Burgenländer erlebt „Sandy“ hautnah

Der Wirbelsturm „Sandy“ hat an der Ostküste der USA für Chaos und Verwüstungen gesorgt. Herbert Gabriel aus St. Margarethen befindet sich derzeit in New York und erlebte „Sandy“ hautnah mit.

Herbert Gabriel ist zu Besuch bei seiner Tochter, die derzeit ein Praktikum bei einer New Yorker Bank macht.

„Schon seit Sonntag herrscht eine eigenartige Stimmung in der Stadt, die Geschäfte haben begonnen, nach der Reihe zu schließen und auch der U-Bahnbetrieb wurde eingestellt. Montagnachmittag ist dann der Wind immer stärker geworden“, schilderte Herbert Gabriel im Gespräch mit dem ORF Burgenland. Er befinde sich an der Upper West Side und hier sei die Lage nicht so schlimm wie im Süden von Manhattan, wo U-Bahnstationen und Straßen unter Wasser stünden.

Herbert Gabriel

Privat

Herbert Gabriel in New York

„Sicher gefühlt“

Angst habe er keine gehabt, sagte Gabriel. „Wir haben uns sehr sicher gefühlt, ich hatte nicht den Eindruck, dass es da, wo wir uns befinden, gefährlich werden könnte“, so Gabriel. Die Lage beginne sich zu entspannen. „Es sind schon wieder Autos und Menschen auf den Straßen unterwegs.“ Gabriel will am Donnerstag wieder zurück nach Österreich fliegen, ob dies möglich sein wird, wisse er noch nicht.

Von Flutwelle vertrieben

Weniger Glück hatte die Auslandsburgenländerin Nancy Wukisevits. Ihre Wurzeln liegen in Urbersdorf. Sie lebt in Manhattan, in der Nähe des Hudson River, die Flut hat sie aus ihrem Heim vertrieben. „Alles ist überschwemmt. Wir können nicht in unser Haus zurückgehen. Ich bin jetzt bei meiner Mutter in New York City. Wir sind in der Upper East Side, weil an der Lower East Side alles überschwemmt ist“, erzählt Nancy Wukesevits.

Es sei alles sehr schwierig, man sei sehr traurig, so die Frau. „Es ist ein New York, das wir nicht kennen, es ist alles leer, alles ist still.“

Manhattan

Flut in Manhattan

Verwüstungen werden sichtbar

Die Verwüstungen, die der Wirbelsturm „Sandy“ an der US-Ostküste angerichtet hat, werden erst langsam sichtbar. Während etwa im weiterhin teilweise überfluteten New York ein Brand in Brooklyn Dutzende Häuser zerstörte und ein Dammbruch im angrenzenden New Jersey für zusätzliche Schäden sorgte, ist das Ausmaß der Zerstörung abseits der Großstädte wie etwa auch Washington noch völlig unklar. Durch den Sturm brach das Stromnetz an der Ostküste zusammen. Es gibt jedoch keine Entwarnung: „Sandy“ zieht weiter nach Norden - mehr dazu in Keine Entwarnung (news.ORF.at)