Kräuter fürs Herz

Das Herz ist das Symbol der Liebe und des menschlichen Daseins. Herzinfarkt und Schlaganfall bereiten uns Probleme. Daher sollten wir etwas fürs Herz tun. Miriam Wiegele kennt wohltuende Kräuter und pflanzliche Naturmittel fürs Herz.

Unser Herz wiegt zwischen 300 und 500 Gramm, entspricht in seiner Größe etwa der eigenen geballten Faust und ist ein Hohlmuskel. Unermüdlich und normalerweise ohne Störungen passt es sich ständig wechselnden Belastungen an, weshalb es auch gerne als der beste Motor der Welt bezeichnet wird.

Es liegt annähernd in der Mitte der Brust, nur ein wenig nach links zur Gefühlsseite hin verschoben. Deshalb wurde es seit je her in Mythen, Legenden und auch in allen Religionen als Sitz der Seele, als Zentrum des Gefühls gesehen. Es ist das Symbol menschlichen Daseins schlechthin und deshalb sollte man meinen, dass die Menschen ein inniges Verhältnis zu ihrem Herzen haben und alles tun, um es gesund zu erhalten.

Herz

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Fatale Zahlen

In den Industrienationen stirbt nahezu jeder zweite Mensch, also mehr als 50 Prozent der Menschen, an den Folgen einer Herz- Kreislauf-Erkrankung. Somit steht diese Todesursache an erster Stelle der Statistiken. Immer häufiger tritt der Herztod, meist durch Herzinfarkt, in immer jüngeren Jahren ein.

Dabei kennt man die wichtigsten Risikofaktoren: Stress, hektische Betriebsamkeit, ungesunde Ernährung und Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen können zu Bluthochdruck oder anderen Gefäßleiden und in der Folge zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Wie und wann sich diese Risikofaktoren auswirken, hängt mit der Konstitution eines Menschen zusammen, das heißt mit dem Lebensalter und seiner allgemeinen körperlichen Verfassung. Man kann also nicht früh genug anfangen, etwas für sein Herz zu tun.

Das Modell eines Herzens

APA/Kay Nietfeld

Modell eines Herzens

Sitz der Gefühle

Es gibt nicht nur körperliche Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der psychische Aspekt wird häufig übersehen, da seelische Belastungen sich nicht gleich mit organischen Veränderungen auswirken und so auch durch Vorsorgeuntersuchungen nicht feststellbar sind. Daher sollten wir wieder mehr auf die Sprache des Herzens hören, um nicht eines Tages herzlos zu werden.

Betrachten wir die vielen Redewendungen, in denen das Herz vorkommt, dann sehen wir, dass es immer mit emotionalen Situationen in Verbindung steht. Man sagt: „Das Herz hüpft vor Freude“, „Das Herz fällt vor Schreck in die Hose“, „Man nimmt sich etwas zu Herzen“ oder „Es liegt einem was auf dem Herz“. Wir sprechen aus dem Herzen oder gar von Herz zu Herz und wenn wir uns verlieben, verlieren wir das Herz.

Verstand und Gefühl

Das Herz ist also ein Symbol für ein Zentrum im Menschen, das nicht von Intellekt und vom Willen gesteuert ist. Man kann sagen, der Mensch habe zwei Zentren, ein oberes und ein unteres: Kopf und Herz, Verstand und Gefühl. Von einem ganzen Menschen erwarten wir, dass beide Funktionen vorhanden sind und in einem harmonischen Gleichgewicht sind.

Der reine Verstandesmensch wirkt kaltherzig, herzlos oder leidet unter Engherzigkeit, wie man ja auch die Angina pectoris nennt. Wenn der Herzschlag entgleist und das Herz verrückt spielt, wird man gezwungen, wieder auf sein Herz zu hören. Vielleicht könnten wir zur Gesundheit unseres Herzens beitragen, wenn wir nicht nur auf den Kopf hören, sondern unserer Herzlichkeit freien Lauf lassen.

Das Herz als Motor

Das Herz hat die Aufgabe, uns den jeweiligen Lebensanforderungen flexibel und so ökonomisch wie möglich anzupassen. Alle Organe und Muskeln hängen vom Zustrom nähr- und sauerstoffreichen Blutes ab. Das Herz schlägt am Tag etwa 100.000 mal und pumpt in einer Minute zirka sieben Liter Blut durch das 100.000 Kilometer lange Gefäßnetz des Körpers, um ihn mit Frischblut zu versorgen und das sauerstoffarme Blut zu den Lungen zu befördern.

