Prozess zum Flüchtlingsdrama auf der A4 Ostautobahn
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Chronik

Flüchtlingsdrama – Verfahren wird fortgesetzt

Mit den Plädoyers der Verteidiger wird am Donnerstag das Berufungsverfahren in Szeged (Ungarn) im Fall von 71 in einem Kühl-Lkw erstickten Flüchtlingen – gefunden auf der A4 (Ostautobahn) – fortgesetzt. In der vergangenen Woche wurde das Beweisverfahren abgeschlossen.

Der Staatsanwalt fordert lebenslang für die vier Hauptangeklagten. Nach einem weiteren Verhandlungstag am Freitag sollen am 20. Juni die Urteile verkündet werden.

Erste Instanz: 25 Jahre Haft

In erster Instanz war ein Gericht im südungarischen Kecskemet mit seinen Urteilen von jeweils 25 Jahren für die vier Hauptangeklagten unter dem von der Anklage geforderten Strafausmaß geblieben. Bei den Hauptbeschuldigten soll es sich um den Kopf der Schlepperbande, seinen Stellvertreter und den Fahrer jenes Kühl-Lkw handeln, in dem die 71 Migranten erstickten, sowie um den Lenker eines Begleitautos.

Prozess zum Flüchtlingsdrama auf der A4 Ostautobahn
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Das Medieninteresse bei den Prozessen rund um das Flüchtlingsdrama auf der A4 ist groß

Die Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan starben am 26. August 2015 auf ungarischem Gebiet. Ihre Leichen wurden tags darauf in dem in einer Pannenbucht der Ostautobahn (A4) bei Parndorf im Burgenland abgestellten Lastwagen entdeckt. Unter den Toten waren die Kinder eines irakischen Jesiden, 14 und 16 Jahre alt. Ö1-Reporter Bernt Koschuh hat den Vater der Verstorbenen im Irak getroffen – mehr dazu in Flüchtlingsdrama in Parndorf: Der Schmerz des Vaters.