Luftaufnahme des Feldwegs im Park von Schloss Lackenbach
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Kultur

Feldweg als Kunstinstallation

Im Park des Schlosses Lackenbach ist ein Kunstwerk des international renommierten und 2020 unerwartet verstorbenen Künstlers Lois Weinberger veröffentlicht worden. Seine Installation ist begehbar: Es handelt sich um einen Feldweg durch die Parkanlage.

Ein Rundweg führt durch den 22 Hektar großen Schlosspark von Schloss Lackenbach. In seiner Symmetrie und Harmonie ist die Anlage dem Ideal der Renaissance verpflichtet. Wer diesem Pfad folgt, findet am Wegesrand sieben kleine Häuser. Diese Wegrandhäuser sind jeweils Pflanzen gewidmet, die gern am Wegrand wachsen. Wer hier stehenbleibt, das Häuschen öffnet und kurz innehält, kann sich für einen Moment dem Alltag entziehen.

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Besucher kommen zu einem Wegrandhäuschen
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Besucher kommen zu einem Wegrandhäuschen
Luftaufnahme des Feldwegs im Park von Schloss Lackenbach
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Luftaufnahme des Feldwegs im Park von Schloss Lackenbach
Wegrandhäuschen
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Wegrandhäuschen
Skizze des Feldwegs mit den Wegrandhäusern
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Skizze des Feldwegs mit den Wegrandhäusern
Geschlossenes Wegrandhäuschen
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Geschlossenes Wegrandhäuschen
Wegrandhäuschen
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Geöffnetes Wegrandhäuschen
Besucher vor einem Wegrandhäuschen
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Besucher vor einem Wegrandhäuschen

Die Natur im Schlosspark sei ja gewaltig, Gräser seien mannshoch und die Bäume sprießten ins Unermessliche und dann öffne man so einen kleinen Raum und könne sich konzentrieren, sagte der Leiter von „Esterhazy Contemporary“, Vitus Weh. Das mache den Wesenskern so eines Häuschens aus, „diese unfassbare Konzentration am Lauf der Dinge“.

Spannungsfeld zwischen Natur und Zivilisation

Lois Weinberger setzte sich in seiner Kunst mit dem Spannungsfeld Natur- und Zivilisationsraum auseinandergesetzt. Er war damit auf der documenta in Kassel ebenso präsent wie bei der Biennale in Venedig. Sein Kunstverständnis findet sich auch in Lackenbach. Für ihren Mann sei der Renaissancegarten dort der Inbegriff eines Gartens oder Parks, so wie er sein sollte, gewesen, erzählte Franziska Weinberger: „Dass man da durch ein Feld geht, dass man Obstbäume sieht – das ist also eine solche Seltenheit geworden und das war eigentlich seine Vorstellung von einem Garten.“

Stempel, der Borkenkäfer-Fresswege symbolisiert
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Stempelabdruck

In den sieben Wegwarten liegt jeweils ein Stempel für die Gäste bereit, er bildet die verschlungenen Fresswege ab, die Borkenkäfer ziehen. Der Feldweg ist die letzte Installation, die Lois Weinberger noch vollenden konnte. Eine Wegwarte steht auch in Wien beim Belvedere 21 – dort wird dem Künstler im Juli eine Retrospektive gewidmet.