Essen je nach Temperament

Wenn es um die richtige Ernährung geht, dann gibt es viele verschiedene Tipps von Experten. Doch welcher ist für wen der richtige? Das kommt darauf an, ob Sie ein Feuer-, Wasser-, Luft- oder Erdmensch sind.

Ratschläge für richtige Ernährung und gesundes Essen findet man heute in vielen Büchern und Medien. Viele unterschiedliche Ernährungsweisen werden da angepriesen wie Vollkornkost, Haysche Trennkost, etc. Die Ernährungswissenschaft dagegen sagt uns, wie viel von welchen Nähr- und Vitalstoffen der Mensch braucht, um gesund zu bleiben. Dabei wird aber immer von einem Normmenschen ausgegangen: Jeder sollte frühstücken wie ein Kaiser, Mittag essen wie ein König und abends Dinner canceln wie ein Bettler und zwischendurch reichlich Gemüse und Obst möglichst roh essen.

Sendungshinweis:

„Radio Burgenland Vormittag“, 25.9.2012

Doch es gibt Menschen, die bringen ein Frühstück beim besten Willen nicht runter, fühlen sich von Rohkost müde und schlapp und nehmen zu davon und andere müssen abends was essen, sonst können sie nicht schlafen. Sollen solche Menschen sich nun dazu zwingen, die generellen Ernährungsratschläge umzusetzen?

Ratschläge aus traditionellen Heilsystemen

Jeder Mensch ist ein Individuum und das respektieren in erster Linie asiatische Heilsysteme wie die Traditionelle Chinesische Medizin oder das Ayurveda, die je nach Menschentyp Ernährungs- und Gesundheitsratschläge zusammenstellen. Man muss aber nicht in die Ferne schweifen, unsere abendländischen medizinischen Traditionen haben die selben Wurzeln und bieten ebenfalls eine Methode, mit denen man die Menschen individuell behandeln kann- nämlich die Elementenlehre.

Die Vier- Elementen- Lehre nach Hippokrates

Mehr als 2.000 Jahre ist es her, dass der Vater der Heilkunde die Lehre von den vier Temperamenten aufstellte. Er erweiterte die Erkenntnis griechischer Philosophen wie Empedokles, die davon ausgingen, dass alles Erscheinungen der Natur, zu der natürlich auch der Mensch zählt, nach vier Grundprinzipien, die man Elemente nennt, geordnet sind: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Diese Prinzipien sind als Symbolbegriffe, zu verstehen, denen analog Qualitäten zugeordnet werden können.

Hippokrates ergänzte die Zuordnungen noch, indem er den Elementprinzipien Temperamente des Menschen zuordnete.

  • Feuer: Der aktive, dynamische Choleriker.
  • Wasser: Der in sich ruhende Phlegmatiker
  • Luft: Der bewegungsfreudige Sanguiniker
  • Erde: Der nach innen gekehrte Melancholiker Hippokrates forderte, dass man jeden Menschen unterschiedlich je nach seinem Temperament behandeln solle und daraus resultierten auch unterschiedliche Ernährungsratschläge.

Die Elementtypen

Die Einmaligkeit eines Menschen ergibt sich aus den unterschiedlichen Anteilen der vier Elemente im physischen und emotionalen Bereich, wobei alle Elementprinzipien in irgendeiner Form bei jedem Menschen zu finden sind. Sie sind ja schließlich die Grundqualitäten, aus denen „alles, was die Natur gebiert“, zusammengesetzt ist, wie auch Paracelsus meinte. Welches Elementprinzip bei einem Menschen vorherrscht, macht dann viel von seiner Persönlichkeit aus.

Der Feuermensch

Er ist geprägt durch Eigenschaften wie Vitalität, Willensstärke, Optimismus, Mut und Selbstbewusstsein. Bei Menschen mit einem Führungsnaturell ist das Feuerprinzip dominierend. Ihr Temperament ist herzlich, und überschwänglich, doch können ihre Gefühlsregungen auch schnell in Wutausbrüchen enden.

