Konfrontationen: Freie und improvisierte Musik

Das Festival „Konfrontationen“ in Nickelsdorf für freie und improvisierte Musik ist Anziehungspunkt für Musikbegeisterte aus aller Welt. Vier Tage lang suchten Musiker innovative Zugänge zu zeitgenössischer Musik.

Ungewohnte Klänge drangen aus der der katholischen Kirche von Nickelsdorf, als Franz Hautzinger mit seinem Quartett Uruk dem künstlerischen Erbe von Mesopotamien nachspürte. „Seit vielen Jahren wollte ich dieses Projekt machen, dann habe ich vor einem Jahr die Leute gefunden, heute ist die Premiere“, freute sich Hautzinger.

Konfrontationen in der Kirche

Aus der Kirche in Nickelsdorf dringen ungewohnte Klänge, wenn das Festival stattfindet.

Hingebungsvolles Publikum

Beeindruckend war auch das Klang-, Ton- und Geräuschspektrum der französischen Improvisationskünstlerin Isabelle Duthoit. Zu den Konfrontationen gehört auch ein hingebungsvolles, zugewandtes Publikum, mit geschultem und offenem Ohr. „Ich bin da aufgewachsen und musikalisch sozialisiert, ich kenne diese Leute. Seit ich elf bin, komme ich hierher, seit ich 30 bin, spiele ich hier“, erzählt Hautzinger.

Plattenstöbern in Nickelsdorf

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Auf dem Festival gibt es auch die Möglichkeit, in Platten zu stöbern

„Alle sind zusammen“

Ein paar Hundert Meter von der Kirche entfernt, warteten die Gäste auf das nächste Konzert. Das bot Zeit, um in Platten zu stöbern, zu tratschen oder die Atmosphäre zu genießen. „Es gibt keinen Backstage-Bereich, alle Musiker, das Publikum, die Produzenten - alle sind zusammen. Du musst mit den Leuten reden, es ist wichtig für das Netzwerken. Die Konfrontationen sind mein Lieblingsfestival“, meinte Mats Gustafsson.

Musiker in Nickelsdorf

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Bei den Konfrontationen gibt es keinen Backstage-Bereich

Networking bei den Konfrontationen

Philipp Schmickl und Karin Weinhandl verkauften von ihnen herausgegebene Bücher über die freie Musikszene. „Es entstehen hier viele neue Gruppen, neue Zusammenarbeiten und auch neue Freundschaften“, so Schmickl.

Susana Santos Silvia in der Jazzgalerie

Den Abend in der Jazzgalerie eröffnete die hochgelobte portugiesische Trompeterin Susana Santos Silva mit ihrem Quintett. „Ich habe das Ensemble ‚Life and other Transient Storms‘ genannt und ich war mir sicher, dass die Musik mit diesen Musikern unterschiedlichste und spannende Wege gehen würde“, so Silva.

Die Formation „Das Leben und andere vergängliche Stürme“ spielte zum ersten Mal in Nickelsdorf. Auch im 38. Jahr ihrer bewegten Geschichte boten die Konfrontationen Rares. (Sendungshinweis: „Burgenland Heute“, 25.7.2017)

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