Außenhandel: Defizit im Burgenland

Der Außenhandels hat in den vergangenen zehn Jahren für fast alle Bundesländer an Bedeutung gewonnen. Die Unterschiede zwischen den Regionen in Sachen Wettbewerbsfähigkeit sind aber riesig. Das Burgenland hat ein großes Defizit.

Nur drei heimische Regionen haben demnach einen Handelsbilanzüberschuss, alle anderen ein Defizit. Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Burgenland, heißt es Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums.

„Landwirtschaftlich geprägt“

Im Burgenland hat sich das Defizit in der Handelsbilanz im Laufe der Jahre sogar erhöht. In den Jahren von 1999 bis 2003 lag es im Schnitt bei 14 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), von 2004 bis 2008 bei 17 Prozent und 2009 dann fast bei 19 Prozent. Einen Überschuss dagegen wiesen von 2004 bis 2008 nur Vorarlberg, Oberösterreich, und die Steiermark auf.

Zurückzuführen ist dies natürlich auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur der Länder. Während Oberösterreich und Vorarlberg laut dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche „relativ hochindustrialisiert“ sei, sei das Burgenland „weiter stark landwirtschaftlich geprägt“.

Krise traf Burgenland

Die Krise im Jahr 2009 hat die einzelnen Bundesländer unterschiedlich hart getroffen. Im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich sowie in Kärnten gingen damals sowohl die Exporte als auch die Importe stark zurück, so das Ergebnis der Studie. Tirol und Vorarlberg erwiesen sich hingegen als widerstandsfähiger.

Der Exportrückgang kostete auch einige Arbeitsplätze. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche schätzt den Beschäftigungsverlust - inklusive indirekte Effekte - auf 1,2 bis 3 Prozent der Beschäftigten, wobei hier wieder insbesondere das Burgenland und Kärnten stark betroffen waren.