Burgunderweine im Glas
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„Pannonische Weinkultour“

Die Wurzeln der Burgundersorten

Die elfte Folge der Weinserie des ORF Burgenland führt an den Neusiedler See. In der Geschichte geht es zurück an den Beginn des 13. Jahrhunderts. Damals wurden die Burgundersorten Pinot gris und Pinot noir im heutigen Burgenland angesiedelt. Der Ursprung liegt in Frankreich.

Die Burgunderrebsorten haben vor allem im Nordburgenland, im Gebiet östlich des Neusiedler Sees, eine jahrhundertelange Tradition. Die Wurzeln reichen ins Mittelalter zurück. Vor allem der Orden der Zisterzienser trug entscheidend zur Besiedelung des westungarischen Raums bei.

Burgundertrauben
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Burgundertrauben

Nach einer Schenkung durch den ungarischen König Andreas II. legten die kirchlichen Grundherren im Gebiet östlich des Neusiedler Sees Weingärten an. Dafür wurden aus dem Mutterland des Ordens bewährte Rebsorten geholt. Dazu gehörten neben Pinot noir, der blauen Burgunder, und Pinot gris, dem Grauburgunder auch Chardonnay und Pinot blanc, der Weißburgunder.

Sendungshinweis

„Pannonische WeinKULTour“, 3.9.2022, 19.20 Uhr, ORF 2 Burgenland

Eleganz im Glas

Aus den weißen Rebsorten wurden zur Zeit der Zisterziensermönche Messweine gekeltert. Der Grauburgunder gedeiht, wie der Podersdorfer Winzer Josef Lentsch aus jahrzehntelanger Erfahrung beurteilen kann, nahe dem Neusiedler See besonders gut. In Podersdorf wächst er auf den sandigen Böden des Seedamms, in einer Riede mit dem urigen Namen Schrammel. Das Gebiet trägt auch den Namen Karmazick, was auf die Urgesteinsböden hindeutet.

Spiegelung von Gläsern mit Burgunderweinen auf einem Fass
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Generationen im Weinbau

Auf den Pinot noir hingegen wirke sich der Klimawandel bereits aus, erklärte Josef Lentsch. Pinot noir gilt als besonders anspruchsvoll, oft wird die Rebsorte deshalb sogar als launisch bezeichnet. Gerade die Feingliedrigkeit und Raffinesse, die eingefleischte Freunde dieser Rebsorte schätzen, könnte etwas verloren gehen, fürchtet der Podersdorfer Burgunderspezialist: „Die Trauben werden noch genauso gut wachsen, aber der Charakter wird sich ein bisschen verändern.“

Im Familienbetrieb ist bereits die vierte Generation für den Fortbestand der bewährten Kombination aus Weinbau, Gastronomie und Gastfreundschaft verantwortlich. Tochter Christine sorgt mit ihrem Ehemann Andreas Glück sprichwörtlich für frischen Wind mit einer neuen Weinlinie als Ergänzung zu den barocken Burgundern, für die Josef Lentsch weithin bekannt ist.