Stalingrad: Burgenländer erinnert sich

Vor 70 Jahren, im Spätherbst 1942, begann der Kampf um Stalingrad. Tausende Soldaten standen einander gegenüber, unter ihnen Josef Smetana aus Goberling. Er überlebte die Schlacht der Schlachten im Zweiten Weltkrieg schwer verletzt.

Josef Smetana aus Goberling (Bezirk Oberwart) wird Ende November 89 Jahre alt. Der Witwer lebt seit Jahrzehnten alleine in seinem Haus in Goberling. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Wien - zwar arm, aber glücklich. Dann musste er an die Ostfront einrücken.

Josef Smetana

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Unerbittlicher Stellungskrieg

Im Herbst 1942 wurde seine Einheit nach Stalingrad verlegt. Fürchterliche Kämpfe entbrannten. Deutsche und Sowjets kämpften in dem unerbittlichen Stellungskrieg um jeden Meter, jedes Haus, jeden Graben.

„Die Russen waren ja massenhaft da. Und die haben immer bei jedem Angriff so geschrien. Ein Echo, dass Sie geglaubt haben, es kommt eine halbe Stadt daher“, erinnert sich Josef Smetana.

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Lungenschuss, Gelbsucht und Malaria

Ende November 1942 wurde die sechste Armee von den Sowjets eingeschlossen. Aus dem Kessel gab es kein Entkommen. Drei Tage vor seinem 19. Geburtstag und einen Tag bevor der Kessel geschlossen war, wurde er schwer verwundet. Er erlitt einen Lungenschuss, sein Arm wurde von Granatsplittern zerfetzt.

„Da hat es mich dann erwischt. Zwei Österreicher haben mich aus dem Bunker getragen. Ich habe gute Stiefel von der Kaserne getragen. Und dann habe ich gehört, wie einer gesagt hat ‚Pepi, die Stiefel brauchst eh nicht mehr.‘ Und als mich die Sanitäter in den Wagen geworfen haben, hat der mich ausgezogen. Das vergisst man nicht.“

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Josef Smetanas Arm wurde von Granatsplittern zerfetzt

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„Das geht nicht mehr aus dem Kopf“

Abgesehen von diesen Verletzungen musste Josef Smetana schwere Erfrierungen ertragen, zusätzlich wurde er von Gelbsucht, Ruhr und Malaria geplagt. Es sind aber nicht nur die körperlichen Leiden, die ihn bis heute verfolgen.

„Das geht nicht mehr aus dem Kopf. Das ist immer da. Gerade in diesen Tagen und zu Weihnachten muss ich an Stalingrad denken“, erzählt Josef Smetana.

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Kampf ums Überleben

Anfang 1943 war die Schlacht von Stalingrad zu Ende. 100.000 deutsche Soldaten gingen in Gefangenschaft. Ab diesem Zeitpunkt marschierten die Sowjets gegen das Deutsche Reich. 700.000 Menschen starben in Stalingrad, sie fielen im Kampf, erfroren oder verhungerten.

„Das Brot war so hart, dass man es nicht schneiden konnte. Im Feld haben wir gesucht, wir haben rohe Erdäpfel gefressen samt dem Sand, sodass alles geblutet hat. Es war garstig. Und ich habe es überlebt. Durch Zufall vielleicht.“