100 Jahre Blochziehen in Limbach

Das Blochziehen ist ein Faschingsbrauch, der vor allem im Südburgenland bekannt ist. Am Wochenende wurde in Limbach im Bezirk Güssing das 100-jährige Jubiläum des Blochziehens gefeiert.

Ursprünglich hat das Blochziehen in einem Jahr stattgefunden, in dem im Ort keine Hochzeit gefeiert wurde. Stellvertretend dafür ist eine Art „Faschingshochzeit“ abgehalten worden. Im Mittelpunkt steht neben einem ausgewählten Brautpaar ein aufwändig geschmückte Holzbloch, der durch die Gemeinde gezogen wird.

Blochziehen Limbach

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Das Brautpaar Diana Mujk und Stefan Bösendorfer auf dem Holzbloch

„Vorbereitung für richtige Hochzeit“

Das Brautpaar besteht heuer aus Stefan Bösendorfer und Diana Mujk. „Man geht ja irgendwie in die Dorfgeschichte damit ein, und es ist ja auch eine Vorbereitung auf die echte Hochzeit“, so Diana Mujk. „Wenn man sich sonst niemanden findet zum Heiraten, dann muss man es halt so versuchen“, lachte Stefan Bösendorfer.

Das Blochziehen läuft wie eine echte südburgenländische Hochzeit ab. Demnach wird zuerst einmal die Braut von ihrem künftigen Mann zuhause abgeholt. Die beiden werden auf dem Bloch sitzend - auf einer fast 40 Meter langen Fichte - durch Limbach gezogen. Es folgt das Brautstehlen. Der Beistand muss die Braut auslösen. Höhepunkt beim Blochziehen ist dann die eigentliche Hochzeit.

Sendungshinweis

„Burgenland Heute“, 19.02.2017)

Tradition in Limbach

In Limbach hat das Blochziehen eine lange Tradition. Organisiert wird es von Klaus Weber. „Das gibt es bei uns im Ort schon seit 100 Jahren. Limbach hat 550 Einwohner, heute sind über 150 beim Blochziehen dabei“, so der glückliche Organisator.

Blochziehen Limbach

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Beim Blochziehen wurde bis in die Abendstunden gefeiert

Beim Ehrentanz zum Abschluss tanzen die Besucher abwechselnd mit den Brautleuten und geben eine kleine Spende her. Unmittelbar danach wird das Bloch, die 40 Meter lange Fichte, an den Meistbieter versteigert.