Leichenfund: Gerüchte um ungarischen TV-Star

Nach dem Fund weiterer Leichenteile im Neusiedler See gibt es zahlreiche Gerüchte in den ungarischen Medien. Demzufolge soll es sich bei der Leiche um eine Frau namens „Fanni“ handeln, eine seit Monaten vermisste Fernsehschauspielerin aus Ungarn.

In Ungarn wird seit Ende November 2017 eine junge Frau vermisst. Sie gilt in Ungarn als Promi. Die 24-Jährige wurde 2014 in einer Reality-Show im ungarischen Fernsehen bekannt. Seither hatte sie unzählige Auftritte bei anderen Sendern. Die junge Frau arbeitete auch als Fotomodell und bei einem Escort-Service.

Die junge Frau namens „Fanni“ hat an der Show „Való Világ“, einer Reality-Show, ähnlich wie „Big Brother“, teilgenommen. Quelle: RTL Klub Television

In den ungarischen Medien gib es nun wilde Spekulationen. Die Ungarin wollte angeblich nach Florida. Man habe sie aber auch in Deutschland gesucht. Die Eltern meldeten sie als vermisst. Sie war aus ihrer Wohnung verschwunden. Ein paar Tage zuvor hatte sie angeblich noch eine große Summe von ihrem Bankkonto abgehoben.

„Fanni“ Blikk.hu VV Fanni

Blikk.hu

Die ungarische Zeitung Blikk.hu berichtet über den Fall

Ex-Freund unter Verdacht

Ein Ex-Freund der jungen Frau steht unter Verdacht, sie ermordet zu haben. Es soll Video-Aufnahmen einer Überwachungskamera geben, die zeigen sollen, wie der Mann die junge Frau, die bewusstlos scheint, in sein Auto trägt. In seinem Auto habe man Blutspuren gefunden. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Zu Beginn habe man Eifersucht vermutet, aber nun wird der Verdacht immer lauter, dass Geld der Grund gewesen sei. Der Ex-Freund habe Schulden in Millionenhöhe. In Ungarn habe man „Fanni“ sogar mit Hilfe von Drohnen gesucht, vor allem über Flüssen und Seen.

Auch Verwandte und Freunde der jungen Frau wollen bei den Ermittlungen helfen. Sie sollen unter anderem Fannis Zahnarzt kontaktiert haben, um nach möglichen Panorama-Röntgenaufnahmen zu fragen. Die Mutter der Vermissten soll der Polizei Haare der Tochter übergeben haben, berichtete die ungarische Zeitung „Kisalföld“.

Weitere Gerüchte rund um ungarischen Fleischer

Auch die Ex-Frau eines ungarischen Fleischers wird in Ungarn mit dem Fall als mögliches Opfer in Verbindung gebracht. Laut dem Portal „Bors.hu“ sei die Frau 2014 verschwunden. Ihr Ex-Mann war verdächtigt worden, sie getötet zu haben. Die 40-Jährige sei Heilgymnastikerin, hätte am besagten Tag die Praxis geschlossen und sei niemals wiedergesehen worden.

Staatsanwaltschaft: Vermutungen nicht bestätigt

Laut der Staatsanwaltschaft Eisenstadt können diese Vermutungen nicht bestätigt werden. Die Identität der Frau ist weiterhin unklar. Mit einem Obduktionsergebnis könne man am Dienstag noch auf keinen Fall rechnen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage des ORF Burgenland.

Die Suche nach weiteren Körperteilen läuft jedenfalls auch am Dienstag weiter. Ein Gewaltverbrechen könne man jedenfalls nicht ausschließen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Leichenfund neusiedler see weitere Teile Openstreetmap Ruster Bucht

Openstreetmap

Die Leichenteile wurden in der Ruster Bucht, etwa 800 Meter vom Seebad Rust entfernt, im Wasser gefunden

Weitere Leichenteile gefunden

Die Suche nach weiteren Leichenteilen im Neusiedler See war am Montagvormittag zunächst weitergeführt und im Lauf des späten Nachmittags und Abends fortgesetzt worden. Dabei wurden dann die neuen Funde gemacht. Im Nahbereich der Ruster Bucht seien zwei Unterarme ohne Hände, ein Unterschenkel und ein Oberschenkel gefunden worden, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, Roland Koch, der APA mit. Beteiligt an dem Einsatz waren erneut Cobra-Taucher, die Feuerwehr mit einem Sonar sowie Leichenspürhunde.

Leichenfund im Neusiedler See Identität der Toten weiter unklar Boot hund See

ORF

Hände, Füße und Bein fehlen noch

„Was noch nicht gefunden wurde, sind die beiden Hände, die beiden Füße und ein Bein“, so der StA-Sprecher. „Es ist nicht hundertprozentig fix, dass die gefundenen Leichenteile zu der Frau gehören. Der Verdacht ist natürlich schon stark da.“

Sachverständige macht DNA-Abgleich

Im Lauf des Dienstags soll eine Sachverständige dies überprüfen. Dazu müsse DNA-Material aus dem Torso und dem Kopf mit jenem der vier Extremitäten verglichen werden. Die Suche wurde Montagabend vorerst eingestellt. Sie soll am Dienstag fortgesetzt werden - erneut mit Tauchern und dem Sonargerät.

Tiefkühltruhe und Trennschleifer nicht bestätigt

Medienberichte, wonach die Leichenteile möglicherweise in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt wurden, bestätigte Koch nicht: Das sei „noch nicht klar“. Auch ob die Extremitäten mit einem Trennschleifer abgetrennt worden seien, stehe noch nicht fest. „Es kann auch sein, dass es mehrere verschiedene Werkzeuge waren. Wir gehen davon aus, dass eine Abtrennung stattgefunden hat mit scharfen Gegenständen. Wie das konkret war, wissen wir noch nicht.“

Leiche drei oder mehr Monate im Wasser

Die Zeitspanne, in welcher der Torso im Wasser lag, lasse sich ebenfalls noch nicht exakt bestimmen. Die Leiche sei jedenfalls nicht nur „ein paar Stunden oder Tage“ vor der Auffindung im See gewesen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sie sich schon drei oder mehr Monate dort befand.

Noch kein Treffer bei Abgängigkeitslisten

Natürlich gebe es eine Zusammenarbeit mit den ungarischen Behörden, was die Abgängigkeitslisten betrifft, da man nicht ausschließen könne, dass die Frau im Nachbarland gelebt habe, erläuterte Koch. Es gebe immer wieder Kontakt, mehrere Personen seien überprüft worden: „Dass es einen Treffer gibt, ist nicht wahr.“

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Seit Freitag im Einsatz

Der Leichenfund hält die Ermittler, Staatsanwaltschaft und Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr seit dem Wochenende in Atem. Ein Mann hatte am Freitag gegen 11.30 Uhr den Torso - ohne Unterarme, Beine und Kopf - in der Ruster Bucht, etwa 800 Meter vom Seebad Rust entfernt, im Wasser entdeckt. Cobra-Taucher bargen dann Freitagabend den Kopf - mehr dazu in Leiche im Neusiedler See gefunden.

Die relativ windgeschützte Fundstelle befand sich zwischen einer Seehütte und dem Schilf und ist nur mit dem Boot erreichbar. Die Identität der Toten ist weiterhin Gegenstand intensiver Ermittlungen - mehr dazu in Leichenfund - Warten auf Obduktion.

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