Gutes Zeugnis für heimische Wirtschaft
Die internationale Finanz- und Schuldenkrise ist auch im Burgenland nicht spurlos vorübergegangen, doch das Verantwortungsbewusstsein der heimischen Unternehmen sei vorbildlich, sagt Wirtschaftsforscher Harald Mahrer.
Burgenländische Unternehmen handeln demnach engagiert und verantwortungsbewusst und sind auch besser durch die Krise gekommen. Laut Studie leide die Wirtschaft jedoch unter den Meldungen und Bildern aus dem Ausland, die dann durch klassenkämpferische Töne im Inland verstärkt würden.
Gegen Pauschalverurteilungen
Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth verwehrt sich gegen Pauschalverurteilungen. „Ich darf erinnern, Sie haben es vielleicht gestern schon gesehen oder in den letzten tagen: den aktuellen Werbeslogan der AK, wo man eigentlich unterschwellig behauptet, dass drei Millionen Österreicherinnen und Österreicher ausgebeutet werden - no na von wem ausgebeutet werden - unterschwellig transportiert - natürlich von jenen, wo sie beschäftigt sind.“
Studie zeichnet positives Bild
Die Realität sehe ganz anders aus. Laut Studie der Julius Raab-Stiftung seien sich burgenländische Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, der Verantwortung ihren Mitarbeitern und der Region gegenüber sehr wohl und in hohem Ausmaß bewusst, sagt Harald Mahrer von der Julius Raab-Stiftung.
„Sie sind eigentlich genetisch bedingte Krisenbewältiger. Man weiß, die burgenländische Wirtschaft hat nach dem Krieg nicht unbedingt einen besonders blühenden Status gehabt, hat eigentlich einen sehr, sehr späten Start zum Durchstarten hingelegt. Das spricht natürlich auch dafür, dass es eine sehr kleinteilige Wirtschaftsstruktur ist mit stark regionaler Verankerung. Großteils sind das familien- und eigentümergeführte Betriebe. Die Betriebe denken sehr stark in Generationen und nicht wie internationale Konzerne die gerne in Quartalen denken“, so Mahrer.
Höhere Strafen für schwarze Schafe
Die Betriebe selber schlagen daher vor, schwarze Schafe härter zu bestrafen. Jene, die verantwortungsvoll handeln, sollten steuerliche Begünstigungen bekommen. Und insgesamt wünscht man sich mehr öffentliche Anerkennung.
Publiziert am 11.10.2012

