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Umwelt

Fertörakos: Umstrittener Seebad-Ausbau geht voran

Auf ungarischer Seite des Neusiedler Sees in Fertörakos schreiten die Bauarbeiten zum Ausbau des Hafens und des Strandbades voran. Das Projekt ist nicht unumstritten: Empörung gibt es vor allem von den Besitzern der Pfahlhäuser, die weichen müssen. Auch Umweltschützer fürchten negative Auswirkungen. Die Soproner hingegen begrüßen das Projekt.

Das Gelände der neuen Hafenanlage bei Fertörakos ist schon seit Monaten abgesperrt, lediglich die Besitzerinnen und Besitzer der Pfahlbauten haben noch Zugang zu ihren Häusern. Die Häuser, die als Superädifikat auf Stelzen im Wasser stehen, müssen bis Ende April abgetragen werden. Der Pachtvertrag wurde den Hausbesitzern gekündigt. Manche ließen die Häuser bereits auf eigene Kosten abtragen, andere wenige weigern sich. Das wohl bekannteste Pfahlhaus ist das „Haus im See“ des Spitzengastronomen Walter Eselböck. Von ihm heißt es in dieser Angelegenheit: kein Kommentar.

Fotostrecke mit 10 Bildern

„Haus im See“ in Fertörakos
ORF/Walter Schneeberger
Auch das „Haus im See“ muss dem Projekt weichen
„Haus im See“ in Fertörakos
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„Haus im See“
Pfahlbauten in Fertörakos
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Diese Bilder gehören der Vergangenheit an
Anlegestelle der Drescher Linie in Fertörakos
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Die Anlegestelle der Drescher Linie in Fertörakos
Haus auf dem Neusiedler See in Fertörakos
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So sah es einst in Fertörakos am See aus
Fertörakos
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Ein weiteres Bild aus der Vergangenheit
Pfahlbau in Fertörakos
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Die Häuser müssen dem Projekt weichen
Winterstimmung auf dem Neusielder See in Fertörakos
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Der See bei Fertörakos war im Winter auch bei Eisläufern sehr beliebt
Eisläufer auf dem Neusiedler See in Fertörakos
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Eislaufen in Fertörakos
Winterstimmung in Fertörakos
ORF/Walter Schneeberger
Winterstimmung auf dem See in Fertörakos

Widerstand von Beginn an

Umweltschützer kämpfen seit Bekanntwerden der Pläne gegen den Ausbau. Dieser sei aber nur die Spitze des Eisbergs, auch auf der burgenländischen Seite würden etwa die Verbauungen in Breitenbrunn, Neusiedl am See, Oggau oder Jois nicht mehr den Kriterien der UNESCO-Welterbekonvention entsprechen, sagt der Geschäftsführer der Organisation „Alliance for Nature“, Christian Schuhböck. „Als dann die Pläne für das Seebad Fertörakos im Laufe der Jahre 2017 bis 2019 immer mehr erweitert worden sind, haben wir uns dann entschlossen, an die UNESCO zu appellieren, sie möge doch die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See auf die rote Liste der gefährdeten Welterbestätten setzen“, so Schuhböck. Denn das Projekt in Fertörakos würde alles Dagewesene sprengen, so Schuhböck – mehr dazu in Fertörakos: Umweltschützer wenden sich an UNESCO.

Auf Facebook und auf Youtube wurden Videos gepostet, die die aktuelle Lage in Fertörakos zeigen.

75 Millionen Euro werden investiert

Geplant sind u. a. ein 100-Betten-Hotel, mehrere Bungalows, ein Strandbad, Yachthafen für mehrere Hundert Boote und ein Parkplatz für mehr als 800 Autos. Investitionsvolumen: 75 Millionen Euro. Die Bauarbeiten schreiten voran. Die Entscheidung über den Welterbestatus könnte Ende Juni in China bei der Sitzung der UNESCO fallen – so sie stattfinden kann. Im Vorjahr wurde sie coronavirusbedingt abgesagt.