Der Feuertyp ist geprägt durch eine unbändige Willenskraft, was er erreichen will, versucht er mit allen Mitteln durchzusetzen. Er ist aber kein guter Verlierer und an Selbstkritik mangelt es dem stolzen Feuermenschen ebenfalls. Der Körperbau des Feuertyps ist oft athletisch, kompakt und mit guter Muskelausprägung. Auf Grund seiner inneren Hitze schwitzt er leicht.

Ernährungstipps für den Feuermenschen

Feuerleute können viel essen, ohne zuzunehmen, da sie meist eine „hitzige“, sprich gut funktionierende Verdauung haben. Sie neigen dazu, alles wahllos in sich hineinzustopfen, von Pommes und Hamburgern bis zu Süßigkeiten, „heiß und viel“ ist die Devise. Sie essen gerne Fleischspeisen und neigen daher zu Übersäuerung. Der Feuertyp kann sehr lange sein Verdauungssystem überfordern, doch auch ihm ist zu empfehlen, irgendwo eine goldene Mitte zu finden.

  • Für den hitzköpfigen Feuertyp ist es wichtig, auf allen Ebenen seine überschüssige Energie abzureagieren. Da er ohnehin von allen Elementtypen der einzige ist, der Rohkost auch über einen längeren Zeitraum verträgt, ist ihm zur „Kühlung“ zu empfehlen.
  • Möglichst viele Salate und Gemüse roh oder zart gekocht, und auch viel Obst zu verzehren. Damit kann er auch zum Säure- Basenausgleich seines geliebten Fleischkonsums beitragen.
  • Scharfe Gewürze sollte er meiden, da sie ihn noch mehr anheizen. Gewürzkräuter wie Dill, Estragon, Kerbel, Petersil und Majoran können ihm empfohlen werden.
  • Kohlehydrate sollte er in Form von kühlendem Reis, aber auch Weizen und Dinkel zu sich nehmen.
  • Kaltgepresste Öle aus Sonnenblumen sowie Nüsse und Trockenfrüchte versüßen und sänftigen den Feuertypen.
  • Süßigkeiten verträgt er ohnehin am besten von allen Typen, dennoch sollte man auch dem Feuermenschen anraten, nicht zu viel zu naschen, „süße“ Nahrung in Form von Früchten und Obst ist dagegen ratsam.
  • Salzige Nahrung heizt den Körper an, daher sollte der Feuermensch Suppen nicht nachsalzen und gesalzene Kartoffelchips und was es da noch alles zum Knabbern gibt, eher meiden.
  • Kühlende Tees wie Minze und bittere Getränke, es darf auch ein Bitterlemon sein, helfen dem Feuermenschen im Sommer cool zu bleiben, Kaffee sollte er meiden, da er das „hitzige“ Gemüt verstärken kann.

Der Wassermensch

Menschen mit einem hohen Anteil des Wasser- Elements sind sehr gefühlvolle, tiefgehende, sensible Persönlichkeiten. Der Wassertyp erlebt Freude und Leid der anderen als ob es die eigenen wären und „zerfließt“ dabei oft vor Mitleid. Er ist nicht nur sensibel, sondern auch verletzlich und geht daher gerne Auseinandersetzungen aus dem Weg. Wenn es ihm selber schlecht geht, neigt er aber auch sehr zu Selbstmitleid.

Die Empfindsamkeit des Wassermenschen darf man aber nicht als Schwäche sehen, denn ebenso wie „jeder Tropfen den Stein höhlt“, ist das Wassertemperament sehr ausdauernd und ausgesprochen zäh in der Umsetzung seiner Interessen. Er ist eher gemütlich, der Typ, doch wehe, wenn der Sturm das Wasser aufrüttelt, dann gehen die Wogen sehr hoch, glätten sich aber bald wieder.

