Foilder Klimastrategie des Landes
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Politik

75 Maßnahmen gegen Klimawandel

Umweltlandesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) hat am Montag die Klima- und Energiestrategie des Landes präsentiert. Das Konzept umfasst 75 Maßnahmen in zehn Themenfeldern, von der Energiegewinnung, über die Mobilität bis hin zur Bewusstseinsbildung. Die Strategie soll das Burgenland langfristig klimaneutral machen.

Für die Präsentation der Klima- und Energiestrategie suchte sich die zuständige Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) den Energieturm in der Villa Vita in Pamhagen (Bezirk Neusiedl am See) aus – mit Blick auf die sensible Natur des Seewinkels. Denn genau diese Natur und das Klima des Burgenlandes gelte es zu schützen.

„Zeitfenster für Maßnahmen schließt sich langsam“

„Unser Klima verändert sich jetzt schon, die Sommer werden heißer, die Niederschläge zwar weniger, aber wenn sie auftreten, dann umso heftiger. Bereits zu Jahresbeginn haben wir im Rahmen des ersten burgenländischen Klimagipfels auch erfahren, dass die globale Klimaerwärmung nicht mehr aufzuhalten ist, aber sie ist in ihren Folgen immer noch einzudämmen auf ein erträgliches Maß“, sagte Eisenkopf.

Astrid Eisenkopf präsentiert die Klimastrategie des Landes
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Landesrätin Eisenkopf präsentierte die Klima- und Energiestrategie in Pamhagen.

Einer Studie aus dem Jahr 2017 zufolge werde es – sofern keine weiteren Klimaschutzmaßnahmen gesetzt werden – auf das Burgenland bezogen rund 32 Hitzetage mehr und 16 Frosttage weniger geben. „Das Zeitfenster für Maßnahmen schließt sich langsam“, sagte Eisenkopf.

„Viele Maßnahmen bereits umgesetzt“

Im Burgenland seien bereits viele Maßnahmen umgesetzt worden, etwa beim Ausbau der Windenergieanlagen – jedes dritte Windrad Österreichs stehe im Burgenland. Die Windkraftproduktion betrage zwischen 130 und 180 Prozent des landesweiten Stromverbrauchs. Ziel sei es, bis 2050 den gesamten Energiebedarf aus erneuerbarer Energie zu decken und so auch Klimaneutralität zu erreichen.

Gespräch mit Landesrätin Astrid Eisenkopf

Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) über die burgenländische Klima- und Energiestrategie.

Vorzeigeprojekte in zehn Themenfeldern

In jedem der zehn thematischen Maßnahmenfelder gebe es ein Vorzeigeprojekt. Mit der Umsetzung sei teilweise schon begonnen worden. So soll beispielsweise die Landesverwaltung klimaneutral werden. Dies umfasse unter anderem den Ausstieg aus Ölheizungen in öffentlichen Gebäuden. Auch einige Gemeinden hätten schon rückgemeldet, dass sie bereit wären, auf alternative Systeme umzustellen, berichtete die Landesrätin.

Photovoltaikoffensive und alternative Antriebe

Auch eine Evaluierung der Dachflächen im Bereich der Burgenländischen Landesholding wurde durchgeführt – über 18.000 Quadratmeter Dachflächen sollen in einem ersten Schritt für Photovoltaikanlagen zur Verfügung gestellt werden, erläuterte Eisenkopf. Zu den geplanten Maßnahmen zählt weiters die Vermeidung von Dienstreisen, soweit dies möglich sei, und ein zusätzliches Angebot an Teleworking. Der Fuhrpark des Landes soll in den kommenden Jahren auf alternative Antriebe umgestellt werden.

Foilder Klimastrategie des Landes
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Die Klima- und Energiestrategie des Landes

Allein die Energie Burgenland soll bis 2025 rund 233 Mio. Euro in moderne Photovoltaikanlagen investieren. Bis 2025 wolle man die PV-Flächen verzehnfachen. Im Bezirk Neusiedl am See sollen ab Herbst 2020 15 Wasserstoff-Busse rollen und bis 2024 sollen weitere 14 dazukommen.

Heizungsaustausch und Bewusstseinsbildung

Unter anderem durch Heizungstausch und eine Anhebung der Sanierungsquote sollen die Emissionen im Gebäudebereich gesenkt werden. Bis 2030 sollen alle Ölheizungen durch klimafreundliche Alternativen ersetzt werden.

Eine wichtige Rolle kommt der Bewusstseinsbildung zu: Unter anderem wolle man eine Klima- und Energieberatung für Gemeinden und Unternehmen einrichten. Im Bereich der Mobilität sollen die Treibhausgasemissionen etwa durch eine Verdichtung der Bahnverbindungen auf den bestehenden Strecken und einen Ausbau des Mikro-Öffentlichen Verkehrs sowie des E-Tankstellennetzes reduziert werden. Auch in den Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz, Abfallwirtschaft und Raumplanung sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen.

Strategie alle drei Jahre evaluieren

Die in einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsprozess entwickelte Klimastrategie soll alle drei Jahre durch eine unabhängige Arbeitsgruppe evaluiert werden, kündigte die Landesrätin an. Die Strategie solle „ein lebendes Dokument“ sein. „Auf die Bio-Wende soll nun die Klimawende im Burgenland folgen“, sagte Eisenkopf.

Grüne: „Richtung stimmt, Tempo nicht“

Die Landessprecherin der Grünen, Regina Petrik, zeigte sich in einer Presseaussendung erfreut über das vorliegende Programm, das „in einigen Ansätzen durchaus ambitioniert“ sei. Zentrale Punkte des Klimaschutzes, wie die Eindämmung des Bodenverbrauchs, fehlen laut Petrik allerdings. Im Bereich der Mobilität sei das Programm insgesamt sehr zurückhaltend. „Es fehlt der Mut zu sagen, dass eine wirksame Klimastrategie, die die nachhaltige Reduktion des CO2-Ausstoßes anstrebt, eine Reduktion des Autoverkehrs beinhalten muss“, so Petrik.