Lockenhaus: Verhüllte Heiligenfiguren

In der Pfarrkirche von Lockenhaus sind seit vergangenem Freitag einige Heiligenfiguren mit weißem Tuch und blauem Davidstern verhüllt. Der Grund: Mit dieser Kunstaktion will man auf die Wurzeln des Christentums hinweisen.

In Anlehung an den Tallít, den jüdischen Gebetsmantel, hat die Künsterlin Barbara Horvath 14 der 63 Heiligenfiguren in der Pfarrkirche Lockenhaus mit transparenten Tüchern und blauem Davidstern umhüllt. Die Verhüllung soll den Blick schärfen und die Aufmerksamkeit auf die Heiligenfiguren lenken.

Und zwar auf jene ersten Heiligen, die einst jüdischen Glaubens waren. „Das soll dazu anregen, darüber nachzudenken, dass das Christentum jüdische Wurzeln hat, und dass das Christentum und das Judentum das Alte Testament gemeinsam haben“, sagt Künstlerin Barbara Horvath.

350 Jahre Pfarrkirche Lockenhaus

Wolfgang Horvath, Chorleiter von „Musica Sacra Lockenhaus“, hat sich als Initiator des Kunstprojekts intensiv mit den Heiligenfiguren beschäftigt. „Der Urvater sozuagen ist Moses, mit seinen Strahlen oder Hörnern am Kopf und seinen zehn Geboten. Ein super Bursch ist auch Johannes der Täufer, mit seinem Bärenfell und seinem Lamm. Der gibt immer einiges her“, so Horvath.

Verhüllungsaktion Lockenhaus
ORF
„Musica Sacra Lockenhaus“ in der Pfarrkirche

Die Installation in der 350 Jahre alten Pfarrkirche ist ein Projekt von „basilica d’arte“. Anlässlich des Jubiläums widmet man sich nicht nur der Geschichte des Gebäudes, sondern auch den Wurzeln der Religion. Die Installation ist bis zum 2. Feber zu sehen ist.