Lila Fassade am Weltfrühgeborenentag

Am Samstag ist der Weltfrühgeborenentag. Dieser wird auch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt begangen. Dafür hat die Kinderabteilung einen Infostand vorbereitet und die Fassade des Spitals soll lila bestrahlt werden.

Ab 17.00 Uhr erstrahlt die Fassade des Krankenhauses in der Farbe Lila. Damit und mit dem Infostand der Kinderabteilung soll auf die Bedürfnisse von Frühgeborenen und ihren Eltern aufmerksam gemacht werden.

Vater Christoph Rathpoller, Primarius Wagentristl

ORF/Sarah Tesch

Primararzt Hans Peter Wagentristl u. Christoph Rathpoller, ein betroffener Vater

Frühgeburtlichkeit durch Infektionen oder Stress

Frühgeborene sind Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Die Gründe dafür können verschieden sein, erklärt Primararzt Hans Peter Wagentristl vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt: „Frühgeburtlichkeit ist oft dadurch verursacht, dass es zu Infektionen kommt, die oft sehr schleichend sind, die aber trotzdem letzten Endes eine Wehentätigkeit in Gang setzen können. Außerdem wird Frühgeburtlichkeit durch Stressfaktoren und häufig auch durch Mehrlingsschwangerschaften verursacht.“

Besondere Bedürfnisse der Kinder und Eltern

Auch für Eltern ist diese Erfahrung oft sehr schwierig. Umso mehr müsse man auf die Probleme von Familien mit zu früh geborenen Kindern aufmerksam machen, so Wagentristl: „Ganz wichtig ist es, das Bewusstsein zu wecken, dass diese kleinsten Erdenbürger eine ganz besondere Aufnahme und Pflege brauchen. Aber nicht nur die Frühgeborenen selbst, sondern vor allem auch ihre Eltern.“

Krankenhaus Eisenstadt lila beleuchtet

Krankenhaus Eisenstadt

Das Krankenhaus Eisenstadt wird am Weltfrühgeborenentag lila beleuchtet

„Man funktioniert dann plötzlich nur“

Ein betroffener Elternteil ist etwa Christoph Rathpoller. Er weiß, wovon er spricht, wenn er sagt, es „trifft einen wie ein Schlag aus heiterem Himmel“. Der Oberpetersdorfer hat mit seiner Frau vor knapp zwei Jahren Zwillinge bekommen, und das mehr als fünf Wochen zu früh. „Man hat eigentlich gar nicht wirklich die Möglichkeit, sich auf so etwas einzustellen. Man funktioniert dann plötzlich nur“, erzählt der Familienvater. Er hatte anfangs auch Hemmungen, seine Kinder im Brutkasten zu berühren. „Im ersten Moment steht man da und man empfindet es irgendwie als unrealistisch, dass das seine eigenen Kinder sind.“

Besondere Gefährdung gegenüber Infektionen

Kommen Kinder zu früh auf die Welt, haben sie häufig mit Atemschwierigkeiten, Herzfehlern und anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Daher brauchen sie in der ersten Lebenszeit eine ganz besondere Betreuung. „Sie haben eine besondere Gefährdung gegenüber Infektionen, und das sind oft ganz banale Infektionen wie Schnupfenviren, die den Kindern durchaus schwer zu schaffen machen können“, sagt Primararzt Wagentristl.

Als Grenze der Überlebensfähigkeit wird derzeit die 23. Schwangerschaftswoche angesehen. Im Krankenhaus Eisenstadt werden jährlich etwa 80 bis 100 Frühgeborene betreut.