Frauenmord in Krumbach: Ex-Frau spricht

Die hohe Anzahl der Frauenmorde in Österreich hat eine Sicherheitsdiskussion ausgelöst. Beim Mord in Krumbach (Niederösterreich) stammte der mutmaßliche Täter aus Neufeld/Leitha. Warnungen gab es im Vorfeld genug.

Wie aus heiterem Himmel - ohne Vorwarnung und Anzeichen - dürfte der Mord in Krumbach nicht passiert sein. Der mutmaßliche Täter Roland H. war den Behörden bekannt. Sein Opfer, die 50-jährige Ex-Lebensgefährtin, hatte ihn Wochen vor der Bluttat wegen gefährlicher Drohung und Stalkings angezeigt - mehr dazu in Mord in Krumbach: 50-Jährige erstochen, Krumbach: Mann gesteht Tötung der Ex-Freundin und Krumbach: Verteidiger spricht von „Filmriss“.

Erika M. spricht über ihren Ex-Mann und mutmaßlichen Mörder Roland H.

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Bis 2012 war Erika M. mit dem mutmaßlichen Mörder verheiratet

Erika M., die Ex-Frau des geständigen Burgenländers, war mit dem Mann sieben Jahre lang in Neufeld an der Leitha verheiratet. Laut der 46-Jährigen ist des regelmäßig zu Übergriffen gekommen, die sie bei der örtlichen Polizei auch angezeigt hatte. Das Martyrium hat nach der Trennung begonnen. Roland H. begann die 46-jährige Neufelderin zu stalken, schickte ihr unzählige SMS und rief sie ständig an. Er beschimpfte sie in aller Öffentlichkeit, drohte ihr und schlug sie.

Der Mordfall von Krumbach:

21.01.2019 auf ORF2:

  • „Burgenland heute“, 19.00 Uhr
  • „Thema“, 21.11 Uhr

Zuständigkeit in Niederösterreich

Erika M. habe sich selbst gefragt, warum die Polizei nicht schon vorher eingegriffen habe oder der Mann nicht in psychiatrische Behandlung gekommen sei. „Ich habe Angst um seine Ex-Lebenspartnerin gehabt. Ich habe mir gedacht, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis etwas passieren wird“, so Erika M. im Interview mit ORF Burgenland-Redakteur Christian Hofmann.

Erika M. spricht über ihren Ex-Mann und mutmaßlichen Mörder Roland H.

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So präsentierte sich Roland H. im Internet

Erika M. lebte in ständiger Angst, und das trotz der Trennung und der neuen Beziehung ihres Ex-Mannes Roland H. in Krumbach. Nicht nur einmal rief sie die Polizei, sie erstattete auch Anzeige. „Ich habe ein paar Mal die Polizei angerufen und gesagt, dass er mich wieder sekkiert und nicht in Ruhe lässt und wieder vor der Haustüre steht. Es hat alles nichts geholfen. Er hat es immer wieder gemacht. Mir waren die Hände gebunden“, so die Ex-Frau.

Erika M. warnte späteres Mordopfer

Vor einem Jahr kam es dann auch in Krumbach zur Trennung. Die 50-jährige Lebensgefährtin beendete die Beziehung. Erika M. nahm daraufhin Kontakt mit der Frau auf. „Ich habe dann mit ihr geredet und ihr gesagt, dass sie aufpassen muss. Der Mensch ist unberechenbar. Darum bin ich jetzt auch so erschüttert, dass es so weit kommen hat müssen, dass er einen Mord begehen hat müssen, damit er weggesperrt wird“, so Erika M..

„Der Mensch ist unberechenbar“

Erika M. erzählt im Interview mit ORF-Burgenland-Redakteur Christian Hofmann, wie sie das spätere Mordopfer vor Roland H. warnte.

Ermittelnde Behörde in dem Mordfall Krumbach ist die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, betont Helmut Marban, Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland. „Zu diesem Fall kann ich nichts sagen, weil die Ermittlungen in Niederösterreich liegen“, so Marban.

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Sozialarbeiterin Kerstin Bedenik

Sozialarbeiterin Kerstin Bedenik vom Frauenhaus Eisenstadt im Gespräch mit Martin Ganster.

Großteil der Morde sind Beziehungstaten

Das Sicherheitspolizeigesetz sieht vor, dass die Behörde ein Betretungsverbot und eine Wegweisung zum Schutz vor dem Opfer verhängen kann. Dieses Betretungsverbot gilt 14 Tage. „Es wird eine örtlich zuständige Opferschutzeinrichtung informiert. Dann ist diese zweiwöchige Frist dazu da, dass Maßnahmen ergriffen werden. Es gibt Gespräche mit dem Opfer und dem Gefährder, um ihn davon abzuhalten, weitere Gefährdungen durchzuführen“, so Marban.

Erika M. spricht über ihren Ex-Mann und mutmaßlichen Mörder Roland H.

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Erika M. im Gespräch mit ORF Burgenland-Redakteur Christian Hofmann

Die Kriminalstatistik zeigt, dass der Großteil der Morde als Beziehungstaten geführt werden, bei denen der Partner seine Ex-Partnerin tötet. Österreichweit hat es davon im Vorjahr im vergangenen Jahr 45 Fälle gegeben, heuer bislang fünf - der letzte Mord hat sich erst am Montag in Niederösterreich ereignet - mehr dazu in 32-jährige Frau auf Parkplatz in Tulln erstochen. Die meisten Morde passieren übrigens unmittelbar nach einer Trennung.