Chronik

Andrea Fraunschiel gestorben

Andrea Fraunschiel, die frühere Bürgermeisterin von Eisenstadt, ist tot. Die ÖVP-Politikerin starb am Sonntag im Kreise ihrer Familie, teilte das Rathaus am Abend mit. Die Eisenstädter Ehrenbürgerin war 64 Jahre alt.

Die am 8. Mai 1955 in Eisenstadt geborene Fraunschiel studierte nach dem Ende ihrer Schullaufbahn bis 1978 Anglistik und Geschichte an der Universität Wien. Beruflich war sie in der Erwachsenenbildung tätig.

19 Jahre lang Mitglied des Gemeinderates

Ihre kommunalpolitische Laufbahn startete Fraunschiel nach der Gemeinderatswahl am 10. November 1992 als Gemeinderätin der Freistadt Eisenstadt. Sie war in der Folge mehr als 19 Jahre lang Mitglied des Gemeinderates. In dieser Zeit gehörte sie auch dem Stadtsenat an, war Erste Vizebürgermeisterin und wurde am 24. Jänner 2007 als erste Frau in das Amt des Eisenstädter Bürgermeisters gewählt. Diese Funktion übte sie bis November 2011 aus.

Neben ihren kommunalpolitischen Funktionen war Fraunschiel auch Mitglied des Bundesrates und Abgeordnete des Burgenländischen Landtages. Die Ehrenbürgerschaft der Heimatstadt wurde ihr im November 2015 verliehen.

Andrea Fraunschiel
Stadtgemeinde Eisenstadt
Andrea Fraunschiel

Steiner: „Große Eisenstädterin und großartiger Mensch“

Fraunschiel habe „viele Initiativen gesetzt, die zu der hohen Lebensqualität in Eisenstadt entscheidend beigetragen haben“, erinnerte der amtierende Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) am Sonntagabend. Schwerpunkte ihrer Arbeit seien Lebensqualität, Bildung und Generationen gewesen. „Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand immer der Mensch.“ Steiner: „Wir verlieren mit Andrea Fraunschiel eine große Eisenstädterin und einen großartigen Menschen.“

Auch der ÖVP-Landtagsklub würdigt die Verstorbene. Abseits ihrer politischen Erfolge sei es ihre menschliche Art und ihr wertschätzender Umgang mit anderen Menschen, der Fraunschiel ausgezeichnet habe, sagte ÖVP-Klubobmann Christian Sagartz. Für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) war Fraunschiel eine „kompetente und engagierte Politikerin mit Handschlagqualität, die auch einen sehr menschlichen Zugang zur Politik hatte“. In allen ihren politischen Ämtern sei für Fraunschiel das Wohl der Menschen an erster Stelle gestanden, so Doskozil.

Große Bestürzung über alle Parteigrenzen hinweg

Tief betroffen vom Ableben von Andrea Fraunschiel zeigt sich auch Landtagspräsidentin Verena Dunst. „Mit Andrea Fraunschiel verlieren wir eine große Persönlichkeit, die über alle Parteigrenzen hinweg geschätzt wurde. Als erste Bürgermeisterin von Eisenstadt hat sie in der Landeshauptstadt Pionierarbeit geleistet und war vielen Frauen ein großes Vorbild“, so Dunst.

Als „begeisterte Eisenstädterin“ bezeichnete der Eisenstädter Stadtparteiobmann Geza Molnar (FPÖ) Fraunschiel. Sie sei eine sehr herzliche und aufrichtige Kollegin gewesen, die stets größten Wert auf ein gesundes zwischenmenschliches Miteinander gelegt hat, so Molnar.

„Mit Bestürzung“ haben die burgenländischen Grünen vom Ableben Andrea Fraunschiels erfahren. „Andrea Fraunschiel war eine offenherzige Frau, der das Gespräch mit allen wichtig war. Als Bürgermeisterin setzte sie sich besonders für die Bildungseinrichtungen in Eisenstadt ein. Ich schätzte sie sehr für ihre respektvolle, freundliche Art“, erklärte Landesparteisprecherin Regina Petrik.

Trauersitzung des Gemeinderates

Für die Bevölkerung wird es in den kommenden Tagen die Möglichkeit geben, sich im Rathaus in das Kondolenzbuch einzutragen. Am Freitag wird um 11.00 Uhr eine Trauersitzung des Eisenstädter Gemeinderates abgehalten. Um 14.00 Uhr finden im Martinsdom die Trauerfeierlichkeiten statt, danach folgt die Beisetzung am städtischen Friedhof.