Rotes Kreuz Flüchtlingsbewegung 2015
ORF
ORF
„MENSCHEN MIT GESCHICHTE(N)“

Rotes Kreuz: Dauereinsatz an der Grenze

Im Herbst 2015 fand eine der größten Flüchtlingsbewegungen, die es im Burgenland jemals gegeben hat, ihren Höhepunkt. Allein bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) kamen an manchen Tagen bis zu 20.000 Menschen über die Grenze.

Das Rote Kreuz versorgte die Flüchtlinge mit Essen, Trinken, Kleidung und Medikamenten. Friederike Pirringer, heute Präsidentin des Roten Kreuzes Burgenland, war damals Bezirksstellenleiterin von Neusiedl am See und an der Grenze im Dauereinsatz.

Pirringer: „Das werde ich nie vergessen“

„Es war der 24. Mai 2015. Das weiß ich wirklich noch genau. Am Pfingstsonntag, hat am Nachmittag das Bezirkspolizeikommando um Unterstützung gebeten, weil in ihrem Hof schon den ganzen Tag an die 50 Menschen gestanden sind, die Versorgung gebraucht haben“, erzählte Pirringer. Diese Bilder bekomme man, ein Leben lang, nicht mehr aus dem Kopf. „Wenn Tausende von Menschen kommen und erschöpft sind, hungrig sind, Verletzungen haben. Das war eine ganz, ganz enorme Herausforderung und auch eine enorme Leistung, von allen Menschen, die dort gearbeitet haben“, so Pirringer.

Fotostrecke mit 5 Bildern

Rotes Kreuz Flüchtlingsbewegung 2015
ORF
Friederike Pirringer
Rotes Kreuz Flüchtlingsbewegung 2015
ORF
Das Rote Kreuz war im Dauereinsatz
Rotes Kreuz Flüchtlingsbewegung 2015
ORF
Unter den tausenden Menschen waren auch viele Kinder
Rotes Kreuz Flüchtlingsbewegung 2015
ORF
Bis zu 20.000 kamen täglich im Burgenland an
Rotes Kreuz Flüchtlingsbewegung 2015
ORF
Die Jubiläumsausstellung auf Burg Schlaining befasst sich auch mit dem Roten Kreuz

Das Rote Kreuz hat diese Bewährungsprobe bravourös bestanden – Daran erinnert auch die Jubiläumsausstellung auf Burgen Schlainig. Emotional besonders bewegend waren für die Helferinnen und Helfer die Begegnungen mit Kindern. Einmal sei ein fünf Jahre altes Kind zu ihr gekommen und habe um ein T-Shirt gebeten. „Ich habe ihm dann eines gegeben, bin mit ihm zu seiner Mama gegangen und dann hat er mir gezeigt, dass in sein T-Shirt ein wenige Tage altes Baby eingewickelt war, das auf den Feldern in Ungarn zur Welt gekommen ist. Das werde ich nie vergessen“, sagte Pirringer.

Rotes Kreuz: Dauereinsatz an der Grenze

Unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer

Begeistert haben Friederike Pirringer die tausenden freiwillige Helfer, die aus halb Europa gekommen sind, um zu helfen. „Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes haben sozusagen die Strukturen gestellt und Führungsaufgaben übernommen. Und alle Freiwilligen haben sich eingegliedert und mitgeholfen. Es war eine Welle der Hilfsbereitschaft, es war anstrengend, es war schwierig, aber es war einfach großartig“, so Pirringer.