Ernährungstipps für den Wassermenschen

Der Körperbau des Wassertyps ist oft geprägt durch seine Freude am Genießen und eine eher langsame Verdauung. Diese neigt zwar zu Trägheit, wobei aber die Nahrung gut verwertet wird. Ein guter Futterverwerter und da er als Wassertyp auch dazu neigt, Körperflüssigkeiten anzusammeln, hat daher oft Probleme mit Übergewicht.

Da seine Ausscheidung ebenso träge ist wie die Verdauung, neigt er auch zu Verschlackungen. Der Wassertyp neigt zum Frösteln und im Unterschied zum Feuermenschen hat er meist kalte Hände und Füße. Daher braucht er wärmende Nahrungsmittel.

  • Zum Ankurbeln von Verdauung und Kreislauf darf und soll er scharfe Gewürze wie Chili und Pfeffer verwenden, auch Ingwer, Galgant, Knoblauch, Kren, Senf, sowie Zimt und Gewürznelken sind gut für ihn.
  • Anregende Gewürzkräuter sind Bohnenkraut, Oregano, Rosmarin, Thymian und zur Stoffwechselanregung die Brunnenkresse.
  • Kohlehydrate in Form von Reis entwässern und Hirse und Hafer wärmen und liefern Energie.
  • Leichte Nahrung in Form von Rohkost verhilft zu Leichtigkeit, sollte aber nicht ständig verwendet werden. Besser wären schonend zubereitetes Gemüse und Kompotte, vor allem im Winter.
  • Milch kann dem zu Verschleimung neigenden Wassertypen nicht empfohlen werden, aber Sauermilchprodukte kurbeln seine Verdauung an.
  • Olivenöl und Rapsöl wirken wärmend.
  • Überhaupt braucht der Wassertyp oft wärmende Getränke wie Yogi- Tee mit Gewürzen wie Zimt, Kardamom und Ingwer und das vor allem im Winter.
  • Dem zu Wasseransammlungen neigenden Typ kann empfohlen werden, immer wieder wassermobilisierende Tees mit Löwenzahnwurzel-, Brennnesselblätter- und Birkenblättertee zu trinken.

Der Luftmensch

Luftmenschen sind gesellig, flexibel, lieben neue Ideen und haben eine schnelle Auffassungsgabe. Sie begreifen also sehr schnell, aber ebenso schnell verlieren sie das Interesse an der neuen Aufgabe. Sie sträuben sich gegen Traditionen und lieben die Abwechslung. Sie brauchen Menschen um sich und sind ausgesprochene Nachtmenschen. Luftikus nennt man Menschen, die schnell zu begeistern sind, aber wechselhaft wie das Wetter: einmal sonnig und strahlend und im nächsten Augenblick tief betrübt. Sie sind eher kopfbetont und die ewigen Weltverbesserer.

Der Luftmensch ist jemand, der nur schwer abschalten kann, daher steht er ständig unter Hochspannung. Generell neigt der Luftmensch nicht zu Übergewicht, er hat einen eher schwachen Körperbau und auch eher schwache Knochen. Sein Problem ist Brüchigkeit, zum Beispiel bei den Knochen und Austrocknung, zum Beispiel bei der Haut.

Ernährungsratschläge für Luftmenschen

Der Sponti neigt zu einer wechselhaften Verdauung: Verstopfung und Durchfall lösen sich je nach Stimmungslage ab. Der Lufttyp neigt eher nicht zu Verschlackung, braucht aber eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr, um nicht auszutrocknen. Von allen Typen verträgt der Luftmensch Rohkost über einen längeren Zeitraum am wenigsten, da diese kühlende Ernährung sein Luftelement noch mehr verstärkt. Der Luftmensch isst schnell, kann aber auf einmal nicht viel essen. Dafür hat er bald wieder Hunger und isst am liebsten öfter am Tag eine Kleinigkeit. Ein komplettes Menü überfordert ihn.

