Heilsame Ringelblume

Vom leuchtenden Gelb bis zum satten Orange, in vielen Farbtönen leuchten die Ringelblumen nun in unseren Gärten. Diese Blütenpracht ist aber nicht nur schön, sondern auch sehr heilsam.

„Sonnenbraut“ nannte Albertus Magnus, ein heilkundiger Bischof des Mittelalters die Ringelblume. Diesen Namen gab man aber auch anderen Pflanzen wie dem Gänseblümchen, der Kamille oder der Wegwarte, da sie sich stark nach der Sonne richten. Sie drehen sich nach ihr, öffnen und schließen sich zu bestimmten Sonnenzeiten und wenn Regen droht, öffnen sie ihre Blüten erst gar nicht.

Von der Regen- zur Ringelblume

Regenblume nannte man daher die Ringelblume, denn wenn um 8.00 Uhr morgens ihre Blüten noch geschlossen sind, kommt an diesem Tag sicher Regen. Den Namen Wucherblume verstehen alle Gärtner, da sich die seltsam geringelten Samen, daher der Name Ringelblume, fleißig aussamen und die Pflanzen sich, wenn man sie lässt, bald über den ganzen Garten ausbreiten.

Ringelblume

Miriam Wiegele

Die Ringelblume blüht unermüdlich bis in den späten Herbst hinein, sogar noch bis November. Daher stammt ihr botanischer Name Calendula. Calendae nannten die Römer den ersten Tag im Monat und die Ringelblume blüht an so vielen „calendis“.

Totenblume Ringelblume

Eine Geschichte aus der griechischen Mythologie erzählt von einem Mädchen, das sich in Apollo, den Sonnengott verliebt hatte. Doch die Kraft seiner Strahlen ließ sie dahin schmelzen und an ihrer Stelle wuchs eine Ringelblume. Mit Trauer und Tod wurde die Blume auch immer in Verbindung gebracht und daher auch Totenblume genannt. Sie war über lange Zeiten ein beliebter Blumenschmuck in unseren Friedhöfen.

Ihre unerschöpfliche Wuchs- und Blühkraft trägt eine frohe Botschaft in sich, nämlich das Zeichen ewig dauernden Lebens. Die Ringelblume zeigt uns die beiden Seiten des Lebens: Die strahlenden Blüten die Freuden und ihr eigenartiger, fast modriger Duft das Ende.

Ringelblume

Miriam Wiegele

Das Wesen der Ringelblume

Dass die Ringelblume eine wundheilende Pflanze ist, zeigt sie uns schon durch ihre Eigenarten an. Schneidet man den Stängel ab, tritt eine leicht klebrige, balsamische Substanz aus, mit der die Schnittstelle überzogen und die „Verwundung“ damit geschlossen wird.

Das merkt man auch an den eigenen Händen, denn beim Pflücken hinterlässt die Ringelblume ebenfalls ein klebriges Sekret. Ihre Fähigkeit, Wunden zu „verkleben“ und zu verschließen, zeigt sie also sehr deutlich.

Die Heilwirkung der Ringelblume

Verwendet werden von der Ringelblume entweder nur die ausgezupften Blütenblätter, da aber im Kelch sehr viele ätherische Öle enthalten sind, ist es ratsam, die ganzen Blüten zu sammeln. Die leuchtende Blütenfarbe stammt in erster Linie von Carotinoiden und Flavonoiden. Außerdem enthalten die Blüten ätherisches Öl, Saponine und Schleimstoffe.

Die Wirkung kann man so zusammenfassen: entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, antibakteriell, Virenwachstum hemmend und pilzhemmend. Die Wirkstoffe verstärken die Fibrinbildung, was zu einem raschen Wundverschluss führt. Dazu kommt eine granulationsfördernde Wirkung, Wunden heilen also schneller aus.

Die äußere Anwendung der Ringelblume

In erster Linie kennt man, sowohl in der Volksmedizin als auch in der Kräuterheilkunde die Anwendung der Ringelblume in Form der Salbe. Diese Salbe hilft bei eiternden Wunden, schlecht heilenden Wunden, bei Entzündungen der Haut wie Ekzemen und auch bei Akne.

Ringelblumenanwendungen helfen auch bei wunden Kinderpopos und Krampfadergeschwüren, außerdem bei rissigen Händen und Lippen. Sehr zu empfehlen ist die Ringelblumensalbe nach Brustkrebsoperationen, da auch ein tumorhemmender Wirkstoff diskutiert wird, ihre wundheilende Wirkung hilft auch nach Kobaltbestrahlungen.

Ringelblume

Miriam Wiegele

Salbenzubereitung

Ausgezupfte Blütenblätter mit Olivenöl übergießen, Glas verschließen und zwei bis drei Wochen in der Sonne ziehen lassen. Dann abfiltern, den Ölauszug in ein Wasserbad stellen und im Verhältnis von ca. 4:1 mit Bienenwachs (als Cera flava in Körnchenform in der Apotheke zu kaufen) unter fleißigem Rühren vermischen. Wenn das Wachs geschmolzen ist, aus dem Wasserbad nehmen und auch im Erkalten noch rühren.

Dann in kleine Tiegel abfüllen. Für Umschläge macht man einen Ringelblumentee und eine Tinktur (Ringelblumenblüten mit 40 Prozent Alkohol übergießen, nach drei Wochen abfiltern) kann man, etwas mit Wasser verdünnt, zum Reinigen und Desinfizieren von Wunden verwenden.

Innerliche Anwendung

Die innerliche Anwendung als Tee ist kaum gebräuchlich. Doch die Inhaltsstoffe der Ringelblume können auch „innere Wunden“ heilen. Ringelblumentee hilft bei Gastritis und Darmschleimhautentzündungen wie Colitis und Morbus Crohn. Er ist nicht nur entzündungshemmend, sondern auch krampflösend, was bei Magenschmerzen sicher von Vorteil ist.

Sendungshinweis:

„Radio Burgenland Vormittag“, 17.7.2012

Dazu kommt, dass die Ringelblume als Sonnenpflanze helfen kann, wieder Sonne ins Herz zu bringen, also stimmungsaufhellend wirkt, was die Ursache vieler Magenerkrankungen ausgleichen hilft. Außerdem ist der Tee gallenflüssigkeitsanregend und cholesterinregulierend. Zubereitung: Zwei Teelöffel Blüten mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen.

Ringelblume kulinarisch

Die ausgezupften Blütenblätter können grüne Salate optisch bereichern und mitgekocht bringen sie Farbe in Suppen oder Reisgerichte. Achtung: Menschen mit Korbblütlerallergien sollten die Ringelblume auch in Form der Salbe besser meiden.

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