Dieses außergewöhnliche Organ ist in zwei Hälften geteilt: Die rechte Herzhälfte pumpt das verbrauchte Blut in den Lungenkreislauf, damit es dort mit Sauerstoff angereichert wird. Die linke Herzhälfte pumpt das sauerstoffreiche Blut in den Körper.

Herzprobleme

Probleme machen können sowohl der Herzmuskel selbst, das Reizleitungssystem oder die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Nahrung und Sauerstoff versorgen. Der Herzmuskel kann durch eine Krankheit, z. B. Infektion, Überbelastung oder Mangelernährung, geschwächt werden.

Ist eher die linke Herzhälfte betroffen, dann staut sich das Blut in die Lungen zurück. Atemnot, nächtlicher Husten und Flüssigkeit in der Lunge sind die Folge.

Wenn die rechte Herzhälfte zu schwach ist, bleibt das Blut im Körper, statt vom Herzen weiter gepumpt zu werden, was zu geschwollenen Beinen oder Wasser im Bauchraum führt. Manchmal sind beide Herzhälften nicht stark genug, mit den entsprechenden Mangelerscheinungen.

Bei ersten Beschwerden zum Arzt

Wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend durchblutet, weil die Herzkranzgefäße verkalken, bekommt der Herzmuskel bei Belastung nicht mehr genug Sauerstoff und das kann ganz arge Schmerzen verursachen.

Das nennt man Koronare Herzkrankheit, die sich durch Stenocardien oder Angina pectoris bemerkbar macht. Verschließt sich ein Gefäß durch einen Blutpfropf, dann treten diese Schmerzen auch ohne Belastungssituation auf. Ist der Verschluss so massiv, dass dabei Herzmuskelzellen absterben, dann ist der gefürchtete Herzinfarkt eingetreten. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die Infarktsymptome bei Frauen eher mit Schmerzen im Oberbauch einhergehen.

Herzerkrankungen können potentiell lebensgefährlich sein, es ist daher klar, dass man bei ersten Beschwerden sofort den Arzt aufsuchen sollte.

Heilpflanzen für das Herz

In der Therapie von Herzkrankheiten haben pflanzliche Heilmittel aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und ihres großen Nutzen – Risiko – Verhältnis eine große Akzeptanz. Eine spezielle Bedeutung haben Heilpflanzen deshalb auch in der Prävention.

Funktionelle Herzbeschwerden

Darunter versteht man Beschwerden, bei denen keine organischen Ursachen zu finden sind, die aber mit Symptomen wie Herzjagen, Beklemmungsgefühle, oft verbunden mit Angst einhergehen. Bei der Therapie steht die Aufarbeitung seelischer Belastungen im Vordergrund.

Auch der Umgang mit Stress kann gelernt werden. Entspannungstechniken wie Qui Gong oder Tai Chi können hilfreich sein. Heilpflanzen für dieses Beschwerdebild sollten beruhigende Komponenten haben. Gerade bei nervösen Herzbeschwerden mit Schlafstörungen sind pflanzliche Mittel gut geeignet.

Ist Stress wie berufliche oder familiäre Belastungen die Ursache, können adaptogen wirkende Heilpflanzen wie Taigawurzel oder Ginseng helfen. Weißdorn zur Stärkung des Herzmuskels sollte bei funktionellen Herzbeschwerden nie fehlen.

Herzgespann (Leonurus cardiaca):

Schon im Mittelalter wurde er bei „Gespann“ (alte Bezeichnung für Krampf), also beim „angespannten Herz“ verordnet. Auch das botanische Epithet „cardiaca“, giech. Herz, weist auf die Verwendung hin.

Wirkung: Herzgespannkraut senkt leicht die Geschwindigkeit der Nervenleitung im Herz, das heißt, es verlangsamt die Schlagfrequenz. Es wirkt beruhigend und schwach blutdrucksenkend. Leider ist es noch zu wenig untersucht, empfehlen kann man die Anwendung bei nervösen Herzbeschwerden mit Ängsten und Schlafstörungen. Herzgespann ist rezeptpflichtig geworden, das heißt, der Tee muss vom Arzt verschrieben werden. In der homöopathischen Potenz Leonurus D4 ist es aber rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Anwendung: Drei mal täglich fünf Globuli unter der Zunge zergehen lassen.

Hafer (Avena sativa):

„Hafer stärkt die Nervenkraft“ sagte schon Hildegard von Bingen. Verwendet wird er in erster Linie als alkoholisierter Auszug aus dem „grünen Hafer“, der kurz vor der Vollblüte geschnitten wird.

Wirkung: Hafertinktur entfaltet eine mild sedative und schlaffördernde Wirkung. Sie hilft daher bei nervöser Erschöpfung, Spannungs- und Erregungszuständen, Schlaflosigkeit.

