Guter Start ins neue Schüler-Leben

Für jedes Kind ist der erste Schultag von großer Bedeutung. Es beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Steht im Kindergarten die Freiwilligkeit und Freude am Mitmachen im Vordergrund, wird in der Schule auch Leistung eingefordert, erklärt Radio-Burgenland-Familiencoach Veronika Pinter.

Vor allem das „Stillsitzen“, Zuhören und „Warten-bis-man-drankommt“ fällt am Anfang vielen Kindern schwer. Die LehrerInnen wissen das auch und die meisten gestalten ihren Unterricht deshalb sehr abwechslungsreich und geben den Kindern Zeit, sich an die neue Umgebung und die neuen Regeln in der Klasse zu gewöhnen.

Erster Schultag

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Erster Schultag

Ängste der Eltern

Auch für die Eltern bringt der Schuleintritt ihres Kindes viele Veränderungen mit sich. Neben den organisatorischen Problemen und Fragen _ Wie schafft es das Kind, pünktlich in der Schule zu sein? Wer kümmert sich um die Jause, das Mittagessen? Wo wird das Kind den Nachmittag verbringen? Wer steht ihm notfalls bei den Hausaufgaben bei? - stellen sich auch manche die Frage, ob ihr Kind den vielfältigen Anforderungen gewachsen ist.

„Warte nur, die werden dir schon geben!“ - Wenn Kinder diesen oder ähnliche Aussprüche von ihren Eltern oder Großeltern öfter zu hören bekommen, wird das wahrscheinlich nicht dazu führen, dass das Kind eine positive Haltung zur Schule und zu den Pädagogen einnimmt. Eltern, die während ihrer Schulzeit Angst vor einem Lehrer hatten oder unter argem Prüfungsstress gelitten haben, sollten die Schulzeit weder beschönigen, aber auch nicht besonders dramatisch darstellen.

Ist das Kind schon schulreif?

Alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind, weshalb viele ihrem Kind schon vor der Schule das Lesen und Schreiben beibringen. Viele andere wichtige Fähigkeiten wie zum Beispiel Selbstständigkeit beim An- und Ausziehen und bei der Erledigung der Hausübungen oder adäquates Fragen, wenn man etwas nicht verstanden hat, sind oft jedoch nicht ausreichend vorhanden.

Was erwarten LehrerInnen von einem Kind, das in die erste Klasse kommt?

  • Das Kind sollte über ein gewisses Maß an Ausdauer verfügen und eine angefangene Sache auch zu Ende bringen können.
  • Es sollte auch in der Lage sein, kleine Aufgaben selbstständig zu erledigen.
  • Ein Schulkind sollte die Grundfarben und -formen kennen und benennen können.
  • Schulkinder sollten eine bekannte Geschichte inhaltlich und folgerichtig erzählen können und dies in grammatikalisch richtigen Sätzen.
  • Die Zahlen von eins bis zehn sollten bekannt und gefestigt sein.
  • Motorische Fähigkeiten sind zum Zeichnen und Schreiben, aber auch im Turnunterricht unerlässlich. Ein Schulkind sollte Rad fahren, balancieren, einen Purzelbaum (auch rückwärts) machen, Perlen auffädeln, einen Baum zeichnen oder mit Schere und Klebstoff sinnvoll hantieren können. Immer mehr VolksschullehrerInnen klagen darüber, dass diese selbstverständlichen Fähigkeiten bei weitem nicht mehr selbstverständlich sind.
  • Im Umgang mit anderen Kindern sollte das Kind in der Lage sein, sich in eine Gruppe einzuordnen und den Frust aushalten, nicht immer der Erste zu sein.
  • Im Umgang mit Erwachsenen sollten Kinder fähig sein, auf eine Frage zu antworten oder zu sagen, wenn sie die Frage nicht verstanden haben.

Kinder spüren Besorgnis der Eltern

Auch wenn Ihr Kind gleich zu Beginn Probleme mit den Schulkollegen oder einem Lehrer hat oder wenn es andere Startschwierigkeiten gibt, sollte Sie das nicht zu sehr beunruhigen. Sie sollten mit Geduld und Einfühlungsvermögen auf Ihr Kind eingehen und versuchen keinen zusätzlichen Druck aufzubauen.

Zu auffälligem Verhalten neigen Kinder häufig, wenn sie eine Aufgabe nicht lösen können. Kinder wiederum, für die eine Aufgabe zu leicht ist, können sich langweilen und dann den Unterricht stören.

Kinder reagieren sensibel auf Familienstress

Ist das Familienleben sehr belastet, wird das wahrscheinlich negative Auswirkungen auf das Verhalten Ihres Kindes in der Schule haben. Bei schweren Krankheiten oder gravierenden Veränderungen in der Familie sollten Sie den Klassenlehrer informieren.

Sendungshinweis:

„Radio Burgenland Vormittag“, 5.9.2012

Erfolgserlebnisse sind die beste Motivation! Erwachsene sollten den Kindern nicht durch Leistungsdruck Angst machen, sondern Interesse an dem zeigen, was ihr Kind jeden Tag lernt und in der Schule tut.

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