Sie entwickelten einen eigenen Stil, schafften unvergessene Lieder und trugen zur Identität der Burgenlandkroaten bei. Sie waren junge Musiker, die aneckten.

Als Bruji 1980 ihr Debüt „Gemma Krowodn schaun“ im Gasthaus Derdak in Großwarasdorf präsentierten, machten sie sich nicht nur Freunde, denn für viele war „Krowodn“ ein Schimpfwort und sollte nicht auf einer Platte stehen, so Josko Vlasich, Bruji-Sänger und Texter.
Vielfalt, Mehrsprachigkeit, Offenheit
Doch Bruji ließen sich nicht beirren. Sie komponierten Rocknummern mit deutschen und kroatischen Texten. Und sie traten für die Rechte der Burgenlandkroaten ein, etwa für zweisprachige Ortstafeln und für Vielfalt. „Die burgenlandkroatische Identität, so wie wir sie verstanden haben, war jene der Mehrsprachigkeit. Also wir haben uns nicht als Volksgruppe unter eine Käseglocke gestellt, uns war es wichtig, dass wir uns öffnen“, so Vlasich.

Der Proberaum in der KUGA stand damals offen – für Besuch von Kabarettist Lukas und Sänger Willi Resetarits: „Was ist da los, was spielt ihr da für eine Musik? Das ist ja ‚Krowodnrock‘, was ihr da spielt.“

Kanada, Paris, Berlin, Moskau
Mit dem „Krowodnrock“ wurde die mittelburgenländische Band in den 1980er und 90er Jahren in ganz Österreich bekannt. Sie spielte auch auf Konzerten in Kanada, Paris, Berlin und Moskau. Sie veröffentlichte mehrere Alben.
Sendungshinweis
„Radio Burgenland Nachmittag“, 3.12.2020
Der Song „Tambure“ erreichte sogar Platz sechs der Ö3-Hitparade. Private und berufliche Projekte führten 1999 zur Auflösung der Band, um zehn Jahre später auf die Konzertbühne zurückzukehren: „Ich hatte Gänsehaut: Wir haben so lange nicht gespielt, und diese jungen Menschen haben die Texte gekannt.“
Ein Buch, das auch alle Songtexte enthält, erscheint zu Brujis 40-Jahr-Jubliläum. Gefeiert wird aber erst 2021.