Anwendung: Als Avena sativa – Urtinktur (3 mal täglich 5 Tropfen) oder in Form fertiger Präparate.

Melisse (Melissa officinalis):

„Herztrost“ nannte man die Melisse im Mittelalter. Hildegard von Bingen schrieb: „Melisse macht das Herz fröhlich“ und Paracelsus betrachtete sie als „Arcanum für Herz und Seele“.

Wirkung: Bei nervösen Herzleiden, „Stressherz“, Herzbeschwerden im Klimakterium, Schlafproblemen.

Anwendung: Als Tee (2 TL/1 Tasse heißes Wasser im Aufguss, 5 Minuten ziehen lassen) oder als Melissengeist (Tinctura melissae).

Taigawurzel

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Taigawurzel

Taigawurzel (Elemeutherococcus senticosus):

Sibirischer Ginseng wird die Taigawurzel auch genannt, weil sie eine ähnliche adaptogene Wirkung wie Ginseng hat.

Was versteht man unter Adaptogenen? Untersuchungen zeigten, dass Personen, die unter Stress standen, durch die Einnahme von Taigawurzel eine erhöhte Widerstandskraft gegen physische Belastungen, Lärm und andere Stressoren aufwiesen und eine Verbesserung der mentalen und körperlichen Arbeitsleistung zeigten.

Wirkung: Unsere heutige Hochleistungsgesellschaft stellt an jeden von uns immer höhere Anforderungen, wir sind also einer ständig wachsenden Stressbelastung ausgesetzt. Übersteigt der Stress eine gewisse Intensität, kommt es zu Adaptionsstörungen, wie z.B. Reizmagen und auch nervöse Herzbeschwerden. Taigawurzel kann also helfen, dass Stress nicht zu Befindlichkeitsstörungen führt.

Anwendung: Am besten in Form von Dragees (2 mal tgl. 1 Dragee) oder als Urtinktur (3 mal 5 Tropfen pro Tag).

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz):

Kann das Herz in der Frühphase einer sich entwickelnden Funktionsstörung seinen Aufgaben nicht genügend nachkommen, kompensiert es: Es gleicht durch gesteigert Herztätigkeit beziehungsweise erhöhte Schlagfrequenz eine verminderte körperliche Leistung aus und versucht, die Größe des Herzmuskels an die Druck- und Volumsbelastung anzugleichen, es vergrößert sich.

Wir sollten nicht warten, bis unser Herz die ersten Signale sendet, dass es müde und schwach wird, verrückt spielt und aus dem Takt kommt. Die bekannten Risikofaktoren zu minimieren oder gar auszuschalten ist ein Teil der Herzvorsorge.

Heilpflanzen zu verwenden, die in unspezifischer Form das Herz stärken können, wäre eine weitere Möglichkeit und die wichtigste Pflanze für alle Formen von Herzproblemen ist der Weißdorn.

Weißdorn

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Weißdorn

Weißdorn (Crataegus monogyna und laevigata):

Er ist sozusagen das Herzprophylaktikum schlechthin und ziert sich im Herbst mit roten Früchten. Es gibt in der Pflanzenwelt viele rote Früchte, aber die wenigsten haben eine dem Blut so ähnliche Farbe wie die des Weißdorns.

Aus Sicht der Signaturlehre von Paracelsus repräsentieren die Früchte das Marsprinzip, das im Körper das arterielle Blut regiert. Wir haben im Weißdorn also eine Pflanze, die sehr stark auf den Kreislauf wirken kann und das bestätigt auch die Wissenschaft. Zur Herstellung von Tee oder Tinktur werden die Früchte ebenso verwendet wie die Blüten und Blätter.

Seine Inhaltsstoffe

Der Weißdorn ist wissenschaftlich intensiv untersucht worden. Seine herzleistungsstärkende Wirkung ist wie bei allen Heilpflanzen dem Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe zuzuschreiben. Als Hauptinhaltsstoffe gelten aber derzeit das Procyanidin und die Flavonoide. Sie steigern die Durchblutung des Herzmuskels relevant, indem sie die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) erweitern. Die Blüten enthalten mehr von den Flavonoiden wie Hyperosid, Rutin und Quercetin, die auf den Stoffwechsel der Herzmuskelzellen positiv wirken, die Früchte dagegen mehr von den Procyanidinen, die für die bessere Durchblutung des Herzens sorgen.

