu in „Energie-Erlebniswelt“ in Stegersbach.

Die Textilfirma Vossen in Jennersdorf verzeichnete heuer einen Rekordumsatz – mehr dazu in Vossen: Rekordergebnis in der Krise. In Großhöflein eröffnete der Babyartikelerzeuger MAM eine neue Forschungszentrale – mehr dazu in Großhöflein: MAM-Forschungszentrale eröffnet und in Pöttelsdorf erweiterte Seal Maker die Produktion. Investitionsvolumen: 3,5 Millionen Euro. Das Familienunternehmen mit 120 Beschäftigten erzeugt Maschinen und Dichtungen und verkauft diese weltweit. ORF-Burgenland-Redakteur Norbert Lehner wollte im Interview mit Christina Glocknitzer, der Tochter des Gründers von Seal Maker, wissen, ob sie die Coronavirus-Krise noch ruhig schlafen lässt.

Christina Glocknitzer im Interview mit Norbert Lehner