Sanochemia Entwicklung und Standort Neufeld
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Wirtschaft

Land übernimmt Sanochemia

Das Land Burgenland wird das insolvente Pharmaunternehmen Sanochemia übernehmen. Die Wirtschaft Burgenland GmbH (WiBuG) habe mit einem privaten Konsortium die GmbH neu gegründet und werde die gesamten Vermögenswerte der ehemaligen insolventen Sanochemia AG ankaufen.

Der Betriebsstandort sei damit gesichert, teilte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Mittwoch mit. Die 120 Arbeitsplätze der Firma mit Standort in Neufeld seien gesichert. Sie werden in der neuen Gesellschaft in einem Stufenplan bis Sommer 2020 eingestellt und die Produktion wieder voll hochgefahren, sagte Wirtschaftslandesrat Christian Illedits (SPÖ). Die Firmenzentrale werde von Wien nach Neufeld ins Burgenland wandern.

Patente, Lizenzen und Markenrechte erworben

Das Handelsgericht Wien habe den Verkauf an die neue GmbH am Dienstag bestätigt. Im Wesentlichen habe man die Liegenschaften der Sanochemia in Neufeld, den Maschinenpark, das Lager sowie sämtliche Patente, Lizenzen und Markenrechte erworben. „Ich bin sehr glücklich, dass wir den Fortbestand einer hochtechnologieorientierten Pharmazieproduktion im Burgenland absichern können“, betonte Doskozil.

Landeshaftung von drei Millionen Euro

49,90 Prozent an dem neu geschaffenen Unternehmen werden durch die EOSS Technology GmbH, 35,81 Prozent durch die b.e.imagine GmbH und 14,29 Prozent durch die WiBuG gehalten. Das Land Burgenland sichert durch die Übernahme einer Landeshaftung in der Höhe von drei Millionen Euro das für das Wachstum notwendige Working Capital ab. Ursprünglich war eine Sanierung der Sanochemia AG geplant. Das Management musste den Sanierungsplan aber infolge der Schließung der Produktion aufgrund der Coronakrise zurückziehen.

FPÖ kritisiert Übernahme

FPÖ-Wirtschaftssprecher Alexander Petschnig kritisierte in diesem Zusammenhang die sozialdemokratische Wirtschaftspolitik. Die Übernahme von Sanochemia sei ein strategieloses Ausgeben von Steuermillionen, die dann an anderer Stelle eklatant fehlen und schlussendlich mit einem hohen Risiko eines Totalausfalls behaftet sind, so Petschnig.