Wirkung: Man könnte sie mit einem Satz zusammenfassen: Durch die verbesserte Durchblutung des Herzmuskels kommt es zu einer Verbesserung der Kontraktionsfähigkeit der Herzmuskelzellen und somit der Pumpleistung des Herzens. Auch die Schlagfrequenz wird positiv beeinflusst.

Weißdorn hilft sowohl bei Bradycardie (langsame Herzschlagfrequenz, Puls unter 50, meist durch Herzschwäche bedingt) als auch bei leichten Herzrhythmusstörungen. Als Indikation für Weißdorn nennt daher die Phytotherapie die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und altersbedingte Degenerationen des Herzmuskels (Altersherz). Die Wirkung setzt allerdings nicht sofort ein, Weißdorn muss daher primär als Langzeittherapie eingesetzt werden.

Herzvorsorge

Eine Heilpflanze, die hilft, dass unser Herzmuskel besser durchblutet wird, sollte man aber in jedem Fall auch schon prophylaktisch einsetzen. Ob nun unser Herz durch permanenten Berufsstress oder seelische Herzensprobleme aus dem Tritt gerät, der Weißdorn hilft. Er hilft auch dort, wo das Herz durch schwere körperliche Arbeit oder anstrengende Sportarten belastet wird.

Nach Erkrankungen wie Grippe, Lungenentzündung oder überhaupt langwierigen Erkrankungen, die mit Schwächezuständen einhergehen, leistet der Weißdorn ebenfalls große Hilfe. Bei Bluthochdruck wirkt er zwar nicht blutdrucksenkend, aber die bessere Sauerstoffversorgung des Herzens, hilft den Herzmuskel in einem besseren Zustand zu halten.

Auch Rhythmusstörungen und Extrasystolen bessern sich unter dem Einfluss von Weißdorn und nicht zuletzt führt die verstärkte Pumptätigkeit des Herzens auch zu einer verbesserten Gehirndurchblutung.

Anwendung: Verwendet werden sowohl die Blüten, die Blätter der Triebspitzen als auch die Früchte. Daraus kann man Tee im Aufguss (10 Minuten ziehen lassen) machen oder ihn als Fertigpräparat in der Apotheke kaufen, von denen sehr viele angeboten werden. Diese sind meist auf der Basis eines Extraktes hergestellt. Bei der Einnahme richtet man sich nach den Angaben des Herstellers.

Salben fürs Herz

Beim Altersherz mit beginnender Herzmuskelschwäche haben sich auch äußerliche Anwendungen in Form von „Herzsalben“ sehr bewährt. Besonders zu empfehlen ist dafür der Rosmarin.

Rosmarin

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Rosmarin

Rosmarin (Rosmarinus off.):

"Rosmarin erwärmet das marck in den beinen, macht keck und herzhafftig, macht jung und retardiert das Alter, so es man jeden Tag trinkt“, schrieben die alten Kräuterkundigen. Rosmarin war schon immer ein beliebtes Kraut bei altersmäßig bedingten Herzproblemen und auch Pfarrer Kneipp empfahl es beim „Altersherz“.

Wirkung: Sein Inhaltsstoff ist in erster Linie ein ätherisches Öl, das eine starke durchblutungsfördernde Wirkung hat. Rosmarin stärkt in leichter Form die Herzmuskulatur und steigert die Koronardurchblutung, indem die Herzkranzgefäße einen besseren Tonus, sprich Spannungszustand, bekommen. Rosmarin ist hilfreich bei niederem Blutdruck, beim Altersherz und überhaupt zur Anregung bei älteren Menschen.

Anwendung: Tee (1TL/1 Tasse heißes Wasser im Aufguss, 5 Minuten ziehen lassen), bei niederem Blutdruck vor allem morgens eine Tasse. Bei Herzschwäche empfahl Pfarrer Kneipp den Rosmarinwein (gibt es auch in der Apotheke), ein kleines Gläschen am Vormittag. Bei nervösem Herz und Herzschwäche Anwendung als Salbe (aus der Apotheke), über der Herzgegend auftragen.

Koronare Herzkrankheit

Die koronar bedingte Herzkrankheit ist mit Abstand die häufigste Erkrankung des Herzens. Die Ursache sind arteriosklerotische Verengungen der Herzkranzgefäße infolge Ablagerungen von Lipiden, die wieder bedingt durch einen erhöhten LDL– Cholesterinspiegel sind. Prävention ist daher in diesem Fall besonders angesagt: also Cholesterinspiegel senken.

