Magische Worte für die Seele

Worte und Gedanken können beruhigen, trösten oder negative Emotionen wie Stress, Ärger und Mutlosigkeit auslösen und damit auch unser körperliches Wohlbefinden beeinflussen, sagt Radio-Burgenland-Familiencoach Veronika Pinter.

Versuchen Sie für einige Augenblicke loszulassen und machen Sie eine Fantasiereise. Wenn es Ihre Tätigkeit zulässt, sollten Sie sich jetzt ein paar Minuten Ruhe vergönnen.

Gedanken mit Emotionen verbunden

Schließen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich vor, Sie befinden sich auf einer Wanderung. Es ist ideales Wanderwetter und mitten in einer hügeligen Landschaft machen Sie eben eine kurze Pause. Sie sitzen allein auf einer Bank und genießen die schöne Aussicht und das herrliche Wetter. Direkt vor Ihnen liegt eine Wiese, in der Ferne steht eine Holzhütte, etwas weiter weg beginnt der Wald und noch weiter dahinter sieht man einige Berge. Es ist ganz ruhig, nur in der Ferne hört man Kuhglocken. Die Sonne scheint, im Schatten ist es kühl und vom Wald her weht ein leichter Wind, der den Geruch nach Harz und Gräsern mit sich trägt.

Bleiben Sie ganz kurz sitzen und spüren Sie in Ihren Körper hinein. Wahrscheinlich fühlt sich das jetzt richtig gut an, denn unsere Gedanken oder Erlebnisse werden mit den damit verbundenen Emotionen im Gehirn gespeichert und wenn wir zum Beispiel an das Wort Wiese denken, haben wir nicht nur die Bilder von Blumen und Gräsern im Kopf, sondern wir erinnern uns gleichzeitig auch an Gerüche oder Stimmungen, die damit verbunden sind.

Bedrohliche Gedanken können sogar schmerzen

Umgekehrt gibt es aber auch Worte und Erinnerungen, die uns kränken oder ärgerlich und mutlos machen: „Eine Wunde, von Worten geschlagen, ist schlimmer als eine Wunde, die das Schwert schlägt“ lautet ein arabisches Sprichwort. Welche Worte Stress auslösen, variiert von Mensch zu Mensch. Fast alle Menschen kennen Worte, Namen oder Situationen, die ihnen unangenehme Gefühle bescheren.

Sendungshinweis:

„Radio Burgenland Vormittag“, 19.9.2012

Wie geht es Ihnen, wenn Sie Worte wie Steuererklärung, Migräne, Prüfung, Meeting, Montag, Name des Chefs/Kollegen/Lehrers/Nachbars hören? Fürchten Sie sich vielleicht vorm Fliegen, vor Hunden oder Spinnen, vor einem Gewitter, vor „dummen“ Fehlern in der Arbeit, vor schwierigen Gesprächen? Wie geht es Ihnen, wenn Sie zum Beispiel im Sport auf Ihren „Angstgegner“ treffen?

Gedanken beeinflussen körperliche Empfindungen

Es kommt also immer auf uns und unsere früheren Erfahrungen an, wie wir über eine Person oder über eine Sache denken und welche Emotionen mit der Erinnerung verbunden ist. Denn erst dadurch wird aus einem gewöhnlichen Wort ein „Stresswort“. Wir drücken diese unangenehmen Empfindungen, die wir im Körper spüren, oft bildlich aus, indem wir zum Beispiel sagen: „Wenn ich an den XY denke, stellt es mir die Haare auf“ oder „Mir wird ganz schlecht, wenn ich an die Prüfung denke“, „Es dreht mir den Magen um, wenn ich das höre“, „Ich hatte ein Blackout“. Manchem werden „die Knie weich“, wenn Sie vor Publikum reden sollen und anderen „verschlägt es die Sprache.“

Worte verzaubern

Wenn Worte, die mit negativen Erfahrungen verbunden sind, in uns Stressreaktionen auslösen, dann kann man versuchen durch „Verzaubern“ dem Wort wieder eine neutrale Bedeutung oder sogar ein positives Image zu verschaffen. Als kleine „Hausapotheke“ für das seelische Wohlbefinden kann es bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewendet werden.

Worte verzaubern in vier Schritten:

  • Erster Schritt: Nehmen Sie sich Zeit, schließen Sie die Augen und denken Sie an die Person oder Situation, die in Ihnen Stress auslöst. Welches Wort fällt Ihnen dazu ein. (zum Beispiel ein Name, Prüfung…)
  • Zweiter Schritt: Stellen Sie sich eine weiße Tafel vor, auf die Sie Ihr Stresswort schreiben. Meist erscheint das Wort in großen schwarzen oder roten Druckbuchstaben. Betrachten Sie genau, wie das Wort vor Ihrem Auge aussieht, danach löschen Sie in Ihren Gedanken die Tafel.
  • Dritter Schritt: Jetzt schließen Sie die Augen und überlegen, wie das Wort verändert werden sollte, so dass es auf den ersten Blick Interesse erweckt. Denken Sie daran, wie allein durch bunte Farben, andere Schriftarten oder Größe der Buchstaben ein Wort verändert werden kann. Es macht auch einen Unterschied, wo Sie es auf der Tafel platzieren. Sie können in Ihrer Phantasie alle erdenklichen Farben oder Materialien verwenden: bunte Zuckerln, Lego, Pfeifenputzer, Luftballons, Glassteine, Wattebällchen, Wolken... - ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sobald das Wort für Sie positiv verändert ist, könnten Sie noch überlegen, ob Sie auch den Hintergrund verschönern wollen.
  • Vierter Schritt: Das Bild, das Sie in Ihrer Phantasie entworfen haben, sollten Sie nun tatsächlich herstellen und für die nächsten Wochen so platzieren, dass Sie es immer wieder betrachten können.