  • Scharfe Gewürze wie Chili und Pfeffer trocknen ihn aus, aber Gewürze wie Kardamom, Kreuzkümmel oder Koriander darf er verwenden. Basilikum hilft ihm, die Nerven zu stärken und die Melisse beruhigt den zu Nervosität neigenden Luftmenschen sowohl als Tee als auch als Badezusatz.
  • Eiweißreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Eier stabilisieren den Luftmenschen, Fleisch in vernünftigen Ausmaßen tut ihm auch gut.
  • Um die Vitalstoffe aufzufüllen, sollte er aber auch ausreichend Gemüse und Obst, besser nicht in roher Form zu sich nehmen.
  • Stimulantien wie Kaffee oder Tee sollte er in größeren Mengen meiden.
  • Süßigkeiten beruhigen den Luftmenschen, zu viel sollte er aber nicht naschen.

Der Erdmensch

Menschen, bei denen das Erdelement dominiert, sind ein Sinnbild für Beständigkeit. Beharrlich und ausdauernd gehen sie ihren Weg, von dem sie nichts abbringen kann. Sie stehen mit beiden Füßen auf dem Boden. Der Erdtyp verlässt sich nicht nur auf das, was er versteht, er braucht im Vergleich zum Luftmenschen auch viel länger dazu, etwas zu verstehen Philosoph ist der Erdmensch eher keiner, er ist der Praktiker. Er ist also der Mensch, der nicht liest, wie man Rosen schneidet, sondern er geht sofort ans Werk. Der Erdmensch braucht geordnete Verhältnisse, aber dann kann er wie ein Fels in der Brandung für alle anderen Elementtypen werden.

Ernährungsratschläge für den Erdmenschen

Geordnete Verhältnisse braucht der Erdmensch auch beim Essen. Da er pünktlich aufsteht, muss dann das Frühstück immer zur selben Zeit folgen wie Mittag- und Abendessen. Erdmenschen essen langsam und gerne. Sie neigen daher ebenso zu Übergewicht wie die Wassermenschen, wobei sich das bei ihnen eher in Form ihres stämmigen Körperbaus ausdrückt. Die Verdauung ist beim Erdmenschen langsam, aber regelmäßig. Er gehört zu den Menschen, die sich eine Zeitung auf die Toilette mitnehmen. Er nimmt zwar nicht so schnell zu, aber auch kaum ab, wenn er etwas zulegt.

  • Da der Erdtyp doch zu Verstopfung neigt, muss ihm empfohlen werden, reichlich Gemüse und Obst, sowohl roh als gekocht und vor allem auch Obstssäfte zu verzehren.
  • Wenig tierische Produkte, sprich Fleisch und Wurst, wobei gerade die Traditionen liebenden Erdmenschen auf ihren Schweinsbraten nicht verzichten wollen. Umso mehr Gemüse muss man ihnen daher dazu servieren.
  • Ballaststoffreiches Gemüse wie Kohlarten und Hülsenfrüchte vor allem im Winter in Maßen, im Sommer dagegen wasserreiche Rohkost wie Gurken und Paradeiser und auch viel frisches Obst.
  • Kohlehydrate in Form von Gerste befeuchten, Hirse und Hafer wärmen den kälteanfälligen Erdmenschen
  • Wärme und Stoffwechselanregung liefern ihm auch Gewürze wie Bockshornklee, Kümmel, Kurkuma, Ingwer, Muskat und Gewürzkräuter kann er alle verwenden.
  • Bitterstoffe in Form von grünem Salat, vor allem Endiviensalat, aber auch in Form von bitteren Kräuterlikörs tonisieren, das heißt, regen den Erdmenschen an und aktivieren seine Verdauung.
  • Süße Nahrungsmittel dagegen wirken beschwerend und beim Erdmenschen sind sie schlecht für die Verdauung. Kalt gepresste Öle, die auch der Geschmacksrichtung süß zugeordnet werden, sind dagegen eine optimale Ergänzung des Speiseplanes.