Widerstand gegen Schleife Eisenstadt
Die zweieinhalb Kilometer lange Bahnverbindung soll den Eisenstädter Pendlern ermöglichen ohne umzusteigen und zudem noch ein paar Minuten schneller nach Wien zu kommen. Die Gegner sehen in der von der ÖBB geplanten Bahnschleife Eisenstadt eine Geldverschleuderungsaktion, die den Eisenstädter Pendlern wenig bringt und die Lebensqualität in Wulkaprodersdorf stark beeinträchtigt.
1.000 Unterschriften gegen Projekt
Innerhalb kurzer Zeit sind mehr als 1.000 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt worden. Die Bürgerinitiative Bahnschleife will nicht locker lassen, bis alle wahlberechtigten Wulkaprodersdorfer unterschrieben haben.
Ihre Argumente: Die geplante zweieinhalb Kilometer lange Bahnverbindung bringe den Pendlern wenig und habe viele Nachteile für das schon jetzt geplagte Wulkaprodersdorf, so einer der Sprecher, Stefan Ivanschitz.
„Wir wollen diese Schleife auch gar nicht mehr, weil es nicht um den öffentlichen Verkehr hier geht, sondern anscheinend um ein reines Prestigeobjekt“, so der Sprecher.
Gegner fürchten mehr Lärm und Schadstoffe
Die Errichtung eines acht Meter hohen Kreisverkehrs an der B50 mit Stop and Go-Verkehr bedeute mehr Lärm und Schadstoffe für die Gemeinde, ein wertvolles Naherholungsgebiet gehe weitgehend verloren, so die Projektgegner. Überdies habe die Schleife Eisenstadt ohne die Schleife Ebenfurth keinen Sinn, heißt es von den Projektgegnern.
Ein voller Nutzen der Schleife Eisenstadt sei tatsächlich erst mit dem Bau der Schleife Ebenfurth und dem fertigen Ausbau der Pottendorferlinie gegeben, gesteht man bei der ÖBB zu. Doch erwarte man eine Entscheidung über die geplante Trassierung der Schleife Ebenfurth schon für demnächst. Der weitere Ausbau der Pottendorfer Linie sei geplant und werde kontinuierlich weiter betrieben.
Für ÖBB ist Schleife Eisenstadt fix
Aus der Sicht der ÖBB ist die Trasse für die Schleife Eisenstadt fix. Nach der Bauverhandlung im Juni warte man jetzt auf den Baubescheid durch die zuständige Behörde, das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Inwieweit die Wünsche der Gemeinde berücksichtigt würden, könne man nicht beurteilen.
Bauvorbereitungen und Grundeinlösen würden unmittelbar nach Vorliegen des rechtskräftigen Baubescheides beginnen. Ob die Fertigstellung für Ende 2014 noch möglich ist, sei im Moment unklar, es könnte auch Ende 2015 werden.
Bei der Bürgerinitiative lässt man sich davon nicht beeindrucken. Über den Winter will man noch einmal mit den zuständigen Politikern reden und demnächst auch Aktionen in den Pendlerzügen setzen.
Publiziert am 19.10.2012

