Regional: Balasn statt Krapfen

Zu Ende des Faschings haben viele schon genug von Krapfen, egal mit welcher Füllung. Da bietet sich eine regionale, burgenländische Spezialität an. Die Balasn, Germgebäck mit Apfelfülle, sind auch eine typische Wintermehlspeise.

Äpfel sind nach wie vor das beliebteste Obst der Österreicherinnen und Österreicher. Das liegt wohl an der Vielfalt dieser Obstsorte und auch daran, dass Äpfel nicht nur gut schmecken und gesund sind, sondern sich auch vielseitig verarbeiten lassen.

Geschmackssache Balasn statt Krapfen
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Die fertigen Balasn

Seewinkler Spezialität

In Illmitz und Apetlon gibt es ein Mehlspeisrezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es ist eine Art Apfeltasche, die schwimmend in Fett herausgebacken wird. Die Balasn werden traditionellerweise im Winter gebacken, zu Weihnachten, aber auch in den Wochen und Monaten danach, solange es Lageräpfel gibt.

Geschmackssache Balasn statt Krapfen
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Der Apfel gilt als das beliebteste Obst Österreichs

Sendungshinweis

Guten Morgen Burgenland, 2.3.2019

Hermi Zsoldos aus Apetlon verrät uns ihr Hausrezept: „Ich habe die Balasn von meiner Schwiegermutter gelernt, bei uns isst sie jeder gern. Wenn es Balasn gibt, wird gleich eine große Menge gemacht und alle kommen, um sich ihren Teil zu holen.“

  • 6 Dotter
  • 250 g Butter
  • 1/4 bis 3/8 l Milch
  • 1/8 l Rum (oder mehr je nach Milchmenge
  • Etwas Salz
  • 1 Packerl Vanillezucker
  • 1 kg Mehl (soviel die Masse aufnimmt)
  • 1 kg Äpfel (mit Zimt und Zucker nach Geschmack)
Geschmackssache Balasn statt Krapfen
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Die Apfelfülle wird mit Teig eingewickelt

Eine größere Menge Zucker steht nicht im Rezept, das ist kein Fehler, denn die Äpfel, so Hermi Szoldos, sind ohnehin süß. Gerade Lageräpfel werden über die Monate immer süßer. Sollten die Äpfel einmal zu sauer sein, einfach ein bisschen mehr Zimt und Zucker darüber streuen.

„Iwahaps“ heißt ungefähr

Die Menge der Zutaten richtet sich zum Teil danach, wie sich der Teig verhält, und das ist nicht immer gleich, erklärt Hermi Szoldos. Das geflügelte Wort dafür ist „iwahaps“, das bedeutet ungefähr. Deshalb ist es am besten, die Balasn einige Male unter fachkundiger Anleitung zu machen.

Geschmackssache Balasn statt Krapfen
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Die Balasn werden herausgebacken

Die Zubereitung ist an sich nicht schwierig. Zuerst die Äpfel schälen, reiben und mit wenig Zimt und Zucker mischen. Butter, Dotter, die gewärmte Milch und Rum werden schaumig gerührt. So viel Mehl einarbeiten, wie der Teig braucht. Der Teig wird geteilt, zu Rollen geformt, gleichmäßig portioniert und in dünne Scheiben ausgewalkt. Dann kommt die Apfelfülle darauf. Balasn gibt es in zwei Formen, entweder rund oder halbrund. Hermi Szoldos schlägt den Teig halbrund zusammen, wie es schon ihre Schwiegermutter gemacht hat.

Balasn müssen schwimmen

Dann werden die Apfeltaschen noch „gerandelt“, also der Rand fest zusammengedrückt, damit die Fülle nicht herausquellen kann. Ähnlich wie Faschingskrapfen werden sie dann - in heißem Fett schwimmend - herausgebacken. Sind beide Seiten schön gebraunt, auf Küchenkrepp kurz abtropfen lassen und noch warm mit Staubzucker bestreuen.