Oster-Botschaft: Bischof tritt für EU ein

Heuer ist die Oster-Botschaft von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics wieder eine zutiefst politische: „Europa braucht vieles, aber am meisten Dich!“, damit betitelt er den Osterbrief, der in allen Pfarren verlesen wird. Zsifkovics ist derzeit auch Österreichs Europa-Bischof.

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics wirbt in seinem Osterbrief für die EU als Friedensprojekt. In den Wochen vor der Europa-Wahl wird ein Bild des Künstlers Heinz Ebner den Bischofshof in Eisenstadt zieren, mit dem Aufruf: „Europa braucht vieles, aber am meisten Dich!“. Im Gespräch mit Hannes Auer erklärte der Bischof, warum er für Europa eintritt: „Wir Europäer tragen in uns diese christliche DNA, denn wir sind sozusagen auf drei Hügeln entstanden. Das ist zum einen der Hügel von Golgota, der uns ja das ganze Leid, den Tod und die Auferstehung Jesu vor Augen bringt, dann vor allem die Akropolis, wo diese Person, das Individuum sehr stark in den Mittelpunkt gestellt wird, und das Kapitol in Rom, wo vor allem auch das Recht im Mittelpunkt ist. Das sind Dinge, die gehören zur DNA Europas, und deshalb müssen wir uns dieser Dinge wieder neu bewusst werden und Europa wieder neu denken.“

Zsifkovics im Gespräch

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics spricht mit Hannes Auer über seine Oster-Botschaft und aktuelle Themen.

Viel von gemeinsamen Europa profitiert

Zsifkovics ruft in diesem Zusammenhang auch dazu auf, zur Europa-Wahl zur gehen, besonders an die Burgenländerinnen und Burgenländer gerichtet. Es sei eine Frage des Anstands und der Ehre, zu dieser Wahl zu gehen. „Ich möchte und Burgenländer erinnern und damit auch alle Europäer, dass wir wohl am meisten oder sehr viel von diesem gemeinsamen Europa profitiert haben. Wir sind vom Rand in die Mitte gerückt. Und für uns müsste auch klar sein, dass wir von Europa genommen haben und Europa und gegeben hat, und dass jetzt auch wir in dieser schwierigen Phase Europa unsere Stimme geben sollen. Denn es hat so lange in Europa schon keine Zeit gegeben, wo nicht Krieg, wo jetzt Frieden herrscht, und das müsste uns das eigentlich wert sein.“

Der Bischof im Interview

ORF

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics

Neue Karfreitagsregelung

Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics nahm aus Solidarität mit der evangelischen Kirche am Karfreitagsgottesdienst in Gols teil - auch um zu zeigen, dass das Leiden und die Auferstehung Christi das gemeinsame Fundament der beiden Kirchen ist. Die Zahl der Gottesdienst-Besucher am Karfreitag sei - auch aus Protest - gestiegen, so Superintendent Manfred Koch. Bischof Michael Bünker kündigte im Studiogespräch mit Elisabeth Pauer am Karfreitag in „Burgenland heute“ an, dass zu der neuen Karfreitagsregelung bald eine Verfassungsklage eingereicht werde - mehr dazu in Karfreitag: Protest und Solidarität.