Klimaschutz: „Wundererde“ aus Riedlingsdorf
Das Unternehmen „Sonnenerde“ produziert in Riedlingsdorf (Bezirk Oberwart) ihr schwarzes Gold. Diese „Wundererde“ ist wertvolles Material - es ist Kohle mit enormem Umweltnutzen, erklärt Sonnenerde-Erfinder Gerald Dunst.
„Es ist die erste Pflanzenkohle, die in Österreich produziert wird mit unserer Anlage, die in Europa eigentlich einmalig ist. Es ist die erste Anlage, die abfallrechtlich bewilligt wurde. Das heißt, wir produzieren Pflanzenkohle aus Papierfaser- oder Zelluloseschlamm und Getreidespelzen und stellen daraus die hochwertige Pflanzenkohle her.“

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Das Unternehmen „Sonnenerde“ hat sich für den Klimschutzpreis 2012 beworben

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Verwertung von Abfall
Umweltnutzen Nummer eins: Der Grundstoff für die Erzeugung von Pflanzenkohle ist Abfall. Neben den Spelzen, also den Schalen von Getreide, ist es hier Papierfaserschlamm. Dieser Schlamm ist ein Rückstand bei der Erzeugung von Papier oder Karton, der ansonsten aufwändig entsorgt werden müsste.
„Das wurde unter Energiezufuhr verbrannt, das heißt, eine stoffliche Verwertung war bisher nicht möglich. Die Verkohlung ist die Riesenchance, dass man aus diesen kohlenstoffreichen Abfällen ein hochwertiges Produkt erzielen kann“, sagt Gerald Dunst.
Der zweite Vorteil: Pflanzenkohle hat sensationelle Auswirkungen auf den Boden. Vorbild dafür ist die Terra Preta, die Wundererde der Indios, nach deren Herstellungsverfahren bis heute fieberhaft gesucht wird. Die Pflanzenerde erfüllt nahezu ident die Terra Preta-Eigenschaften, das ist das Ergebnis jahrelanger Versuche.
Der Weg zur Pflanzenkohle
Das Ausgangsmaterial wird nach der Trocknung und Vorkompostierung in einem Reaktor verbrannt. Dabei entsteht einerseits Gas, das wiederum die Anlage betreibt. Somit wird nur am Anfang Fremdenergie benötigt, schon wieder ein Umweltnutzen.

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„Nie mehr düngen“ als Versprechen
Was übrig bleibt, ist das eigentliche Objekt der Begierde - eben die Pflanzenkohle. Einmal in den Boden eingebracht, beginnt sie zu wirken. Dann müsse man nie mehr düngen, heißt es.
Die Erde wird in kleinen Mengen für den Kräutergarten bis hin zu Großgebinden verkauft. Langfristiges Ziel ist es aber, die entwickelten Anlagen zu verkaufen - etwa an Landwirte oder bäuerliche Gemeinschaften. Und damit soll der Nutzen für Boden und Umwelt multipliziert werden.
Publikum und Jury entscheiden
Vorgestellt wurden die Bewerber für den Klimschutzpreis 2012 - darunter eben auch „Sonnenerde“ - im ORF-Servicemagazin „heute konkret“. Jetzt kann das Publikum über die Sieger des Klimaschutzpreises mitentscheiden.
Zur Abstimmung sind alle Interessierten eingeladen - entweder während und nach der Freitag-Sendung von „heute konkret“ telefonisch (18.30 Uhr bis 19.30 Uhr) oder bis 4. November (24.00 Uhr) online auf der Homepage des Klimaschutzpreises.
Die Publikumsstimmen werden anschließend mit den Bewertungen der Jury zusammengeführt. So werden die vier Siegerprojekte des Österreichischen Klimaschutzpreises 2012 ermittelt.
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Publiziert am 11.10.2012

