100 Jahre Burgenland im April: Eisenstadt wird zur Landeshauptstadt
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„100 Jahre Burgenland“

Von April 1921 bis heute – Sehenswertes aus dem Archiv

Das Jubiläum „100 Jahre Burgenland“ gibt heuer Gelegenheit zurückzuschauen. Wie jedes Monat in diesem Jubiläumsjahr hat auch im April ORF-Burgenland-Redakteur Günter Welz wieder im Archiv gekramt, und dabei einiges gefunden.

Die Aprilzeitreise beginnt im Jahr 1921, als Ex-Kaiser Karl in Jennersdorf empfangen wurde. Nach seinem gescheiterten Rückkehrversuch auf den ungarischen Thron im April 1921 fuhr Karl mit der Eisenbahn zurück ins Schweizer Exil und blieb dabei auch in Jennersdorf stehen. Beim Warten auf den Anschlusszug wurde Karl ein herzlicher Empfang bereitet.

Am 22. April 1924 starb Robert Davy im Alter von nur 57. Davy war der Landesverwalter – also quasi Landeshauptmann – des jungen Burgenlandes. Als Beamter im Ministerium leitete er die interministerielle Kommission für die Landnahme des Burgenlandes. 1922 legte er seine Funktion zurück.

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100 Jahre Burgenland im April: Kaiser Karl in Jennersdorf
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1921: Kaiser Karl in Jennersdorf
100 Jahre Burgenland im April: Lavy
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1924: Robert Davy stirbt
100 Jahre Burgenland im April: Eisenstadt wird zur Landeshauptstadt
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1925: Der burgenländische Landtag macht Eisenstadt zur Landeshauptstadt
100 Jahre Burgenland im April: Überschwemmungen
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1963: Überschwemmungen im Südburgenland
100 Jahre Burgenland im April: Weinskandal
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1985: Weinskandal erschüttert das Burgenland
100 Jahre Burgenland im April: Tschernobyl
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1986: Die Katastrophe in Tschernobyl hat auch auf die burgenländischen Salatbauern Auswirkungen
100 Jahre Burgenland im April: Gertraud Knoll
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1998: Gertraud Knoll tritt bei der Bundespräsidentschaftswahl an
100 Jahre Burgenland im April: Simandl
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2012: Im April kam der BEGAS-Skandal rund um Vorstandsdirektor Rudolf Simandl ans Licht

Am 30.April 1925 macht der burgenländische Landtag Eisenstadt zur Landeshauptstadt. Die Landtagsabgeordneten tagten seit 1921 in der Martinskaserne in Eisenstadt, die Landesverwaltung saß damals in Bad Sauerbrunn. „Das war natürlich keine dauerhafte Lösung. Es gab verschiedene Stimmen damals. Es war auch Wiener Neustadt im Gespräch, sowie natürlich Sauerbrunn und Eisenstadt. Der damalige Bürgermeister Aemilian Necesany von Eisenstadt, hat schon relativ früh gesagt, dass Eisenstadt Hauptstadt werden muss. Er hat sich dafür ziemlich ins Zeug gelegt“, so Historikerin Brigitte Kriszanits. Bei der Abstimmung konnte sich Eisenstadt im zweiten Wahlgang durchsetzen.

Überschwemmungen und der Weinskandal

Im April 1963 kam es zu Überschwemmungen im Südburgenland. Eisstöße gefährdeten die Brücken über der Pinka und der Lafnitz. Das Bundesheer musste sogar Eisschollen sprengen. Im April 1985 deckt eine anonyme Anzeige den Weinskandal auf. Einige wenige Bauern veränderten ihren billigen Tafelwein mit dem giftigen Frostschutzmittel Diaethylenglycol in teuren Prädiaktswein, einige mussten dafür ins Gefängnis gehen. Die Exporte und die Preise brachen ein. Ein neues strenges Weingesetz wurde beschlossen, damit wurde der burgenländische Wein später zur weltweit geschätzten Marke.

Sendungshinweis:

„Burgenland heute“, 24.04.2021, 19.00 Uhr, ORF2

Am 26.April 1986 kam es zum Supergau im Kernkraftwerk Tschernobyl in der heutigen Ukraine. Eine radioaktive Wolke bewegte sich über Europa, mit bis heute unbekannten Folgen. Nachdem in Salatproben das Siebenfache des unbedenklichen Wertes an radioaktiver Strahlung festgestellt werden konnte, wurde der Verkauf von Frischgemüse – auch aus dem Seewinkel – verboten.

Gertraud Knoll im Rampenlicht

Am 28. April 1994 wurde Gertraud Knoll zu Österreichs erster Superintendentin gewählt. Sie ist die bisher einzige Frau an der Spitze der evangelische Kirche im Burgenland. Im April 1998 trat sie zur Bundespräsidentenwahl an und erreichte mehr als 13 Prozent der Stimmen.

100 Jahre Burgenland im April: Gertraud Knoll
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Gertraud Knoll wird im Jahr 1994 zu Österreichs erster Superintendentin gewählt

Im April 2012 kam der BEGAS-Skandal ans Licht. Fünfzehn Jahre lang sind in der BEGAS unter Vorstandsdirektor Rudolf Simandl laut Rechnungshof rund 14 Millionen Euro versickert – teils wegen Misswirtschaft, teils wegen persönlicher Bereicherung. Der Hauptbeschuldigte Rudolf Simandl ist bis heute aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht gestanden.