Petschnig, Hofer
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Politik

Petschnig übernimmt FPÖ-Burgenland-Vorsitz

FPÖ-Parteichef Norbert Hofer übergibt der Vorsitz der FPÖ Burgenland an Alexander Petschnig. Das teilte die FPÖ am Donnerstagabend via Presseaussendung mit.

Die FPÖ Burgenland habe sich seit der letzten Landtagswahl in den Umfragen deutlich erholt, so die FPÖ in ihrer Aussendung. Es gebe eine große Chance, dass die FPÖ im Burgenland wieder zu ihrer alten Stärke gelange, so Hofer. Er habe der Landespartei die Starthilfe gegeben und die Entscheidung getroffen, sich voll auf die bundespolitischen Aufgaben zu konzentrieren.

Es sei nun Petschnigs Aufgabe, die weiteren Weichenstellungen für die Landesgruppe vorzunehmen, hieß es in der Aussendung. Das betreffe auch „die weitere Vorgangsweise rund um möglicherweise parteischädigendes Verhalten des ehemaligen Abgeordneten Manfred Haidinger“, darüber werde der Landesparteivorstand beraten.

Schwelende Personaldebatte in der FPÖ

Bei der FPÖ Burgenland schwelt seit dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl im Jänner eine Personaldebatte. Nach dem Rücktritt von Johann Tschürtz als Landesparteiobmann wurde zunächst Ex-Landesrat Petschnig in einer Präsidiumssitzung als Parteiobmann designiert. Dagegen regte sich aber Widerstand, der vom ehemaligen FPÖ-Landtagsabgeordneten Manfred Haidinger angeführt wurde. Daraufhin zog Petschnig seine Kandidatur als Parteiobmann zurück und Norbert Hofer sprang ein, um eine Kampfabstimmung beim FPÖ-Landesparteitag zu verhindern.

Doch Haidinger stieg auch gegen Hofer in den Ring. Letztendlich wurde Hofer mit 75,8 Prozent der gültigen Stimmen gewählt – mehr dazu in FPÖ-Wahl: Nur 75,8 Prozent für Hofer. Petschnig erhielt damals als Obmannstellvertreter 61 Prozent. Er war mit diesem eher bescheidenen Ergebnis damals aber der einzige Kandidat, der die erforderliche Zustimmung erreichte. Die weiteren Kandidaten, Christian Ries und Geza Molnar, scheiterten mit knapp 49 Prozent an der notwendigen Mehrheit – ebenso Manfred Haidinger, mit 45 Prozent.

Wirklich Ruhe kehrte auch nach dem Parteitag nicht ein: Anfang Oktober gab es vor einer zweitägigen Klausur des FPÖ-Parteivorstandes in St. Martin an der Raab (Bezirk Jennersdorf) Aufregung. In einem internen Schreiben Haidingers an die Vorstandsmitglieder wurde ein Parteiausschluss Tschürtz’ verlangt – mehr dazu in Brisante FPÖ-Klausur im Südburgenland. Schlussendlich war die Klausur aber dann – zumindest nach außen hin – ruhig verlaufen – mehr dazu in Ruhige FPÖ-Klausur trotz Personaldiskussion.