Knoblauch (Allium sativum):

Der Knoblauch ist eine der ältesten Heil- und Würzpflanzen der Welt. In der altindischen Medizin ist er als kostbares Heilmittel genannt, chinesische Kräuterbücher loben ihn seit 4000 Jahren und in Ägypten wurde er gemeinsam mit der Zwiebel als heilige Pflanze betrachtet

Die Wirkung des Knoblauch kann man folgendermaßen zusammenfassen: Gefäßerweiternd bis in die peripheren Gefäße. Diese Wirkung findet sich vor allem in den Armen und Beinen, weshalb Knoblauch auch bei Erkrankungen empfohlen wird, die durch Gefäßverengungen bedingt. Die gefäßerweiternde Wirkung findet man natürlich auch bei den Herzkranzgefäßen und auch im Gehirn, weshalb Knoblauch hilft, bis ins hohe Alter hinein sein Gedächtnis zu behalten.

Knoblauch

APA/Georg Hochmuth

Knoblauch

Antiarteriosklerotische Wirkung:

Knoblaucheinnahme führt dazu, dass die Elastizität der Blutgefäße erhalten bleibt und dort wieder hergestellt wird, wo sie durch Blutfettablagerungen verengt sind. Dies ist in erster Linie auf die cholesterinregulierende Wirkung des Knoblauchs zurückzuführen.

In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass der Gesamtcholesterinspiegel nach Anwendung von Knoblauchpräparaten signifikant gesenkt werden konnte. Besonders wichtig ist dabei, dass vor allem das Verhältnis der beiden Cholesterinfraktionen, des sogenannten „guten“ HDL und LDL verbessert wird, indem das HDL erhöht und das für die Gefäßschäden verantwortliche LDL gesenkt wird. Auch der Triglyceridspiegel wird durch regelmäßige Knoblaucheinnahme gesenkt. Knoblauch ist also das wirkungsvollste Mittel, um die Blutfettwerte unter Kontrolle zu bringen.

Thrombosevorbeugende Wirkung: Knoblauch führt zu einer Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes. Die Gefahr, dass die Thrombozyten, also die Blutplättchen, miteinander verklumpen, was zur sogenannten Thrombose führen kann, wird stark reduziert. Knoblauch ist somit die beste Prophylaxe gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Artischocken

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Artischocken

Artischocke (Cynara scolymus):

Artischockenblätter, entweder als Tee, in Form fertiger Präparate oder als Saft, können den Cholesterinspiegel signifikant senken und helfen daher, einer Arteriosklerose vorzubeugen.

Artischockenblätter verbrauchen vermehrt Cholesterin durch Bildung von Gallensäuren in der Leber und verstärken zusätzlich die Ausscheidung von Cholesterin mit der Galle. Außerdem hemmen sie die Biosynthese von Cholesterin in den Leberzellen und die Oxidation von LDL dank ihrer Radikalfängereigenschaften. Damit ist die Artischocke ein wichtiges Mittel in der Vorbeugung und Behandlung von Arteriosklerose und auch der Koronarkrankheit, da einige Studien zeigen konnten, dass sich durch ihre Verwendung Plaques in den Gefäßen zurückbilden können.

Artischockenblätter können also, wie klinische Studien zeigten, sowohl das Gesamtcholesterin als auch den Triglyceridspiegel senken. Darüber hinaus haben sie eine leberschützende Wirkung, was sich bei Fettstoffwechselstörungen nur positiv auswirken kann.

Artischockenpräparate sind gut verträglich und sollten mindestens 6 Wochen angewendet werden. Sie eignen sich aber auch zum Dauergebrauch.

Olivenblätter (Oliva eropaea):

Dass Olivenöl günstig für die Regulierung des Cholesterinspiegels ist, ist bekannt. Weniger bekannt ist die Wirkung der Olivenblätter, die vor allem in der französischen und italienischen Küche Kräuterheilkunde verwendet werden. Olivenblätter enthalten antioxidativ wirkende phenolische Verbindungen, was eine Fülle von Wirkungen (immunstärkend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd) ergibt.

Sendungshinweis:

„Radio Burgenland Vormittag“, 5.6.2012

Studien aus Mailand zeigten, dass ein Olivenblattextrakt sich auch positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken kann. Es kam zu einer signifikanten Senkung des LDL ohne das HDL zu beeinflussen. Durch die antioxidative Wirkung wird auch die Oxidation des LDL und damit der Plaque-Bildung in den Gefäßen vorgebeugt.

Tagesdosis sind ein bis drei Esslöffel täglich, Olivenblattextrakt sollte lange im Mund belassen werden, damit die Wirkstoffe über die Mundschleimhaut vollständig aufgenommen werden. In der Gemmotherapie verwendet man die Olivensprossen als Mazerat, auch diese bekommt man in der Apotheke. Drei mal täglich zehn Tropfen nehmen.