EU: Gemischte Gefühle im Burgenland

Die EU hat den Friedensnobelpreis 2012 bekommen. Eine Entscheidung, die die frühere EU-Abgeordnete Christa Prets (SPÖ) begrüßt. Die Meinung der Burgenländer zur EU ist gemischt, getrübt wird die Stimmung durch die Eurokrise.

Österreich ist der EU 1995 beigetreten. Davor gab es eine Volksabstimmung, bei der es im Burgenland von allen Bundesländern damals die höchste Zustimmung gab. Im Juni 1994 stimmen zwei Drittel der Österreicher für den EU-Beitritt.

Im Burgenland ist die Zustimmung mit drei Vierteln der Wahlberechtigten am höchsten. Und auch heute ist die Stimmung bei uns nach wie vor gut, getrübt wird sie aber vor allem durch die Eurokrise.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Geld für 90.000 Projekte

Vom EU-Beitritt hat das Burgenland jedenfalls finanziell profitiert. Nur aus Brüssel hat sich das Land für zwei Ziel-1-Perioden und das Phasing-Out-Programm bis jetzt 820 Millionen Euro geholt. Mit diesem Geld konnten immerhin 90.000 Projekte gefördert werden, vom Ausbau der Thermen über die Technologiezentren bis hin zu Bildungsprogrammen.

„Förderung von Frieden und Demokratie“

Die EU und ihre Vorgänger-Organisationen hätten mehr als sechs Jahrzehnte lang zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beigetragen, heißt es in der Begründung des norwegischen Nobelpreiskomitees seiner Entscheidung - mehr dazu in EU erhält Friedensnobelpreis.

„Wir alle sind EU“

Die Burgenländerin Christa Prets saß von 1999 bis 2009 für die SPÖ als Abgeordnete im EU-Parlament in Brüssel. Sie habe seit Jahren die Wichtigkeit der Europäischen Union unterstrichen: „Diejenigen, die das Rad der Zeit zurückdrehen wollen und zu Nationalismen zurückgreifen wollen, die haben, glaube ich, den Zug der Zeit verpasst.“ Es müsse das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass die EU ein Prozess ist, der sich ständig entwickelt und „dass wir alle, die Europäische Union sind. Dort oben in Brüssel ist nicht die Europäische Union.“

Nur als eine gemeinsame EU habe man die Chance, im Wettbewerb mit den anderen großen Weltmärkten konkurrieren zu können, so Prets.

Zufriedene Europasprecher

ÖVP-Europasprecher Rudolf Strommer bezeichnet die Friedensnobelpreis-Vergabe an die EU als besondere Auszeichnung der Friedensbemühungen auf dem europäischen Kontinent. Und positiv überrascht zeigt sich SPÖ Europasprecher Christian Illedits. Der Nobelpreis sei eine Auszeichnung für die Bürger und die Regionen.