Niessl für schlankere Schulverwaltung
Die Landeshauptleute der Bundesländer hatten sich auf Einladung und unter Vorsitz von Tirols Landeshauptmann Günther Platter am Mittwoch zum gegenseitigen Austausch im Tirol getroffen. Neben der Gesundheitsreform waren auch Änderungen im Bildungssystem Thema der Konferenz.
Die Landeshauptleute haben sich dabei für mehr Schulautonomie und weniger Bürokratie in der Schulverwaltung ausgesprochen. Unter anderem soll ein Direktor auch für mehrere Schulen verantwortlich sein können. Die Ebene der Bezirksschulräte soll wegfallen. Verhandlungsführer bei der Bildungsreform war Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).
„Geld soll ins Klassenzimmer“
Im Mittelpunkt seien Reformen für eine schlanke Verwaltung gestanden. Das Geld, das eingespart wird, solle ins Klassenzimmer kommen, sagt Niessl. Das Ergebnis der Verhandlungen sei den Landeshauptleuten präsentiert worden, sie hätten zugestimmt.
So soll eine Verwaltungsebene - die Bezirksschulräte - abgeschafft werden, außerdem soll in Zukunft Bildungsregionen geben. „Wir wollen, dass die Schulautonomie vergrößert wird, dass die Direktoren mehr Entscheidungen fällen können, dass sie mehr Kompetenzen bekommen, dass sie bei der Lehreranstellung auch mitreden können, dass auch die Bildungsregionen für eine Qualitätskontrolle in noch größerem Ausmaß sorgen und dass auch die Bundesschulbauten unbürokratischer, rascher abgewickelt werden“, sagt Niessl.
Auch sollen die Bestellungen der Leiter auch größtenteils über die Landesschulräte durchgeführt werden. Denn dabei habe es Verzögerungen von bis zu zwei Jahren gegeben, „und das ist nicht gut für die Schulen“.
Gesetzesentwurf in Auftrag
Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) habe zugesichert, dass sie - wenn die Landeshauptleutekonferenz zustimme - sofort mit dem Auftrag für den Entwurf der einzelnen Gesetze begonnen werde, sagt Niessl weiter.
„Sie hat zugesichert, dass die Gesetze sofort verfasst werden. Es sind 30 Gesetzesänderungen notwendig. Und da wird jetzt bereits mit der Änderung und dem Entwurf dieser Gesetze begonnen. Wir waren noch nie so weit wie jetzt“, so der Landeshauptmann.
Schmid stehe den Vorschlägen ihres Parteikollegen grundsätzlich positiv gegenüber, wie sie bei der Eröffnung des Gymnasiums Neusiedl am See am Mittwoch betonte - mehr dazu in Modern & gefragt: Gymnasium Neusiedl.
ÖVP: „Gemeinsam gestalten“
Schulleiter, Lehrer, Eltern und die Vertreter der Schüler müssten in einer modernen Schule an einem Strang ziehen und mitgestalten können, sagt ÖVP-Bildungssprecher Christian Sagartz. Dass das im Umkehrschluss schlankere Strukturen in der Zentrale, dem Landesschulrat und seinen Bezirksschulräten bedeute, liege auf der Hand.
Publiziert am 24.10.2012

