Gemeindepolitik: Wenig Bürgermeisterinnen

Bei der Gemeinderatswahl war auch heuer wieder der Frauenanteil ein wichtiges Thema. Bürgermeisterinnen kann derzeit nur die SPÖ vorweisen. Bei der Volkspartei gibt es jetzt zumindest Chancen wieder eine Bürgermeisterin zu stellen: In Illmitz und Kobersdorf sind Kandidatinnen in der Stichwahl.

Obwohl die Zahl der Gemeinderätinnen gestiegen ist bleibt die Gemeindepolitik überwiegend eine Männerdomäne.

SPÖ mit sechs Bürgermeisterinnen

Die SPÖ bleibt die Bürgermeisterinnenpartei im Burgenland, auch nach der Wahlniederlage von Brigitte Schendl. Sie war Bürgermeisterin von Mischendorf.

Sechs SPÖ-Frauen sind weiterhin Amt: Michaela Raber (Rauchwart), Renate Habetler (Bernstein), Klaudia Friedl (Steinberg-Dörfl), Friederike Reismüller (Forchtenstein), Ingrid Salamon (Mattersburg) und Inge Posch-Gruska (Hirm).

SPÖ Frauen bei der Pressekonferenz

ORF

Die SPÖ-Frauen

Dunst zufrieden

In Kittsee muss die bisherige SPÖ Bürgermeisterin Gabriele Nabinger zwar in die Stichwahl, allerdings gibt es in der Bezirkshauptstadt Neusiedl mit Elisabeth Böhm wieder eine Vizebürgermeisterin. SPÖ Frauenvorsitzende Verena Dunst ist zufrieden: „Wir haben es als einzige Partei wieder geschafft, dass wir aus dem Stand heraus sechs Bürgermeisterinnen in den verschiedenen Gemeinden haben, wir werden also in etwa 14 bis 15 Vizebürgermeisterinnen haben. Und wir werden an die 30 Prozent Gemeinderätinnen haben - wir sind mit 21 Prozent angetreten.“

Mattersburg ist stärkster Frauenbezirk

Der stärkste SPÖ Frauenbezirk ist Mattersburg: drei Bürgermeisterinnen und drei neue Vizebürgermeisterinnnen - in Draßburg, Rohrbach und Sigleß - gibt es dort. Das beste persönliche Ergebnis hat Inge Posch-Gruska mit 70 Prozent in Hirm eingefahren: „Ich denke, dass in Hirm ein sehr guter Boden für die Frauen aufbereitet wurde - überhaupt im Bezirk Mattersburg - um in politischen Ämtern tätig zu sein.“

ÖVP Kandidatinnen

ÖVP

Die ÖVP-Frauen

ÖVP hofft optimistisch auf Stichwahlen

Die ÖVP arbeitet weiter daran endlich wieder eine Bürgermeisterin zu stellen. Andrea Fraunschiel - ÖVP Frauenchefin und ehemalige Eisenstädter Bürgermeisterin - bleibt optimistisch: „Ich bin überzeugt davon das Frauen für die Gemeindepolitik unheimlich wichtig sind. Einerseits müssen wir die Frauen motivieren, dass sie sich in der Politik engagieren und auf der anderen Seite muss man in der Politik beharrlich sein.“

Wahlplakat

ÖVP

ÖVP-Frauen mit Chancen

Bei der Stichwahl haben die ÖVP-Frauen jetzt Chancen. In Illmitz mit Helene Wegleitner und in Kobersdorf mit Martina Pauer. Für Martina Pauer ist Gemeindepolitik grundsätzlich spannend: „Man kann gemeinsam für die Gemeinde gestalten. Man muss sich natürlich immer wieder mit verschiedenen Meinungen auseinandersetzen, aber das tut uns gut und das macht die ganze Sache griffig.“

Bei ÖVP und SPÖ gibt es jedenfalls mehr Gemeinderätinnen als vor der Wahl. Der Frauenanteil der übrigen Parteien: die Grünen haben 14 Gemeinderätinnen von 27, die FPÖ elf von 81 und die Liste Burgenland sieben von 39.